Was macht für euch gutes Rollenspiel aus?

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    • Was macht für euch gutes Rollenspiel aus?

      Huhu allerseits!

      Ihr kennt es sicherlich:

      Ihr trefft auf einen Rollenspieler, der sich mit folgendem oder ähnlichem Satz vorstellt: "Ich bin sehr erfahren im RP und mache das schon seit x Jahren!"

      "Toll!", denkt ihr dann, "das wird bestimmt ein richtig gutes RP gleich!"

      Und dann stellt ihr fest, dass derjenige eine - sagen wir es mal so - etwas andere Vorstellung von Rollenspiel hat wie ihr.

      Möglicherweise ist euch diese Situation aber auch gänzlich fremd und ihr seid totaler Neuling auf dem Gebiet des Rollenspiels und wisst überhaupt nicht, welche Gepflogenheiten oder unausgesprochene Regeln ihr beachten müsst. Vielleicht fragt ihr euch, was gutes Rollenspiel überhaupt ausmacht und an welchem Leitfaden ihr euch orientieren könnt, um die geheimnisvollen Techniken des Rollenspiels zu erlernen und zu praktizieren.


      Aus diesem Grund frage ich euch, was in euren Augen qualitativ gutes RP ausmacht und welche Erwartungen ihr an ein solches RP stellt. Ist es die Beachtung der deutschen Rechtschreibung? Der Schreibstil? Ob jemand ausschweifend emotet und Beschreibungen integriert oder sich lieber auf das Wesentliche konzentriert? Was ist mit der Geschwindigkeit und Reaktionszeit eures RP-Partners? Und wie viel Einfluss hat das Charakterkonzept eurer Meinung nach? Wie seht ihr das Thema fluff vs. ausgeklügelt konzipierte Story? Und was geht eurer Meinung nach so gar nicht?

      Vielleicht kennt ihr einen tollen Leitfaden im Internet, der Neulingen hierzu Hilfestellung leisten kann. Oder ihr plaudert aus dem Nähkästchen und erzählt kurz und knackig von RP-Erlebnissen, die euch besonders gut im Gedächtnis geblieben sind, weil die Art des Rollenspiels (nicht der story- oder charaktertechnische Inhalt, bitte) bemerkenswert war. Ihr könnt hier auch gerne positives Feedback zu Spielern und Charakteren posten, die eurer Meinung nach besonders gutes RP machen, und die Gründe dafür angeben.

      Ich freue mich schon auf eure Meinungen!

      P.S.:

      Eigentlich sollte ich es nicht erwähnen müssen, ich mache es vorsichtshalber trotzdem:

      Negative Kritik zum Rollenspiel eines bestimmten Spielers/Charakters, auch wenn diese konstruktiv ist, gehört hier nicht hin! Das ist nicht der Ort, um irgendwem (oder über irgendwen) zu sagen, wie doof ihr sein RP findet - macht das bitte persönlich und nicht öffentlich.
      Noot noot!
    • Hallo!

      Ich bin neu hier und finde das Thema recht interessant! Daher gebe ich einfach mal ungeniert meine Meinung kund.

      Es gibt für mich verschiedene Aspekte, die für meinen Begriff den "Qualität"-Stempel einem Spieler, einem Charakter oder einem Rollenspiel geben. Manche sind ausschlaggebender als andere, aber rund herum ist wohl das Gesamtbild für mich entscheidend.

      • Schriftbild & Stimmung
        Mir persönlich ist es wichtig, dass ein Spieler sich in Schrift und Wort ausdrücken kann. Für ein sauberes Schriftbild sind Interpunktion, Rechtschreibung und Grammatik zweifelsohne wichtig. Ein Spieler, der mir ein sauberes Schriftbild liefert, lädt mich per se dazu ein, seine Texte mit Interesse zu lesen. Aber es gehört ein wenig mehr dazu. So finde ich es zum Beispiel auch sehr wichtig, dass man eine Verhältnismäßigkeit im Textfluss herstellen kann. Emotes und Gesagtes sollten ein stimmiges, rundes Bild abgeben. Emotes der Emotes wegen sind für meinen Begriff unnötig. Manchmal passt es einfach, wenn ein Charakter auf eine wichtige Frage hin absolut wortkarg und einsilbig antwortet. Es kann ungleich immersiv sein, wenn dann auch das dazu gehörige Emote total trocken und bewusst kurz ausfällt. Klasse, statt Masse.
      • Tiefe & Werte
        Als Tiefe bezeichne ich das generelle Vermögen eines Spielers, seinen Charakter mehrschichtig und tiefgründig aufzubauen. Ich finde es großartig zu sehen, wenn ich an einem Charakter nicht sofort alles durchblicke und mir Gedanken dazu machen muss, wieso was passiert. Charaktere werden oft zu einem Zeitpunkt X in ihrem Leben erstellt, aber das bedeutet nicht, dass es nicht schon eine Menge davor gab. Je mehr das ausgearbeitet ist, desto einfacher ist es, Charaktertiefe zu vermitteln. Der Charakter hat etwas erlebt und diese Lebenserfahrung ist ihm anzusehen, zumindest aber zu vermuten. Komplexe Charaktere haben Eigenschaften, gute wie schlechte, und gehen damit auch nicht immer gleich gut um. Und der schlechte Umgang mit Eigenschaften gibt dem Ganzen die Würze. Ein selbst geschaffenes Dilemma, mit dem der Charakter sich rumschlägt und das ihm auch solche Elemente wie Hoch- und Tiefphasen geben kann, sind interessant. Meinem Charakter muss es nicht immer gut gehen.
      • Ausrichtung & Konzeption
        Ein schwammiger Oberbegriff, aber mir fällt nichts besseres ein. Worauf ich hinaus will, ist die grundlegende Konzeptionierung. Die heutige Gaming- und Filmwelt baut seit Jahren vermehrt auf starke Helden und Antihelden - aber immer Helden. Besonders der große Hype von Marvel und DC sind hier große Förderer und das lässt sich auch in Spielen absehen. Leider findet sich das dann auch oft im RP wieder. Ich persönlich bevorzuge das genaue Gegenteil. Je einfacher das Konzept ist, desto mehr Raum und Fokus habe ich für komplexe Charakterentwicklung. Es braucht keinen Epos. Wenn mir ein einfacher Bäcker, Fischer oder einfach ein Kerl begegnet, der schlicht und ergreifend nicht kämpfen kann, finde ich das großartig. Ich selbst, spiele gern nicht-kämpfende Charaktere. Weil ich die Herausforderung genieße, ihn durch das Leben schlagen zu müssen und ein wenig eingeschränkt zu sein. Der Helden-Epos erscheint mir stattdessen oft eine Kompensation. Rollenspiel braucht keine Helden. Es geht nicht darum, besser als andere zu sein. Es geht darum, zu schauspielern und an der freien Entwicklung gefallen zu finden. Ich finde, da zeigt sich sehr schnell einen "Verdacht" auf Qualität, wenn ich solch einfachen Konzepten begegne.
      • Konsistenz & Konsequenz
        Rollenspiel braucht Konsistenz und Konsequenz. Charakterentwicklung darf nicht eine zu bewertende Leistung des Spielers sein. Nur weil sich mein Charakter vielleicht schlecht entwickelt oder ihm Dinge widerfahren, die absolut nicht toll sind, ist das kein schlechtes Zeugnis über mich als Spieler. Ganz im Gegenteil. Ebenso spielt der Faktor Zeit eine Rolle. Es mag kein absolutes Merkmal sein, aber Charaktere die lange bestehen, Mains sind oder zumindest sehr aktiv bespielt werden, ziehen mich bei weitem mehr an, als Twinks oder "Strohfeuer-Effekte". Einfach, weil ich erwarten kann, hinter ersterem mehr zu erwarten. Mehr Investition, mehr Zeit. Konsequenz ist nicht minder wichtig. Wie bereits gesagt, können auch schlechte Entwicklungen dem Play gut tun und ich pers. sehe davon ab, Ziele für meinen Charakter zu setzen, die in irgendeiner Form konnotiert sind. Er soll sich aus dem Geschehen entwickeln, ohne OOC-Pläne und ich nehme an, was kommt - ganz gleich, ob schön oder unschön.
      • Detailliebe & Immersion
        Was mir persönlich ebenfalls ein starker Indikator für Qualität ist, zeigt sich in der Detailliebe eines Spielers. Emotes schreiben ist sicher eine Kunst für sich. Sowohl was Quanität, als auch Qualität angeht. Aber mich beeindrucken - und interessieren folglich dann auch - Spieler, die einen sanften Grad an immersiver Detailliebe einbringen können. Wir bespielen eine Fantasy-Welt, mit ganz eigenen Regeln, Strukturen und Ereignissen. Es ist eine andere Welt, als die unsere. Die besten RPs hatte ich mit Spielern, die sich auf das Immersive verstehen. Welten in meinem Kopf schaffen, nur weil sie in der Lage sind, das ganze so wundervoll zu beschreiben, dass es Gestalt annimmt. Aber das betrifft nicht nur Umgebungen, sondern durchaus der Charakter selbst. Details, wie bei einem adligen den Siegelring zu umschreiben, finde ich einfach großartig. Nicht unbedingt, weil immer eine tatsächlich brauchbare Information dahinter steckt. Da liegt ein weiterer entscheidender Punkt: Information. Meta-RP (also Vermittlung von Informationen in Emotes, die nicht aufgrund der Sinnesorgane meines Gegenübers zu ermitteln wären) verdirbt mir vieles. Ein Spieler aber, der mich ständig mit wundervollen, Detail verliebten Emotes füttert und mir die Entscheidung, die Schwierigkeit überlässt, das wichtige vom unwichtigen zu trennen, macht mir ungeheuren Hunger darauf, mehr zu erfahren. Rollenspiel lebt nicht von der Fähigkeit, tolle Charaktere zu schaffen. Sondern von der Interaktion untereinander, dieser Charaktere.


      Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu lang geworden :D Ich betone - ganz wichtig - anbei ebenfalls, dass ich hier noch keine einzige Seele kenne. Ich habe mit noch absolut niemanden hier RP gemacht, generell in BDO. Ich finde mich erst ein. Diese Meinung ist also so frei von Bezügen und Kritiken an konkrete Personen, wie sie nur sein kann. Das ist einfach nur ein Resümee aus den vergangenen Jahren und - nicht minder wichtig - meine Meinung. Es gibt reichlich Punkte in dieser Liste, die andere anders sehen und auch anders handhaben wollen. Das ist vollkommen in Ordnung!

      Liebe Grüße :)
    • Ich unterstreiche alles was mein Vorposter geschrieben hat.Ich persönlich mag es doch recht ausfallend zu werden.Es strengt nur genug an es mitzumachen, was schade ist denn so sieht man ziemlich schnell das das gegenüber uninteressiert zu sein scheint. Man würdigt die Mühe nicht des Spielers und das ist manchmal recht deprimierend.

      Ich differenziere aber gern zwischen privatem und offenem...ist halt abhängig von dem was ich RPe. Auch ist es unrelevant wer hinter dem Desktop sitzt solange man unterscheiden kann ob IC oder OOC ist es mir recht ich komm mit allem klar...

      Ich sage gern auch Elite und Trash,das hört sich ziemlich oberflächlich an doch es ist meine persönliche Meinung im RP.

      Und ja cutte auch mitten drin auch wenn dann der Flow flöten geht und berede es im OOC was noch passierte ,WENN mein gegenüber das möchte... auch das bedeutet einem Spieler einiges denn es besagt das man doch etwas geschafft hat...nämlich einen zu packen und mitzureißen!

      Dafür stehe ich mit meinen Namen,Trip Hamster. 8|
    • Ich mag es am allermeisten, wenn ein Rollenspiel ausgewogenene "Spiel und Redeanteile" hat.

      Wenn alle Punkte, die @Sevenblues treffend beschrieben hat - und ich ihnen auch uneingeschränkt zustimme - zutreffen und es doch so ist, das ich 90 % des Rede- und Spielanteils habe und mein Gegenüber nur 10 %, und ich das Gefühl habe, ich müsse meinem Mitspieler oder meinen Mitspielern alles, aber auch alles aus der Nase ziehen und die irrsinnigsten Gesprächsschleifen drehen oder Handlungsstränge einfließen lassen, einfach damit das Gespräch am Leben bleibt und man sich nicht irgendwann anschweigt ... dann ist das für mich nur anstrengend.
      Ich lebe im Rollenspiel davon, Impulse zu geben und auch welche zurück zu bekommen. Ich mag kein Alleinunterhalter sein und genau so wie ich der Handlung gerne eine Richtung gebe oder bestimmte Ideen einfließen lasse, mag und fordere ich gleiches von meinem Gegenüber. Und das ohne vorher groß und breit OOC einen Plot absprechen zu müssen; es sei denn es ist wirklich ein Großprojekt ;)


    • Den Punkten von @Sevenblues ist kaum noch was hinzuzufügen, außer für mich, dass die Balance zwischen Textlänge, Fehlerfreiheit und Zeit passen sollte.

      Zwischendurch muss mal ein Emote oder etwas Gesagtes über mehr als nur eine Chatlänge gehen, aber es sollte - außer in Ausnahmesituationen (z.B. Beschreibung der Umgebung, tiefergehende Situation, Vortrag, etc.) - nicht die Regel sein. Und es ist schön einen fehlerfreien Text zu bekommen, aber wenn ich dafür dann ein Eck länger warten muss, nehme ich lieber ein paar Flüchtigkeitsfehler in Kauf (das ist auch bei mir kein Freifahrtschein für fehlende Groß-/Kleinschreibung oder Faulheit1 sondern so etwas wie Buchstabendreher oder andere kleine Vertipper stören einfach nicht).

      Für mich lebt RP ein wenig anhand der Impulsivität und Spontanität. Wenn an (je)der Antwort lange herumgekaut wird, geht genau das für mich verloren und auch Charaktere verlieren an Glaubwürdigkeit, denn in der Realität hat man auch eher selten Möglichkeit, länger an Antworten herumzudenken. Auch hier ist es klar, dass es Ausnahmen gibt und zwischendurch muss man eben ein wenig überlegen, denn man spielt einen Charakter und ist nicht der Charakter.

      Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler ist für mich die Freude am Spiel. Manchmal merkt man einfach, dass der Gegenüber gerade viel Freude hat und wenn man sie selbst auch hat, dann ist das meiner Meinung nach das Qualitätsmerkmal schlechthin, denn Sinn an der Sache ist es ja, gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen.


      1.) bei Leuten, die nicht in der Muttersprache schreiben oder sich einfach wahnsinnig schwer mit korrekter Rechtschreibung tun, sich aber dennoch bemühen, habe ich auf jeden Fall Nachsicht. Da darf es auch länger dauern und da "ärgere" ich mich auch nicht über mehr Fehler.

      lg Kinman
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    • Die Randbedingungen

      Ohne die werd' ich gar nicht erst heiß ...

      Ein ordentliches Schriftbild
      Das ist wie der erste Eindruck. Gibt sich jemand keine Mühe, merke ich das sehr schnell. Unbeabsichtigt oder nicht, signalisiert mir das einen Mangel an Geduld, Liebe zum Detail und auch Respekt anderen gegenüber. Das tötet meine Lust mit demjenigen zu RPn sehr schnell ab. Ich habe aber nichts gegen kleine Fehler. Mache ich auch oft genug.

      Konzentration auf das RP
      Tut jemand Dinge nebenher, welche Konzentration benötigen - Zeitung lesen, einen Film gucken, ein anderes Spiel spielen, etc. - empfinde ich das als Desinteresse dieser Person an dem Spiel mit mir. Das führt auf Dauer bei mir dazu, dass ich mein RP mit demjenigen dann auch umso knapper halte, bis es letztendlich vollkommen zum Erliegen kommt.

      Zum RP selbst

      Das Wichtigste dazu läuft für mich mehr auf einer Meta-Ebene ab, anstatt dass ich es an expliziten Details festmache. Sprachliche Stile unterscheiden sich. Da fällt es mir schwer zu sagen, das ist perse gut oder das perse schlecht. Geschmackssache. Man merkt selbst wenn etwas stimmig ist.

      Respekt und Zugeständnisse
      Rein gar nichts funktioniert wenn kein Mindestmaß an Respekt zwischen den Spielern herrscht. Kommt am Ende nur MIst bei raus - gibt es von mir Brief und Siegel drauf. Zum Respekt gehört vor allen Dingen dem Gegenüber etwas zuzugestehen. Ich will eine bestimmte Rolle spielen, diese Rolle beinhaltet gewisse Dinge, zB. finanzielle Möglichkeiten oder die Fähigkeit Magie anzuwenden. Was ich mir herausnehme, darf sich auch jeder andere herausnehmen - hauptsächlich also erst einmal 'eine Rolle spielen'. Wenn ich nicht akzeptieren/respektieren kann, was der andere bespielen möchte, warum sollte der andere dann akzeptieren/respektieren was ich bespielen möchte? Dieser Respekt muss sich im RP widerspiegeln. Das spiegelt sich zB. in den Reaktionen und Formulierungen der einzelnen Charaktere/Spieler wider. Man sieht sehr wohl, wann bspw. ein Emote sehr bissig verfasst wurde und eigentlich auf den Spieler hinter dem Char abzielte.

      Ein guter RPler, für mich, ... wird nie oder nur sehr selten irgendeine Situation aus dem RP zwanghaft ins OOC ziehen und das dort ausdiskutieren wollen. Ein guter RPler, für mich, kann mit jeder Situation im RP einfach umgehen und sich ggf. bei Nichtgefallen elegant aus dieser herausspielen. Als Ultima Ratio wird ein guter RPler, aus meiner Sicht, lieber das Ignorieren wählen, als sich in endlose Debatten über Begebenheiten und Charaktere zu verstricken, aus denen weder sein Gegenüber noch er jemals wirklich glücklich herauskommen kann.

      Und ... ein guter RPler wird, aus meiner Sicht, selbst dann die Tür nie ganz zuwerfen ... Spieler können sich ändern. Man kann das im Blick behalten.

      Würdevolle Darstellung des Charakters und Achtung der Umstände
      Ich sehe zu oft, wie Spieler einen besonders coolen/bösen/edgy/XYZ Charakter spielen möchten und das sofort unglaublich raushängen lassen.

      - "Sonst ergeht es dir wie dem Letzten der das zu mir sagte. Der baumelt jetzt tot an einem Ast." ... "Arrrrr!"
      - *verengt die Augen und fummelt an der Klinge herum, so dass ihre Mordlust richtig gut zur Geltung kommt*
      - "Natürlich, ich würde diese Personen alle sofort töten, wenn sie mir so gegenübertreten würden." *nippt an seinem Wein*

      Alles solche "aufdringlichen" Sachen, die sofort mal klarstellen sollen, dass der Char der übelste Schlitzer oder was auch immer ist. Dabei vergessen die meisten Leute, dass die wirklich üblen Schlitzer nur lange frei herumlaufen und schlitzen können, wenn sie nicht alles gleich herausposaunen - am liebsten gleich in der nächstbesten Bar oder gar auf offener Straße und gegenüber Wildfremden. Gibt auch andere Beispiele, die sogar ohne initiale Worte gleich Kopfschütteln bei mir verursachen. Sehr beliebt: Das Herumsitzen auf Mauern oder Dächern. Als gäbe es weder Anwohner noch Wachen, die etwas dagegen hätten oder tun könnten. So was signalisiert halt sofort: "Mein Char ist super special und niemand kann ihm etwas anhaben!" ... ... ... "Arrrrr!"

      Nichts gegen böse, kalte, sadistische Charaktere und was es da noch für Spielarten gibt, aber bitte piano. Nicht so krachbumm. Die erfolg- und einflussreichsten Bösewichte sind jene, die möglichst lange unterhalb des Radars fliegen.

      Aus der Gegenrichtung gibt es das Phänomen aber auch. Halbe Armee Ordnungskräfte emoten und befehligen, wo es auch eine Person getan hätte. Einfluss in den höchsten Kreisen sofort mal jedem vor die Füße kotzen, etc. pp. Viel zu Schrill.

      Das macht mir nur Spaß zu sehen, wenn derjenige absichtlich einen Dummbatz oder Aufschneider spielt und er seinem Char dann aber auch gleich ein paar Konsequenzen mit aufbürstet.

      Kohärenz und der Blick auf den Spaß der Anderen
      Wenn die o.g. Punkte erfüllt sind, ist es mir grundsätzlich erst einmal egal welche Rolle ein Spieler spielen möchte. Selbst eine sehr mächtige oder verquere Rolle würde ich demjenigen zugestehen. Wichtig ist dabei, dass die Rolle authentisch wirkt, indem sie sich möglichst nicht selbst wiederspricht, also in sich schlüssig ist, und keine Deus Ex Machina Methoden verwendet, um den Kopf aus der Schlinge zu bekommen. Wenn das Bösewicht-Super-Genie einen Fehler gemacht hat, dann muss der Spieler sich sagen können: "Scheiß drauf, go with the flow!" Dann fällt der Char eben auch mal auf die Nase. Das bedeutet ja nicht zwangsläufig das Ende, sondern kann durchaus zu interessanten Begebenheiten oder Verbesserungen führen.

      Ganz wichtig auch; wenn man schon etwas Mächtiges spielt, dann muss man sich auch immer der Verantwortung bewusst sein, die man damit hat. Ein guter RPler wird den mächtigen Char hauptsächlich deswegen spielen, weil er auch den Spaß anderer bereichern möchte. Das heißt aber auch, dass er seinen mächtigen Char auch mal zurückstecken oder zurücktreten lassen können muss, um anderen das Feld zu überlassen und ihnen ihre 'glorreichen' Momente zu gönnen. Da sind wir wieder beim Zugestehen. Der mächtige Char ist für einen guten RPler hauptsächlich ein Aufhänger für einen Handlungsrahmen, der auch für andere da ist, den andere mitgestalten und beleben können. Und auch ein mächtiger Char hat die eine oder ander Schwäche oder kann sich einen Knüppel auf den Hinterkopf einfangen, wenn er mal nicht hinsieht ...

      Wird natürlich alles nichts, wenn auf irgendeiner Seite wieder das Vertrauen bzw. der Respekt fehlt (s.o.).

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Balalaika ()

    • Sehr gute Punkte, die hier angeführt wurden. Kann man eigentlich alle unterschreiben. Zu dem Thema Schriftbild und Rechtschreibung sollte man jedoch beachten, das es nicht nur Fremdsprachler gibt, sondern auch Leute mit Lese- und Schreibschwäche. Generell gilt da für mich auch erstmal die Unschuldsvermutung, und wie im echten Leben: Man sollte einen Menschen nicht anhand seines Äußeren beurteilen.

      Konsequenz ist ein weiterer Punkt, den man gar nicht stark genug unterstreichen kann. Ich würde meinen Charakter unmöglich verbiegen, wenn ich, nur um das Aktuelle Favorite of the Month RP Ziel zu bedienen, betreten würde. Ich habe nur die Zeit einen Charakter vernünftig im RP zu spielen (was auch angesprochen wurde). Aber ich breche den Charakter nicht - sitze dann halt alleine rum, bis die Twink Phase mal wieder vorbei ist. Wie heißt es bei Barlow/Blizzard: Konsequenz heißt auch Holzwege zu ende zu gehen! *lächelt*
      Ein schwieriger Drahtseilakt ist es dann, wenn man feststellt, das der Gegenüber krass andere Vorstellungen von Rollenspiel/Charakteren oder ähnlichem hat. Meta RP gehört zum Beispiel dazu, oder irgendwelche uber RP Skills wie Telepathie, Gedankenlesen oder ähnliches. Das schreckt eher ab. *denkt sich seinen Teil darüber das er/sie/es denkt, das man einen seltsamen Gang hat!* .. watt? :D

      Was ich ganz dick unterschreiben möchte:

      Balalaika schrieb:

      Respekt und Zugeständnisse
      Rein gar nichts funktioniert wenn kein Mindestmaß an Respekt zwischen den Spielern herrscht. Kommt am Ende nur MIst bei raus - gibt es von mir Brief und Siegel drauf. Zum Respekt gehört vor allen Dingen dem Gegenüber etwas zuzugestehen. Ich will eine bestimmte Rolle spielen, diese Rolle beinhaltet gewisse Dinge, zB. finanzielle Möglichkeiten oder die Fähigkeit Magie anzuwenden. Was ich mir herausnehme, darf sich auch jeder andere herausnehmen - hauptsächlich also erst einmal 'eine Rolle spielen'. Wenn ich nicht akzeptieren/respektieren kann, was der andere bespielen möchte, warum sollte der andere dann akzeptieren/respektieren was ich bespielen möchte? Dieser Respekt muss sich im RP widerspiegeln. Das spiegelt sich zB. in den Reaktionen und Formulierungen der einzelnen Charaktere/Spieler wider. Man sieht sehr wohl, wann bspw. ein Emote sehr bissig verfasst wurde und eigentlich auf den Spieler hinter dem Char abzielte.

      Ein guter RPler, für mich, ... wird nie oder nur sehr selten irgendeine Situation aus dem RP zwanghaft ins OOC ziehen und das dort ausdiskutieren wollen. Ein guter RPler, für mich, kann mit jeder Situation im RP einfach umgehen und sich ggf. bei Nichtgefallen elegant aus dieser herausspielen. Als Ultima Ratio wird ein guter RPler, aus meiner Sicht, lieber das Ignorieren wählen, als sich in endlose Debatten über Begebenheiten und Charaktere zu verstricken, aus denen weder sein Gegenüber noch er jemals wirklich glücklich herauskommen kann.

      Und ... ein guter RPler wird, aus meiner Sicht, selbst dann die Tür nie ganz zuwerfen ... Spieler können sich ändern. Man kann das im Blick behalten.
      Ein extrem wichtiger Punkt!

      Was Immersion und Emotes angeht ist weniger oft mehr. Rollenspiel sollte ein stetiger Fluss sein. Wenn ich 10 Minuten darauf warten muss, bis jemand irgendwas beiläufiges schön ausführlich in 20 Abschnitten emotet hat, stell ich mir schon mal die Frage ob er/sie jetzt mit mir oder mit sich selber spielt.

      So.. der Feierabend lockt!

      Liebe Grüße
    • Balalaika schrieb:

      Dieser Respekt muss sich im RP widerspiegeln. Das spiegelt sich zB. in den Reaktionen und Formulierungen der einzelnen Charaktere/Spieler wider. Man sieht sehr wohl, wann bspw. ein Emote sehr bissig verfasst wurde und eigentlich auf den Spieler hinter dem Char abzielte.

      Nicht zwangsläufig.

      Es gibt sicherlich Spieler, die aus irgendeinem Grund ihre OOC-Abneigungen IC einfließen lassen und auf indirektem Wege gegen einen Spieler sticheln, was natürlich nicht in Ordnung geht und wovon jeder anständige Spieler Abstand nehmen sollte.

      Es gibt aber auch den ein oder anderen Spieler (ich nenne ihn A), der grundsätzlich empfindlich darauf reagiert, wenn seine eigenen Figuren von anderen Figuren schlecht behandelt wird, obwohl der Spieler dahinter (ich nenne ihn B) seinen Charakter IC in der jeweiligen Konstellation und Situation bloß konsequent ausspielt und es überhaupt nicht persönlich meint.

      Wenn man also einen Charakter hat, der eher streitlustig, konfrontativ oder provokant ausgerichtet ist, ist es immer hilfreich, dem gegenüberliegenden Spieler OOC deutlich zu machen, dass es nicht persönlich gemeint ist bzw. man IC und OOC trennen sollte.

      Natürlich ist ein gesundes Maß gefordert, damit das RP in so einem Fall trotzdem Spaß macht - keiner möchte sich stundenlang IC bepöbeln lassen, bloß weil jemand "konsequent spielt". Es sollte schon einen nachvollziehbaren Grund geben, verhältnismäßig und so ausgespielt sein, dass es dem RP einen Mehrwert bietet und es interessanter gestaltet.

      Seinen Charakter aber aus "OOC-Nettigkeit" permanent zu verbiegen, aus Angst, missverstanden zu werden, sollte man jedenfalls nicht. Das macht den Charakter inkonsequent und unglaubwürdig.

      Mir ist es selbst jedenfalls schon mal passiert, dass ich die Figur eines anderen Spielers sehr geliebt und den Spieler dahinter sehr geschätzt habe, aber meinen Charakter in der bespielten Situation gemein und beleidigend spielen "musste" - was mir OOC sehr leid tat, IC aber die logische und nachvollziehbare Reaktion war.
      Noot noot!
    • Ich glaube, du hast das falsch verstanden, denn das was du beschreibst, ist eine IC Reaktion auf einen IC Umstand. Ich denke jedoch, dass damit z.B. gemeint ist, wenn es z.B. zu einem Missverständnis kommt, dann darauf herumzureiten. Oder wenn ein Spieler langsam reagiert ein "X wartet schon eine ganze Weile auf Y - schon wieder" oder eben vermischt mit den Meta-Emotes. "X findet, dass das Gesicht von Y total beschissen ist", etc.

      lg Kinman
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    • Doch, zwangsläufig.

      Das ist etwas wo jeder RPler selber in der Pflicht steht. Fühlt man sich durch einen Charakter persönlich angegriffen, der einfach nur böse oder gemein verkörpert wird, dann macht man etwas falsch. Durch die Art und Weise WIE etwas formuliert wird, sieht man sehr genau ob hier nur eine Rolle gezeichnet wurde oder getarnte OOC Gehässigkeiten vermittelt werden sollten.

      So etwas hier zB:

      Danifae schrieb:

      *denkt sich seinen Teil darüber das er/sie/es denkt, das man einen seltsamen Gang hat!* .. watt? :D

      Bei solchen Emotes ist mir sofort klar, dass es sich nicht um RP handelt, sondern um eine (negative) Meinungsvermittlung eines Spielers an einen anderen - mittels des Charakters. Der Versuch einer (schlecht gemachten) Obfuskation, bei welcher sich der Verfasser, im Zweifelsfall, immer auf den Standpunkt zurückziehen kann, das wäre ja nur RP gewesen. Von dieser Deckung aus wird dann weiter bequem mit Steinchen oder gleich ganzen Klamotten geworfen. Solche Sachen sind von vornherein, auf der Metaebene, auf Konfrontation und Krawall gebürstet und lassen unmittelbar mangelnden Respekt erkennen. "Dein Char ist Scheiße, das musste einfach mal raus!", "Der Gang deines Chars ist gar nicht so toll, wie du ihn darstellst. Nicht in meiner Welt!", "Du schreibst Mist. Komm mal runter!", "Deine Emotes nerven mich." u.Ä. - solche Dinge werden dadurch transportiert.

      Ich bin mir sicher, dass es Leute gibt, die solchen Emotes schützend zur Seite springen möchten. Da es hier aber um die Frage geht was "für euch" (in diesem Falle mich) gutes RP ausmacht, sei gesagt: Solche Sachen sind für mich nicht nur schlechtes RP, sondern sogar gar kein RP. So etwas disqualifiziert für mich sehr schnell, selbst wenn derjenige meint es anders gemeint zu haben ... Worte können wie Waffen sein. Das sollte sich jeder bewusst machen, der ein literarisches Hobby verfolgt.

      Edit:
      Was Kinman sagte.