Artikel mit dem Tag „Lavellan Carvain“

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  • "I'm scared of what's inside my head, what's inside my soul.
    I feel like I'm running but getting nowhere . . ."

    Die Wolken hingen tief am Himmel, und die Straßen des Adelsviertels schmachteten in der ersten, warmen Lagune des Frühlingsdunstes. Unter dunklen, feuchten Wimpern
    beobachtete Lavellan schweigend, wie eine Gruppe junger Frauen, bewacht von der militärischen Aufmerksamkeit einer Gouvernante, die Straße, die an das Anwesen der
    Familie Carvain grenzte, überquerte. Ihre Münder bewegten sich lautlos im angeregten Gespräch. Lavellan schloss die Augen und ließ sich zurück in das warme Wasser der
    bis zum Rand angefüllten Wanne sinken, während glitzernde Wasserperlen die Linie ihrer Schultern und am kantig konturierten Schlüsselbein hinab flossen, lehnte Rücken
    und Schulterblätter an. Sie verharrte kurz in dieser Position, atmete dann tief ein und ließ sich am Porzellanrand der Wanne vollständig hinab ins Badewasser gleiten. Einem
    zarten Wirbel aus tintenschwarzen Schemen
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  • "Wie viele Leben leben wir?
    Wie viele Tode sterben wir?
    Es heißt, wir alle verlieren 21 Gramm genau
    in dem Moment, in dem wir sterben.
    Jeder von uns.

    Wie viel sind 21 Gramm?
    Wie viel geht verloren?

    21 Gramm.
    Das Gewicht von fünf Kupfermünzen.
    Das Gewicht eines Kolibris.
    Wie viel wiegt Leben?"

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    "Und in den heiligen Schriften steht geschrieben, dass Mord, Lüge, Diebstahl und alle Arten sündigen Verhaltens der Ausdruck der sündigen Natur
    des Menschen sind, und nicht die Natur des Gottes selbst. Elion ist unbestritten heilig und gerecht.

    Denn Elion hat nicht die Welt erschaffen, sie mit Menschen und Lebewesen bevölkert, um sie dann ihrem Schicksal und sich selbst zu überlassen.
    Elion hat einen Plan und eine Absicht für die Menschen, die er über die Jahrtausende hinweg umsetzt. Jede Entscheidung einer jeden Person über
    die Geschichte hinweg
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  • "Wer ist wirklich frei? Derjenige, der keine Angst hat, etwas zu verlieren... oder derjenige, der tatsächlich nichts zu verlieren hat?"
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    Sie erinnerte sich stets, zu welchen Gelegenheiten sie die zweifelhafte Ehre ereilte, Damaris in die Kerker Calpheons begleiten zu dürfen.
    Die letzten Wintertage rieselten in eisigen, feinen Regentropfen über die goldene Stadt dahin, auf der ein aschfarbener Himmel lastete und
    zartes, dunstiges Sonnenlicht auf die hell gepflasterten Straßen filterte. Die Stadt reckte und streckte sich und legte nur schwerfällig ihr
    blasses Nachtgewand ab. Lavellan hielt sich eng an Damaris' Seite, als sie gemeinsam in die Dunkelheit der Kerker eintauchten, hinein in
    die schreiende Stille von Tod und Verzweiflung, die Lavellan noch immer und in all der Zeit weder mit Worten noch Gedanken zum Verstummen
    zu bringen gelernt hatte. Es war kalt und
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  • Zufrieden verließ ich das Büro der Erzpriesterin Lavellan Carvain. Nach den Ereignissen letzter Wochen befürchtete ich fast, auch hier muss ich eindringlich werden. Dann wiederum erwartete ich eine gewisse Scharfsinnigkeit der Geistlichen.
    Meine Beine trugen mich durch die feinen und sauberen Straßen des Adelsviertels, Licht wurde durch den Mond gespendet, welcher hell durch die klare und eiskalte Nacht schien. Ab und zu kamen mir Wachleute entgegen, welche mich mit Skepsis musterten aber ansonsten in Ruhe ließen. Bei der jetzigen Lage überrascht es nicht, dass sie vorsichtig sind. Mein Weg führte mich an dem Springbrunnen nahe der Brücke zum Osttor vorbei, hin zu den Gärten neben den Auktionshaus. Die Gärten, gepflegt und gezähmt, war eigentlich nichts weiter als ein Quadrat mit Hecken in hohen Töpfen aus Stein. Auch wenn dieser Garten nicht so hoch gelegen war wie der neben dem Kalis-Rat, so konnte ich dennoch viele Teile der Stadt überblicken. Nur das Kapellenviertel verblieb… [Weiterlesen]
  • Die Sonne stand bereits hoch, als die beiden Kinder über den hellgrünen, gepflegten Rasen liefen, weit hinaus,
    weit hinein in die Verwinkelungen und Verflechtungen des üppig gepflegten Gartens, der das Anwesen der
    Familie umgab. Die Liebe zur Natur, zur gezähmten Natur, spiegelte sich in den großen Rosenbüschen, den
    bunten Stauden und gestutzten Hecken wieder. Weit im Süden, in einem Bereich, der vom Haus aus nicht
    besonders gut einsehbar war, stand ein alter Kirschbaum, dessen Tage schon gezählt waren. Bald würde man
    ihn fällen müssen, da er bereits jetzt seine Äste zu weit über die Mauern des Gartens streckte und im Spät-
    sommer Kirschen auf der Straße verlor, die von Pferdekutschen zerquetscht wurden und rot aufplatzten.

    "Mama hat heute Abend wieder Gäste, es wird grauenhaft. All die Onkel und die Tanten kommen her."
    Calvaras seufzte und kam zuerst am Kirschbaum an und tastete mit seiner Hand nach der kühlen Rinde
    Es war erst Juni, Anfang des Sommers, aber schon jetzt sehr warm.… [Weiterlesen]
  • "Denn das Leben aller Menschen ist Elion anvertraut, und jeder Mensch ist sein Besitz allein.
    Kein Mensch hat das Recht, sein eigenes Leben zu nehmen und so dem Herrn vorzugreifen.
    Gleichzeitig allerdings weicht ein Gläubiger dem Tod nicht mit aller Macht aus -
    so wird er schließlich danach zu Elion selbst gelangen und hat nichts zu fürchten.

    Wer sein Leben wahrhaft Elion gewidmet und nach seinen Prinzipien gelebt hat,
    der darf sich auf ein besseres Leben nach dem Tode freuen."


    Konzentriert hob Lavellan den Federkiel vom Pergament, betrachtete die in dunkler Tinte verewigte Zeilen und streckte den Arm aus,
    tauchte den Kiel erneut in das Fässchen, dass ihre Angestellten im Büro stets und ohne Aufforderung frisch und befüllt hielten. Die
    Tinte gab direkt nach, als der Kiel in ihr versank und sich einen Wimpernschlag danach wieder anhob. Sorgfältig setzte sie den
    Kiel wieder an und begann langsam und präzise die nächsten Worte zu verfassen, Buchstabe für Buchstabe, vorsichtig, es… [Weiterlesen]