Heather

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  • Eine verdrehte Frau, die das Leben weniger ernst nimmt als ihr lieb ist.


    Es ist ein wunderbarer Abend zum Zechen. Keine Taverne ist nicht bis zum Nahtplatzen gefüllt, als die Sonne
    sanft und mit einem verführerischen Orange den Horizont küsst. Die Trinkwütigen und auch die Wirte sind
    bei bester Laune, nur hier und da entfacht sich eine gewohnte, meist grundlose Prügelei, nach der sich die
    beiden Streithähne gegenseitig ein Bier ausgeben. Die Tür einer Taverne, inmitten der Händlergegend in der
    imposanten und großen Stadt Calpheon, wird Ruckartig aufgerissen, ehe ein Betrunkener den Türknauf berühren
    kann. Dieser rechnet nicht damit und stolpert ohne Gleichgewicht durch den offenen Türrahmen, geradewegs an
    einer Frau vorbei, die sich im letzten Moment zur Seite dreht und an die Holztür drückt, dem fallenden Unglücklichen
    mit einem gut gelaunten Grinsen hinterher blickend. Mit einem amüsierten „Vielen Dank, der Herr“ und einer
    darauf folgenden, gespielt höflichen Verneigung, tritt sie in den stickigen Raum, dessen Luft von verschiedenen
    Düften erfüllt ist, die durch die Luft tanzen und sich im Sekundentakt damit abwechseln, die Nasen zu erkunden.








    Der Frau, deren rote Haare fast mit dem brennenden Himmel zu einem verschwimmen,
    schwingt eine gut gelaunte Aura mit, als wäre die Welt nicht von Krieg und Leiden geprägt,
    sondern kenne nichts anderes als Freude, Spaß und gute Zechabende, so wie dieser einer war.
    Erst als die Tür hinter ihr zu fällt und den leuchtenden Abendhimmel aus der Taverne verbannt,
    kann man ihr Antlitz genauer mustern. Genauso wie ihre Aura gibt sich auch ihr Gesicht. Die Lippen
    der Ende 20 wirkenden Frau sind noch immer zu einem einseitigen, amüsierten Schmunzeln verzogen
    und thronen unter einer Nase, die einfach mal gebrochen sein musste. Sie ist schmal und knochig und
    während viele hübsche Mädchen mit adretten Stupsnasen gesegnet sind, ziert diese Nase in der Mitte
    ein Höcker. Das rechte Auge leuchtet freundlich in einem angenehmen, geheimnisvollen Grün. Wachsam
    und ebenso amüsiert ist ihr Blick, ein schmaler Grad zwischen Freude oder doch nur Süffisanz? Das linke
    Auge starrt leer und pupillenlos durch den Raum. Es ist leicht gelblich und feine rote Äderchen
    durchziehen den vor lange Zeit beschädigten Augapfel. Eine feine Narbe, nicht mehr als ein Silberfaden
    über dem Lid, ziert die Haut schwer erkennbar. Das leere Auge wirkt, als würde es einen kühl anstarren.
    Kein Fünkchen der guten Laune ist dort zu finden. Nun, da das leuchten des Sonnenuntergangs das Bild
    nicht mehr verfälscht, wird die Haarfarbe deutlicher. Es handelt sich nicht um das prächtige und
    leuchtende Rot der Walküren. Viel mehr ein fleckiges, mattes Rot, das sich in ein leichtes Magenta zieht,
    ziert die glatten, bis zum Brustansatz fallenden Haare.








    Mit zielsicheren Schritten steuert sie auf das Tresen zu und grüßt auf dem Weg einige ihr bekannte Personen. Der Wirt lässt einen gut gefüllten Krug auf die, schon von vielen Flüssigkeiten versiffte, Tresenfläche knallen. „Ich dacht' schon du kommst ga' nich' mehr, Heather“, wird der Dame entgegen gelacht. „Probier das, is' das beste was ich je gebraut hab, ich schwörs dir.“ Die rötlich gefärbten Augenbrauen der Frau wandern nach oben, während sie dem dicken Wirt einen verschwörerischen Blick zuwirft. „Na, mal sehen. Das hast du schon oft behauptet.“ Spielerisch herausfordernd treffen sich die Blicke der beiden, ehe Heather mit der Hand nach dem Krug fischt, den Kopf in den Nacken legt und einige, kräftige Schlücke zu sich nimmt. Als der Krug wieder das Holz des Tresens berührt, wischt sie sich mit dem Rücken der anderen Hand über den Mund. Anerkennend schürzt sie die Lippen. „Mein Lieber, du hast dich selbst übertroffen...“ Sie schmatzt mehrere Male als wäre sie eine begnadete Köchin. Dem Wirt schwellt die Brust und stolz glitzern seine Augen. „Aber...“ Das amüsante Grinsen Heathers kehrt an den gewohnten Platz zurück. „ … Gerd's Bräu schmeckt trotzdem noch besser. Tut mir leid, mein Lieber.“ Lachend schnappt sie sich den Krug und trollt sich, ehe sie das Spültuch des Wirts erwischen kann.




    Die Zeit vergeht und der Abend gewinnt an Lautstärke, je mehr Alkohol die Rachen hinunter fließt. Der Rotschopf sitzt bei einer Gruppe von ein paar Leuten und unterhält sich mit einem Sattler und einem Schmied. „Wie isn' das passiert? Das mit deinem Auge meinich.“, wird sie nach einer langen Diskussion über die perfekte Wirkung von Krautröllchen gefragt. Auch der Schmied schien sehr daran interessiert, da er sich noch weiter vor lehnt. Heather lehnt sich zurück, schlägt die Beine übereinander und genießt erst mal die Spannung, die sie dadurch aufbaut. „Ach, das ist eigentlich keine spannende Geschichte“, leitet sie die Erzählung ein und schwenkt ihren Krug in sachten Kreisbewegungen. „Es war vor sechs Jahren... nein sieben. Ein gemütlicher Abend wie dieser hier nur in“ Sie stockt kurz und blickt vom Schmied zum Sattler und wieder zurück. „Velia. Ich zog eine Gruppe beim Würfelspiel ab. Daraufhin waren sie sehr... nicht gut auf mich anzusprechen. Sie wollten mir erst eine Hand abschlagen aber ich konnte sie auf eine Wette überreden. Ich musste mir schnell etwas einfallen lassen, so schlug ich vor: Wenn ich es schaffe, einer Elfe, die zu der Zeit in Velia herum irrte, einen Pfeil zu stehlen, ohne, dass sie es merkte, würden sie mich in Ruhe lassen. Die Spiel- und Wettsüchtigen stimmten zu. Ich machte mich auf den Weg und suchte nach der Elfe. Ich passte einen guten Moment ab und versuchte mein Glück, doch sie entdeckte mich und scherte mich davon. Ich besorgte mir einen anderen Pfeil, den ich als den, der Elfe ausgab. Anerkennend kaufte man mir das ab und ich sah zu, dass ich verschwand. Doch einer, der mich beobachtet hatte, verriet mich und so suchten mich die Kerle, hielten mich fest und ich musste den Preis der verlorenen Wette zahlen: mein Auge.“ Die beiden Männer sehen sie wie gebannt an während sie der Geschichte lauschen. Gerade, als der eine etwas sagen möchte, wird er von einem anderen Mann der Runde unterbrochen. „Verlorene Wette? Was? Mir hat sie erzählt, dass sie es geschafft hat, den Pfeil zu klauen und die Elfe ihr später daraufhin mit dem Pfeil das Auge ausgestochen hat.“ Empört schaltet sich noch ein weiterer Mann ein. „Was für eine Wette? Mir hat sie erzählt, dass sie in einer durchzechten Nacht gestolpert und gegen einen Tisch gefallen ist.“ „War das nicht der Preis für den Rauswurf aus der heiligen Walkürenschule...?“


    Der Rotschopf schweigt und nippt an ihrem Krug, während die Männer durcheinander reden. Der amüsierte Gesichtsausdruck weicht nicht von ihren Zügen und die ganze Situation ändert nichts an ihrer Haltung. Auch macht sie nicht den Eindruck, als wolle sie sich für irgendetwas rechtfertigen.
    Erst eine Person, eine weitere rothaarige Frau mit grotesken Make-Up, die in der Tür der Taverne erscheint und ein frostiges Gefühl mit sich bringt, lässt Heather aufblicken und sich regen. Sie kippt sich den Rest ihres Kruges in den Rachen, erhebt sich mit einem „Danke, für die nette Unterhaltung“, und lässt die Gruppe sitzen, während sie sich einen Weg durch die feierwütigen Gäste der Taverne bahnt, auf die Frau an der Tür zusteuernd. Heather schließt sie in die Arme, drückt ihr einen Kuss auf und ehe die Tür richtig ins Schloss fällt, hatte die Dunkelheit der Nacht die beiden schon verschluckt.








    OOC Info


    Heather treibt sich größtenteils in Calpheon rum, ist aber auch des öfteren in Heidel zu sehen, da sie dort eine Wohnung besitzt.

    Kontakt zu Heather:
    - recht offensichtlich *hüstel* in einer Taverne
    - Sauf Kumpanen
    - Früherer Kunden, als sie noch illegale Sachen verkauft hat
    - frühere Reisebegleiter
    - frühere Komplizen bei diversen kleineren Verbrechen
    - Liebhaber/innen
    - Ehemalige Schülerinnen der Walküren-Schule, die zur selben Zeit wie sie dort waren
    - Kontaktperson zum Urkundenfälscher Oskar

    Danke fürs Lesen. ♥

    2.708 mal gelesen

Kommentare 1

  • Heather -

    Ich hab mich mal in Heather Fux korrigieren dann kannst du den hässlichen . da weg machen.