Gabrazzinis Literatur - Von der Liebe Sommer

    • 19. Akt: Von der Liebe Sommer

      Neu erwacht, ein Leben wie es geschehen nie zuvor.
      Ich fühle wie deine Hand mich voller Freude streicht.
      Du hältst mich fest, ich halte dich, Verlorenheit, die weicht.
      Deine Stimme wispert sacht dein Lächeln an mein Ohr.

      Vergessen all die Tage in denen ich niemals geglaubt,
      dass du mir so nahe bist, im Tanze vor aller Augen.
      Ich höre ein Lied von Harfensaiten, es steigen weiße Tauben.
      Welch hoheitlicher Glanz hat all das Regengrau geraubt.

      Der Garten, die Stadt, die ganze Welt sich nur noch um dich dreht.
      Es fallen alle Sterne herab vom weiten Himmelszelt,
      tanzen mit uns und um dich, wie nur für heut' bestellt.
      Ich sehe nicht ein mal das Ende, wie weit die Liebe für dich geht.

      So nah wie heute war ich dir noch nie. Noch nie so frei.
      Alle Narben, alle nichtig. Jeder Schmerz von jeher getilgt.
      Jeder Alptraum zerfällt zu Staub. Jedes Pech verspielt.
      Auch wenn wir auseinander gehen, dieser Tanz ist nie vorbei.

      Fühlst du auch wie der Boden unter uns in Stücke bricht?
      Wir schweben wie die weißen Tauben gänzlich schwerelos.
      So rein und zart, kein Missempfinden, kein Gedanke ehrlos.
      Die verzagte Stimme in mir nun von neuer Hoffnung spricht.

      Ich falle in ein Bett aus Farn, versinke unter hohen Bäumen.
      Ich lebe. Ich begreife, dass die Liebe doch kein Märchen ist.
      Kein Schein, kein Ungeheuer nicht, das mich am Ende einsam frisst.
      Im Schatten blühender Rosenzweige kann ich wieder träumen.

      Selbst jetzt, wo ich nur mit der Feder Tinte auf die Seite reibe,
      reicht die Erinnerung um mir den Blick zu weichen.
      Tränen sind es und kein Regen die mir ans Auge reichen.
      Voller Freude, bittersüß wie Winde, die Mühlenflügel treiben.

      Ich denke an die Zeit zuvor, als ich dich nicht gekannt.
      Das Leben war leicht und harmlos, all die leeren Tage.
      Ich leide seitdem gern erfüllt von einer einzigen Frage.
      Hat sich die Liebe wie bei mir in das einsame Herz gebrannt?

      Verlass mich, einzig Mädchen auf der Welt, wenn ich dir nicht reiche.
      Aber Erinnerung, verlass mich nicht. Ich bitte dich tief ergeben.
      Vielleicht werde ich so eine Nacht wie jene niemals mehr erleben.
      Ein jedes Mal wohl weine ich, wenn ich eine Saite auf der Harfe streiche.

      Vor Glückseligkeit.




      Ausschnitt aus den folgenden Seiten:

      [...] Wie eine Berührung für Minuten doch ein Leben lang vorhält, wie ich sie heute noch spüre, mir die Feder aus den Fingern fällt. Ich glaube dich zu halten, die Wärme in der Hand. Schritte führten dich mit mir in ein Wunderland. Für immer werde ich mich erinnern. Der Anlass irgendwann nur Staub. Doch nicht der Tanz der Tänze, an den ich lang nicht mehr geglaubt. Alles um dich herum verschwamm, getaucht in Freudentränen, die Lobgesänge an die Liebe immerzu erwähnen. Ich höre die Musik noch immer, selbst in gänzlicher Stille. Verrate mir nicht, was es für dich war. Ich weiß die Wahrheit, lüg mich an. Sag mir bitte, dass niemand den Moment noch stehlen kann. Sag mir, es war das aller schönste sanfte Wiegen. Sag mir, es gab nicht schöneres, als in meinem Arm zu liegen. Ich weiß es wird noch viele andere geben, doch nicht für mich nach diesem einen schönsten Tanz im Leben.[...]

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    • 20. Am ersten Sommermorgen

      Ich höre meinen Atem.
      Ich rieche deine Haut.
      Ich spüre den Wind der deinen Duft her trägt.
      Ich weiß nicht wo du bist.
      Ich fasse nach einem Blatt.
      Ich fühle den gezackten Rand.
      Ich steche mich an einem Dorn.
      Ich sehe einen Tropfen sprießen.
      Ich frage mich, ob du mich vermisst.
      Ich betrachte mich im Spiegel.
      Ich erlebe Stolz.
      Ich bin.
      Ich war der Mann an deiner Seite.
      Ich erlebe Erfüllung.
      Ich küsse ein Tuch von dir.
      Ich wünsche mir, es wäre dein Mund.
      Ich kann nicht erahnen, wie es ist.
      Ich bin nur durch dich.
      Ich liebe dich.




      Ausschnitt aus den folgenden Seiten:

      [...]Es gibt so viele Rosen. Ich weiß nicht, weshalb ich jene eine berührte, doch sie stand im Sonnenschein vor mir, als alle anderen noch schliefen. Nicht rot, nicht weiß, nicht gelb, nicht orange, nicht violett. Eine Farbe voll unbeschreiblicher Schönheit. Es ist mir als trüge ich sie zu Grabe und werfe sie, die uns bedeutet in einen Schacht, ausgehoben um mit Gras zu überwachsen. Er empfängt keine Erde mehr, bleibt für immer ein Riss in grünen Sommerwiesen, wo sich der Regen sammelt. Und fällt er hinein, steige ich hinab und bin doch zu groß geworden um zu ertrinken. Ein Blütenblatt schwimmt oben auf, lässt mein Herz tanzen, doch das merke ich nicht. Denn es ist fort, bei dir verblieben, mit dir gegangen obgleich dich nur ein paar Wände von mir trennen. Wände, die ich einzureißen vermag, doch die letzte überwinde ich nicht. Ein jedes Mal, wenn ich aus dieser Tiefe nach oben klettern möchte, braucht es mehr als nur einen Versuch. Ich rutsche ab, falle von Mal zu Mal mit dem Rücken in den kalten Morast, der mein Gesicht einhüllt. Im Liegen wäre es so leicht zu bleiben und zu warten, was geschieht. Doch irgendwo in der Erinnerung halte ich dich im Tanze und dann schrecke ich auf und will wieder atmen. Ich könnte niemals für dich sterben. Ich wollte immer nur für dich leben. In Aschestürmen. In tiefsten Teichen. Auf der anderen Seite dieser Welt. Nur auf jeden Fall im selben Leben, wie auch du. Wärst du nicht mehr, dann bliebe nichts, dann bliebe ich liegen.[...]

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    • 21. Im freien Fall

      Von jungfräulicher Unschuld, das Herz das ich gehalten.
      Und nun hast du einen Namen, geschrieben auf Papier.
      Ausgesperrt all die Vernunft, die Seide liegt in Falten.
      Leere wie sie nie erahnt, ein namenloses Tier.

      Die Mühle knarrend weiter dreht, die mein Herz bewegt.
      Die anderen nur still im Wind, das wilde Wasser rauscht.
      Vergissdeinnicht, wie sollte ich, so lange es noch schlägt?
      Ein Vater der verloren, eine Mutter die nicht lauscht.

      Der Traum von wunden Lippen steckt mir immer noch im Hals.
      Die Uhr läuft getrieben von der Zeiten unerbittlich Last.
      Im Spiegel sehe ich mich einsam, im Schatten allenfalls,
      die Königin hinter der Maske, die du selbst erschaffen hast.

      Dein Lachen klingt in jedem Lied, das ich seitdem gehört.
      Der schönste Tag in aller Leben ist mein größter Schatz.
      Ein Leibgedicht aus meinem Leben, der Fremde nur empört.
      Am tiefsten Punkt sieht keiner meinen einzig wahren Platz.

      Gerade jetzt, da fällt mir wie benommen nur noch ein,
      meine Hand im Mohn meine Variante der Geschichte war.
      Von der Liebe Sommer mag ein Lied nur übrig sein.
      Am ersten Sommermorgen bleibt ein Schatten nur noch da.

      Im freien Fall.





      Auf der folgenden Seite:

      Das Inhaltsverzeichnis aller Gedichte und Texte. Warum?

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    • 22. Die Chrysantheme und der Honigwein

      Es war der Chrysanthemen Duft und nicht jener vom Rosengarten,
      der Honigwein, wenn Blätter fallen dir Süße hat versprochen.
      An Chrysanthemen hat man nie die Blüten süß gerochen.
      Der Honigwein, der dich umgarnt lässt lange auf sich warten.

      Die weißen Blüten trösten mich nicht über dich hinfort.
      Der Wein macht deine Wangen Rot und übertüncht dein Leid.
      Am Ende sind wir nicht beisammen und beide doch zu zweit.
      Ich wäre so gern bei dir und an keinem anderen Ort.

      Die Blätter fallen, berühren mich, ein Schauer rinnt hernieder.
      Die Hand, die meine Finger streicht, ist nur in meinem Haupt.
      Wenn die Nachtigallen singen, werden Träume in mir laut.
      Ich finde dich unter abertausend Stimmen wieder.

      Etwas von mir, das liebst du doch, auch wenn du es nicht weißt.
      So wie ich alles an dir liebe, jede Faser, jedes Haar.
      Schon weil du es nur ahnst bin ich vollkommen ganz und gar.
      Eine Seite fern vorn alledem, was wie ich heißt.

      Um dich tanzen Blüten in göttlichem Begehren fein,
      nehmen deine Hände um dich von mir fort zu ziehen.
      Keine hat mir auch nur ein einzig Mal das Ohr geliehen.
      Wie kann ein Richter Gärtner nicht, doch Rosenkenner sein?

      Ach wenn sie wüssten, dass ich zwar die Chrysanthemen hüte.
      Dass dir der Honigwein nur von den Lippen rinnen mag.
      Dass ich das Wirren still, verstohlen hundert mal beklag'.
      Für mich im ersten Sonnenstrahl steht nur die allerschönste Blüte.




      Auf den folgenden Seiten:

      Gabrazzini erzählt mit einem Male aus dem nichts von einer Frau, die er Annmarie nennt. Viele Seiten einer Biografie, die undramatischer nicht sein könnte. So schlicht, so normal, liebevoll und einfach nett. Man muss sie mögen. Man kann sie einfach gerne haben und so viel mit ihr teilen. Neugier, Offenheit, stets aufmerksam und ohne Kanten. Wie ein Gänseblümchen auf der Wiese, arglos und hübsch. Die Seiten lesen sich wie eine Komposition ohne Höhepunkt, die zwar berührt aber am Ende ratlos zurück lässt. Annmarie ist ein guter Mensch. Eine von wenigen. Aber eben nicht eine unter abertausenden. Arme Annmarie. Sie bemüht sich doch so sehr.

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    • 23. Am Horizont

      Wie ich mich im Segen warmer Sonnenstrahlen wähnte,
      blind vor Liebe, blind vor Licht mich nach dem Frühjahr sehnte.
      Deine Hand an meiner hat sich in mein Empfinden eingebrannt.
      Weich und so vergänglich für das Auge wie der Meere Sand.
      Der Kuss dem Hofe angemessen, von dir ein Atemzug ganz nah.
      Der Duft nach Lilien tief im Waldesfarn, vertraut, so sonderbar.
      Doch wende ich mich ab und hebe einstmals meinen Blick empor,
      tanzen Schleier, schwarz und schwer und ein Grollen drängt sich an mein Ohr.

      Der Regen naht am Horizont, der einst über dem Bette hing,
      dem zum Dank mir jede Stunde wie ein Wintertag verging.
      Doch diesmal ist nach alledem, was wir gemeinsam durchgemacht,
      der Regen gar zum Sturm geworden, der den Tag erlischt zur Nacht.
      Ich öffne meinen Mantel vor der Blitze zuckend Drohgebaren,
      ich lasse alles fallen, was mir Schutz bot in den Lebensjahren.
      Nackt wie ich geboren vor des Ungeheuers wütend Angesicht,
      mit deiner Liebe tief in nichts mehr mir das Rückgrat bricht.

      Und als die ersten Tropfen fallen, bemerke ich wie warm sie sind.
      Kein schwarzes Band am Himmel stiehlt der waren Liebe eigen Kind.



      Auf den folgenden Seiten:

      Gabrazzini verfällt in eine Lethargie, die von Gewohnheit zeugt und doch so klingt, als sei er am Höhepunkt des Lebens angekommen. Als wäre die Liebe für diese Frau das höchste Ziel gewesen, das er überhaupt erreichen konnte. Aufgewogen gegen all die Bücher, gegen Weltreisen, gegen das Erobern fremder Königreiche, gegen ein Leben in Reichtum und im Überfluss. Am Ende bleibt die Krone seiner ganzen Zeit auf dieser Welt das Gefühl sie ins Herz geschlossen zu haben und er dankt Elion und dem Schicksal, das aus dessen Willen wächst dafür, zur gleichen Zeit am selben Ort gelebt haben zu dürfen. Das alleine sei es wert gewesen, es den Sinn des Lebens nennen zu dürfen. Und er erlaubt es doch nicht, betet wider manchem Wunsch in einsamen Nächten, dass Elion ihn zu sich hole. Denn er hätte noch eine wichtige Aufgabe auf dieser Welt.

      [...]Wenn all die anderen gegangen sind, magst du auch alt und grau sein, dich verlassen und alleine fühlen, wenn wir beide neun von zehn Lebensabschnitten hinter uns haben und der Winter naht, dann bin ich da. Dann reicht ein Wort und ich bin bei dir. Du wirst nie im Leben alleine sein, so lange du mich lässt. Dann halte ich dich fest. Und Jahrzehnte der Einsamkeit sind ohne Bedeutung. Denn eigentlich war ich nie alleine, so lange ich den ersten Tag gedacht, an dem ich dich sah und nicht wusste, wie du heißt.

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    • 24. Es kommt der Tag

      Es kommt der Tag, an dem die Glocke läutet zum Gebet.
      Ein Sonnentag im Herbst, der Sommer ging so spät.
      Entschieden habe ich, denn es obliegt der Muse nicht.
      Von meinen Lippen monoton die Verse nur noch Pflicht.

      Es kommt der Tag, an dem mich alle Augen sehen.
      Ein Lächeln schenken, doch ich allein werde ohne Freude gehen.
      Schritte zum Altar, bei Geigen an der Schleppe lang.
      Kein Chor singt so heilig wie einst deine Stimme klang.

      Es kommt ein mal der Tag, da nimmt jemand mich zum Mann.
      Wird vielleicht kümmern sich, vielleicht gänzlich in meinem Bann.
      Ich sage danke, lächle fein und streiche sacht das Haar.
      Werde teilen all die Habe mein, zerteile meine Feder gar.

      Es kommt ein mal der Tag, da ist die Lüge mir gewohnt,
      werde in raren Stunden vergessen wer in der Seele thront.
      Ich werde sagen, ich bin dein und du gehörst nur mir.
      In Wahrheit, meine Schönheit, aber gehöre ich nur dir.

      Es kommt ein mal der Tag, da tanze ich mit ihr auf Marmorgrund.
      Zu deiner Vermählung, meine Liebe, und nie tu ich dir kund,
      dass ich gerne der Mann an deiner Seite wäre gewesen.
      Du wirst es nur in meinem fahlen Augenlichte lesen.

      Es kommt ein mal der Tag, da kniet sie weinend an dem Grabe,
      das ich vor gebrochenem Herzen für die Welt getauscht mir habe.
      Sie liebt mich, er dich, doch ich liebe auf ewiglich,
      nur eine Frau. Nur einen Menschen. Nur einen Stern. Nur dich.

      Es kommt ein mal der Tag, da hältst du diesen Brief in Händen,
      ich hoffe doch er kann dir dann ein wenig Trost noch spenden.
      Und auch wenn du all das verstehst, wenn ich schon längst nicht mehr,
      dann wisse, dass ich dich geliebt, wie nichts sonst so sehr.




      Ausschnitt aus den folgenden Seiten:

      [...] Da ereilt mich endlich die Erkenntnis, dass ich doch drei Dinge nicht besiege. Die Liebe. Das Leben. Den Tod. Bin ich mächtig oder machtlos? Bin ich der Antwort auf die Frage nach dem Sinn, wirklich näher, weil ich verloren bin? Alles hing doch am Ende davon ab, dass ich mich an einem Frühlingsmorgen, zu dir umgewendet habe. Der eine Augenblick beseelt von allem was mich seither trieb. Glück, Kummer, Freude, Schmerz. Ein Jahr, ein Leben bis zum Winter. Nichts war mir so sehr fremd, doch lieb. So vieles hatte ich falsch gemacht. Doch unser Dasein lebt nun mal von ständiger Entscheidung. Hättest du mich zurück geliebt, wir wären für immer nicht alleine. Er vielleicht mit ihr zusammen, wer weiß das schon. Und du die meine. Ich der deine. Würde man mir aber bieten zu lenken meinen Schicksalspfad. Fragen ob ich jenen Morgen unserer Liebe ändern mag. Mir erlauben dass ich mich einst nicht hätte zu dir umgedreht. Ich würde dies sofort verneinen. Stell dir nur vor ich hätte dich niemals gesehen, was wäre mir erspart geblieben? Vor allem hätte ich jedoch vielleicht niemals gewusst, wie es ist wahrlich zu lieben. Jeder Stich hat sich gelohnt. Lieber mit dir ohne dich, denn niemals du. Ich danke dir, wie ich sonst niemandem danken kann. Wie es kein Wort vermag. Doch könnte ich mir eines wünschen, wäre ich noch immerzu dein Mann. Wir tanzten ohne die Musik. Denn jene braucht es nicht, wenn man sich wirklich sieht.[...]

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    • 25. Mein Herz

      Mein Herz, es schmilzt in meiner Brust.
      Ach hättest du es je, ohne dieses Wort gewusst,
      dass ich dich so sehr begehrt, wie niemand vorher dich je verehrt?

      Ich fasse zwischen Rippen in den kalten Wasserlilienteich,
      berühre kahle Wände in dem einst geschmückten Saale reich,
      in dessen toten Winkeln weht, der Wind aus dem dies Herz besteht.

      Es weht zu dir, höre ihn heulend noch in die Ferne streifen.
      Dort, wo die Leere blüht und tausend spitze Dornen reifen,
      da liegt die Saat für neues Leben, doch willst du mir kein Wasser geben.

      Lass all dies in deiner Seele nicht wie vorgeworfen Leid dir klingen.
      Du bist der Grund weshalb in meiner Nacht die Nachtigallen singen,
      mit lieblich Zwitschern mich stets wecken, die Schnäbel zueinander recken.

      Zu lieben lehrte mich nicht nur am hellen Tag zu leiden.
      Zu lieben lehrte mich auf warmen Honigseen zu treiben,
      die so bitter schmecken im Vergleich, zu deinen Lippen, süß und weich.

      Dann sehe ich dich hin und wieder zwischen Häusern wandeln.
      Dann spüre ich, dass meine Sinne wie am ersten Tage handeln,
      als ich deinen Namen noch nicht kannte, Sehnsucht sich in jungfräuliche Tagesträume brannte.

      Du fragst dich vielleicht, wo habe ich die Wahrheit nur verloren?
      Ich verspreche dir, irgendwo ist alles hier aus ihrem Leib geboren,
      denn dies sind meine letzten Zeilen, wie sollte ich den Lebensrest mit Lügen nur verweilen?

      Sammle Krumen, wische Staub mit Fingern von jedem Tage deiner.
      Finde Spuren, finde Schritte in grünem Gras der Stiefel meiner,
      die dich begleitet all die Zeit, durch Liebe, Freude, Hass und Leid.

      In meiner Liebe Sommer.
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