Kallithyia

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  • Charakter-Geschichte und Infos zu Kallithyia

















    Name: Kallithyia
    Rufname: Kalli
    Alter: 26
    Sternzeichen: Schwarzdrache
    Herkunft: Tarif
    Wohnort: Heidel







    Kalli ist eine sehr kleine (1,55 m) und zierliche Person. Begegnet man ihr zum ersten Mal, fällt einem sofort der krasse Kontrast zwischen Ihren schwarz-roten Haaren und der sehr hellen Haut auf. Die für die dunklen Haare erstaunlich blauen Augen erregen zusätzlich die Aufmerksamkeit ihres Gegenübers - zumal Kalli diese meist noch zusätzlich durch dunkles Make Up betont. Dafür wirkt der Rest des feines Gesichtes eher unauffällig.
    Ihr Kleidungsstil ist praktisch und unscheinbar. Dunkle Farben, bequeme Hosen, Hemden und Stiefel, ein Überwurf zum Schutz gegen Wind und Regen. An ihrer Taille trägt Kalli stets einen Gürtel mit kleinen Beutelchen für Kräuter und das Nötigste. Dazwischen baumelt ein kleines Notizbüchlein aus abgewetztem Leder, ohne das sie nie zu sehen ist.






    Kalli wurde vor 26 Jahren als Tochter eines Arbeiters und einer Schwarzmagierin unter dem Namen Kallithyia geboren. Schon recht früh stellten die Eltern erfreut fest, dass Kalli die Begabung ihrer Mutter geerbt zu haben schien und gaben das Mädchen bereits in jungen Jahren in die Hände der erfahrenen Schwarzmagie-Meister Tarifs.
    Im täglichen Training durchlief Kalli zunächst Konzentrationsübungen und Geduldsspiele zur Kräftigung ihrer mentalen Stärke. Um das Erlernte zu festigen und um die Fortschritte der Kinder zu überprüfen, war es Brauch, die Lehrlinge zum Evergat-Wasserfall zu schicken. Dort sollten sie für drei Tage und Nächte am Wasserfall ohne Schlaf und Nahrung verharren, um zu beweisen, dass sie die nötige Willensstärke für die folgenden Lektionen entwickelt hatten.
    Kalli versuchte zunächst, sich um diese Aufgabe zu drücken. Sie hatte das Gefühl, sie sei nicht für die Schwarzmagie geschaffen. Egal, wie oft ihre Mutter ihr einzureden versuchte, dass sie ihre Gabe nicht vergeuden durfte, Kalli interessierte sich für andere Dinge. Sie war lieber in der Natur unterwegs, lief jauchzend durch das hohe Gras, das um Tarif wuchs, und war erstaunt über die Vielfalt an Pflanzen, die es hier trotz der Hitze gab. Manchmal schaffte sie es auch, sich zum Haus des Alchemisten zu schleichen. Dann beobachtete sie ihn fasziniert, wie er Kräuter zerstampfte, Sude ansetzte und Flüssigkeiten und Pülverchen abfüllte, die er an die Bewohner Tarifs verkaufte.
    Eben jene Interessen sorgten jedoch dafür, dass Kallis Fortschritte in ihrer Ausbildung zu wünschen übrig ließen. Weder ihr Mentor noch ihre Mutter waren darüber besonders erfreut. Sie brauchte länger als die anderen Lehrlinge, um für die Prüfung beim Wasserfall zugelassen zu werden. Dabei war sie ein aufgewecktes junges Mädchen, das schnell lernte und alles andere als dumm war.
    Kurz nach ihrem zehnten Geburtstag bestand Kalli die Prüfung am Wasserfall schließlich. Es war das schlimmste, was sie bisher erlebt hatte. Drei Tage ohne Essen und Schlaf und ständig hörte sie das Tosen des Wassers, das von Minute zu Minute lauter zu werden schien. Die ganze Zeit wurde sie nicht aus den Augen gelassen, aber keiner beachtete ihre hilfesuchenden Blicke.
    Als sie am Abend des dritten Abends völlig erschöpft und zitternd vor Hunger und Müdigkeit von ihrem stolzen Mentor zu Hause abgeliefert wurde, erfuhr sie, dass ihr Vater bei einem Unfall während der Arbeit ums Leben gekommen war.

    Kallis Mutter trauerte nicht lange um ihren verstorbenen Ehemann. Sie konzentrierte sich ganz auf ihre Tochter, die innerhalb der nächsten zehn Jahre lernte, wie sie ihre mentalen Kräfte bündeln und kanalisieren konnte. Der Tod ihres Vaters, den sie abgöttisch geliebt hatte (er hatte sie immer wieder vor ihrer ehrgeizigen Mutter in Schutz genommen), warf Sie wieder ein Stück zurück. Trotzdem trainierte sie weiter ihre Konzentrationsfähigkeit so gut es ihr möglich war. Später bekam sie beigebracht, ihren Gegenüber, dessen Vorhaben und seine nächsten Schritte blitzschnell einzuschätzen. Außerdem war sie nun dazu in der Lage, ihre Macht genau zu fokussieren. Kalli merkte, wie die anderen Lehrlinge in ihrer Aufgabe aufgingen, jedes Wort der Mentoren gierig aufsaugten und mit der Zeit ihre komplette Lebenseinstellung änderten. Sie jedoch fühlte sich fehl am Platz. Lernte, weil es von ihr erwartet wurde, nicht weil sie es wollte.

    Mit zwanzig Jahren wurde Kalli zur Abschlussprüfung zugelassen. Als ihr Mentor ihr dies eröffnete, durchströmte sie eine Welle der Erleichterung. Nur noch diese eine Prüfung und sie würde die langwierige, anstrengende Zeit als Lehrling endlich hinter sich haben. Insgeheim hoffte sie, dass sie sich dann auf ihre eigenen Interessen würde konzentrieren können. Doch sie wusste auch, dass dies nicht möglich war, solange ihre Mutter Teil ihres Lebens war.
    Die Abschlussprüfung - der Kampf gegen die Trockenmähnen, die ihren Unterschlupf in der Nähe von Tarif errichtet hatten - war die einzige Prüfung während Kallis gesamter Lehrzeit, auf die sie sich richtig vorbereitete. Sie wollte kein Risiko eingehen. Zusammen mit den anderen Lehrlingen trainierte sie sehr hart. Sie kämpfte gegen Strohpuppen, Holzfiguren, andere Schüler und ihren Mentor. Merzte Fehler aus, arbeitete an ihrem Schwachpunkt - ihrer Konzentrationsfähigkeit - und hörte stellenweise sogar auf Ratschläge ihrer Mutter. So schaffte sie es tatsächlich, aus dem Kampf mit einer Mähne als Siegerin hervor zu gehen und sie war sogar ein wenig stolz auf sich; darauf, dass sie nicht aufgegeben hatte und ihre Ausbildung gut beenden konnte.

    Leider bewahrheiteten sich Kallis Befürchtungen jedoch und ihre Mutter bestimmte weiterhin, wie Kallis Leben auszusehen hatte. Die junge Frau fühlte sich unsicher, kannte sie doch nichts anderes, als die Bevormundungen ihrer Mutter und das Leben als Lehrling. Sie wollte unbedingt eine Veränderung, traute sich allerdings nicht, etwas zu unternehmen.

    Drei Jahre später lernte Kalli jemanden kennen, der ihr Leben verändern sollte. Eine wandernde Heilerin und Kräuterkundige reiste durch Tarif und verweilte dort für einige Tage. Kalli war fasziniert von der selbstbewussten jungen Frau, die genau zu wissen schien, was sie wollte und deren Erzählungen von fremden Ländern und Kulturen so fesselnd waren, dass Kalli nicht genug davon hören konnte. Außerdem beobachtete sie sie die Heilerin immer wieder bei ihrer Arbeit - es war etwas ganz anderes, als das, was sie beim Alchemisten gesehen hatte. Die Fremde liebte, was sie tat, und sie gab ihr Wissen gerne weiter. Ganz im Gegensatz zum Alchemisten, der sich niemals über die Schulter hätte blicken lassen. Als die Heilerin bemerkte, wie interessiert Kalli sie bei ihrer Arbeit musterte lud sie sie dazu ein, ihr zu helfen. Sie gab Anweisungen für kleine Aufgaben, wie zum Beispiel das Kochen von Wasser oder das Reinigen ihres Bestecks. Nebenher erklärte sie Kalli, warum es so wichtig war, alles sauber und ordentlich zu halten. Aber sie sprach auch von Kräutern und deren Wirkung bei Krankheiten oder Verletzungen. Der jungen Schwarzmagierin ging dabei das Herz auf. Genau das wollte sie tun. Menschen helfen, in der Natur sein, mit Pflanzen arbeiten, neue Gegenden kennen lernen. Stattdessen war sie für den Kampf ausgebildet worden. Sollte, wenn es nach ihrer Mutter ging, ihr Leben in Tarif verbringen und gegen die Trockenmähnen kämpfen, bis sie zu alt dafür war oder während eines Scharmützels starb.

    Als die Heilerin die Stadt nach ein paar Tagen wieder verließ, wusste Kalli allerdings, wohin ihr Weg gehen sollte. Nun musste sie nur noch den Mut dazu aufbringen.

    In den nächsten zweieinhalb Jahren widersetzte sich Kalli immer öfter den Anweisungen ihrer Mutter und immer öfter war sie dabei erfolgreich. Gegen die Trockenmähnen kämpfte sie nach wie vor. Jetzt jedoch freiwillig, da sie nun als ausgebildete Schwarzmagierin dafür bezahlt wurde. Was sie verdiente, sparte sie, denn sie brauchte viel Geld. Geld für eine lange Reise, vielleicht sogar ein neues Leben.
    Als ihre Mutter dann anfing, vom Heiraten zu sprechen und nach einem geeigneten Kandidaten für ihre Tochter Ausschau hielt, beschloss Kalli, dass es an der Zeit war, ihre Sachen zu packen.
    Bevor sie Tarif jedoch verließ, kaufte sie sich ein in Leder gebundenes Notizbüchlein, das sie an ihrem Gürtel befestigte. Darin wollte sie alles Wissenswerte festhalten.

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