Artikel mit dem Tag „Fazzini“

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  • Der alte Graf Damiano Fazzini thront wieder stoisch und mit kühl arrogantem Ausdruck über den Stufen zum ersten Stock des Hauses, in dem er all die Jahrzehnte mit harter Hand regierte. Nur auf Leinwand gepinselt und doch ohne etwas von seiner dezent militanten und auf jeden Fall einprägsam beeindruckenden Aura verloren zu haben. Kunden schätzten ihn zu Lebzeiten für seine geradlinige Herangehensweise an die Geschäfte und die Liebe zu den eigenen Produkten der Gießerei. Die Kanonen allen voran. Etwas, das sein Sohn nie richtig mit ihm teilen konnte, denn Gabriel empfand außer Lärm und der Erschütterung bis ins Mark nichts, wenn die Lunte das Schwarzpulver in der Kammer erreicht hat, außer den Schrecken als Kind und das Unwohlsein um den Zweck des Ganzen bis heute. Das Bildnis seines Vater, schräg über ihm, der nebst dem Maler am Fuße der Stufen steht bringt ihm jedoch eine noch unangenehmere Gänsehaut bei, als jedes Artilleriegeschütz, das je in einen Schiffsrumpf oder
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  • Silber glänzt wie Gold im Schein der Kerzenleuchter. Ein Grundsatz, der Tür und Tor öffnet, fährt es dem Erbgrafen in den Sinn. Der Weg zum Gemach, in dem sein Vater liegt wird mit jedem Tage länger und heute hat er dem Bediensteten das Tablett mit der Medizin aus der Hand genommen um sie dem alten Herren selbst zu verabreichen. Der dunkle Tintenfleck aus Vaters Feder, der die Schlieren und Schatten auf Gabriels Seele nachtblau färbte, ist der Schild für die Stimme, die sich gerade ein mal mehr wünscht, er wäre an diesem Abend nicht mehr in der Lage die Medizin zu schlucken. Heute hat diese Gestalt hinter dem Flecken Nacht, die böse flüstert einen wärmenden Ton der Hoffnung im Laut, es hätte sogar einen Sinn. Gabriel öffnet die Tür behutsam. Nur ein leises Knarren begleitet die Drehung im Scharnier und endet mit der Erkenntnis, dass der Graf aufrecht gegen das Kopfende des Bettes gelehnt aus dem Fenster sieht und die Lichter der Stadt vor fallenden Flocken beobachtet.
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