Fama crescit eundo - 284

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  • Die Gerüche von Fäulnis, Fäkalien und Verrottetem mischten sich mit der Feuchtigkeit in der Luft zu einer bestialische Masse, die sich wie Schleim über die Haut legte und jegliches Frische zu ersticken wusste. Ein tiefer Dunst legte sich über den feuchten, matschigen Boden. Das Bildnis eines Hexenkessel wurde in der Nähe von Glisch geboren. Eines miefigen Kessel.
    Es war ein Ding der Unmöglichkeit sich über die schlammige Erde zu bewegen ohne dabei von unten bis oben mit dem geruchsintensiven Boden beschmutzt zu werden. Demnach waren die Hosen und ledernen Mäntel der Männer von Sprinkler verziert und durch die Erde dunkelbraun verfärbt. Von den Stiefel wagte man gar nicht zu sprechen, schmatzen sie ein jedes Mal, wenn auch nur die kleinste Bewegung erdacht wurde. Sein Übriges tat der dabei vorherrschende Sumpf, aus dem Dämpfe Aufstiegen, die so erschreckend rochen, dass ein Feuer sie wohl entzündet hätte. An einem Baum, indes, blickten kaltherzige und ausdruckslose Augen in die Umgebung hinein. Der Soldat rümpfte die mit Schmutz betonte Nase und rieb diese anschließend mit dem Handrücken, da ein langsam hervor kriechendes Kitzeln den letzten Nerv raubte. Die Kapuze der ledernen Kutte war tief in das Gesicht gezogen und Schatten trennten das Gesicht ab dem Nasenrücken in zwei Hälften. Im Mund wurde Spucke gesammelt und zusammen mit dem Dreck, der seinen Weg über die trockenen Lippen immer wieder in die Mundhöhle fand, ungeniert auf den Boden gerotzt. Der gelbliche Fleck fand einen kurzen Moment die Aufmerksamkeit seines Erzeugers vor und wurde dann von einem Stiefel in die Tiefen des Erdreichs getrieben.

    Explizite Gewaltdarstellung
    Der Soldat stieß sich vom Baum ab und fuhr mit den Händen unter die Kapuze. Die roten Haare, die er dabei freilegte, hatten sich zu unter dem Schlamm und der Feuchtigkeit zu einer
    klebrigen Masse verformt, die eng am Kopf nach hinten gelegt worden war. Spritzer von schlammiger Erde zierten das Antlitz der Toten und müden Augen. Xineko blickte den Sumpf
    entlang nach rechts und machte eine dunkelrote Blutspur aus, die von den zwei Leichnamen ausging, die gerade von ebenfalls zwei Gestalten - ähnlich gekleidet wie er - hinfort getragen
    wurden. Als die leblosen Körper empor gehievt wurden, klappten die Köpfe aufgrund der tiefen Schnittwunde, die gar bis zur knöcherigen Wirbelsäule reichten, in einem unnatürlichen Winkel
    nach hinten weg. Der Geruch der aus der Kehle dabei nach oben drang bewegte die zwei Gestalten dazu ihre Last eilig in den Sumpf zu werfen und so der Verwesung zu überlassen.
    Blubbernd versanken die geschändeten Körper - deren Leiber durch ihren metallischen Brustpanzer erschwert waren - in der Bedeutungslosigkeit.

    Das Rothaar wendete sich von seinen Waffenbrüdern ab und folgte mit langsamen Schritten dem Wimmern und Murren, welches sich zu seiner Linken ausbreitete. In Ruhe betrachtete er
    einen jungen Mann, der - mit den Füßen zuerst - an ein Seil geschnürt vom Baum hinab hing. Gerade einmal dreiundzwanzig Sommer alt schätze das Rothaar den Gefangenen ein. Die
    braunen Haare klebten ebenfalls aufgrund der Feuchtigkeit im Gesicht des Hängenden. Einen Brustschutz trug er nicht, dieser lag neben ihm auf dem Boden. Es war viel zu schwer gewesen
    ihn mit solch einer zusätzlichen Belastung aufzuhängen ganz zu Schweigen von dem Seil, welches unter seinem Gehampel gerissen wäre. Jetzt wehrte er sich nicht mehr. Die letzte
    Stunde war offenkundig zu anstrengend gewesen und bisweilen - da war sich Xineko sicher - stieg im das Blut in den Kopf und seine Kraft verließ ihn. Ein Knebel im Mund verhinderte
    zudem das Schreien, allerdings nicht den Speichel, welcher in Fäden an den Winkeln heraus tropfte. Das Rothaar trat näher heran und jeder Schritt ließ das Wimmern neue Töne erklimmen
    bis er schließlich vor dem Gefesselten stand und diesen den Knebel entfernte. Augenblicklich ertönte der erleichterte Atemzug und füllte die traktierten Lungen mit frischer Luft. Das
    Husten, welches folgte, zeichnete ein Bild über den Zustand des Gefangenen. Der Körper bewegte sich und das Seil wurde in leichte Schwingung versetzt. Xineko hielt den Körper und
    stoppte die Bewegung.

    "Aus mir bekommt ihr nichts heraus, ihr calpheonischer Sohn einer dreckigen Hure! Mögen eure Eingeweide Futter für die Vögel sein, die euch auf den Kopf scheißen!", fluchte der furiose
    Gefangenen angestachelt von Pein und Solidarität. Im Angesicht voller Verzweiflung und Hilflosigkeit nutze er seine einzige Waffe, sein vorlautes Mundwerk. Das Rothaar atmete tief ein
    und ließ die Flüche und Beleidigungen über sich ergehen. Das Beschwören von Schlechter Ernte, missgebildetem Nachwuchs, abfallenden Genitalien und einem grausamen Tod ging
    dabei regelmäßig mit den verschiedensten Variationen von Fäkalien einher. Als bald fanden die geistigen Ergüsse ein Ende und ein tiefes Luftholen läutete die Beendigung der
    wutschnaubenden Tiraden ein.
    "Fertig?", hakte der Soldat nach ohne dabei den Raum zu lassen erneut verschiedenste Exkremente heraufzubeschwören. Erneut setzte er an.
    "Da wir uns beide nun bekannt sind, möchte ich euch sagen, dass ich weiß, dass man aus euch keine Informationen bekommt. Wir könnten es, wie zuvor, mit dem Abtrennen eurer Finger versuchen, eure Haut verbrennen oder auf eine andere Art den Leib verstümmeln. Allerdings führt dies zu keinem Ergebnis", erklärte sich das Rothaar.
    Der Gefangene schwieg, dafür durchbohrten die Blicke den Soldaten. Könnten Augen töten, so würde das Rothaar sicherlich nun leblos zusammen fallen. An Willen fehlte es jedenfalls nicht.
    "Ich möchte von euch, dass ihr eine Nachricht überbringt denn ihr habt nun gesehen was wir tun können und was wir bereit sind zu tun", führte das Rothaar weiter aus. Es war kein Applaus für
    das Gräuel zu erwarten aber der hängende Mann knurrte und presste durch die knirschenden Zähne ein "Was!?" heraus.

    Xineko trat näher heran, er beugte sich herüber und atmete dabei dem Gefangenen leicht ins Ohr. Der Mann versuchte den Kopf aus Abscheu wegzubewegen und so viel Distanz aufzubauen, wie
    nur möglich war. Die Bewegung verstummte und wich einem abgehakten Röcheln als die metallische Klinge eines Dolchs durch die Kehle fuhr. Wie durch Butter drang der metallische Gegenstand durch die Haut, der feine Schnitt war sauber und bohrte sich augenblicklich in den Hals hinein. Viel Kraft war vergleichsweise nicht notwendig, um den Hals zu öffnen und damit das Leben aus dem Körper zu hauchen. Das Blut strömte in einem Schwall heraus und die aufgesogene Luft des Gefesselten entwich über das Loch, welches nun im Körper klaffte. Binnen von Augenblicken erlosch auch das Röcheln und als Xineko einen Schritt nach hinten in den blutigen Schlamm trat sah er die letzten Regungen des Sterbenden. Die Augen verdrehten sich und es war sehr einfach den Moment zu bestimmen, als der letzte Atemzug geatmet wurde und das letzte Leben aus dem Gefangenen entwich. Von hinten traten die zwei Waffenbrüder heran.
    "Wie viele noch, Rojára?", kam es hinter der Schulter hervor.
    "Noch zwei Weitere", entgegnete das Rothaar.
    "Aaron übernimmt die nächste Truppe", sprach der rechte Soldat zum Rothaar und blickte dabei auf seinen übrigen Waffenbruder. Aaron nickte und zog seinen Dolch aus dem Halfter.

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