[Kapitel 1]

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    Hallo du, der das hier liest. Ich freue mich darüber, dass du hier gelandet bist aber bevor hier was passiert, muss ich etwas loswerden.
    Diese Geschichte hier soll eine Art Fundament für meinen Charakter und dessen Hintergrund bilden. Vielleicht werden hier vorwiegend Erlebnisse aus dem abendlichen Rollenspiel verewigt, vielleicht aber auch vermehrt nur die Gedanken meines Charakters. Vielleicht soll sie auch nur dein Interesse wecken und dir einen Anreiz bieten, mich einfach mal anzuspielen... In erster Linie soll sie aber meine Mitspieler unterhalten und dir die Chance bieten, auch etwas von den Momenten zu haben, an denen du nicht dabei sein konntest.

    Gerade aber weil du nicht dabei warst, möchte ich dich auch auf diesem Wege darum bitten, nichts von dem, was du hier lesen wirst, ins Gedächtnis deines Charakters zu übertragen oder mich ingame damit zu konfrontieren.

    Ich freue mich auf eine tolle Zeit! Lass gern Feedback da
    Luna



    K
    apitel 1


    Vor einigen Tagen. Kühle Luft, blauer Himmel und die unbarmherzig stechende Sonne. Wo man auch hinsieht, besteht der Horizont aus Meer, Himmel, Meer und mehr davon. Es ist nahezu windstill und ein großes Schiff treibt gemütlich übers Wasser. Das Holz knarzt bei jeder noch so kleinen Welle und die Besatzung genießt die Ruhe. Nur unter Deck tümmeln sich ein paar Ratten und mittendrin wälzt sich eine junge Frau im Traum hin und her"
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    "Dac. Hey Dac! Beruhig dich. Du träumst schon wieder!"
    Die angenehm vertraute Stimme des Matrosen bringt mich wieder in die Gegenwart zurück. Schon wieder dieser eine Traum... Benommen blinzle ich und werde mir meiner Umgebung bewusst. Mir entfährt ein wohliger Seufzer, als der junge Mann mir seine kühle Hand auf die Stirn legt.
    "Ich mache mir langsam ernste Sorgen um dich. Du bist wie ausgewechselt. Erst zierst du dich, an Deck mit anzupacken, dann verweigerst du dein Essen, ziehst dich tagsüber zurück und Nachts hälst du uns mit deinen Träumen wach."
    Er sieht mich tatsächlich besorgt an. Ich weiche seinem Blick aus.
    "Wie lang kennen wir uns? Glaubst du nicht, es ist an der Zeit, dass du dich mir anvertraust?"
    Ich beiße mir auf die Unterlippe. Ich weiß, dass er nicht locker lassen wird. Mein Blick wandert in sein Gesicht, während seine Hand von meiner Stirn zu meiner Wange rutscht. Mein Herz beginnt zu klopfen und alles in mir lechzt danach, mich seiner Berührung hinzugeben, mich einfach fallen zu lassen... aber statt meinem eigenen Verlangen nachzukommen, schlage ich seine Hand weg und springe auf die Beine.
    "Weißt du eigentlich, dass du tierisch nerven kannst? Wie oft muss ich dir noch sagen, dass es einfach nur das faulige Wasser ist, dass wir seit Wochen trinken?"
    Er kommentiert meine völlig überzogene Reaktion lediglich mit einem schiefen Lächeln. Mein Herz setzt einen Schlag aus.
    "Dreißig Leute, Dacarna. Dreißig Leute auf einem Schiff und keiner hat Albträume, keiner versteckt sich hinter Fässern und benimmt sich, als wäre er plötzlich in den Adelsstand erhoben worden. Ich weiß nicht, was mich mehr daran stört. Dass du so bist oder dass du ernsthaft glaubst, es würde niemand bemerken also komm!"
    Er klopft neben sich auf den Boden und ich sehe ihm an, dass seine Geduld am Ende ist. Ich atme tief durch doch bevor ich den nächsten Gedanken fassen kann, erklingt eine andere Stimme im Raum. Nicht minder vertraut als die Seine aber nicht annähernd so willkommen.
    "Was nun? Willst du ihm die Wahrheit sagen?"
    Ein glockenhelles, gehässiges Lachen ertönt und veröhnt mich. Vor meinem inneren Auge blitzt das süffisante Grinsen einer jungen Frau auf und schlagartig zieht sich in mir alles zusammen. Längst verdrängte Erinnerungen wühlen sich durch meine Eingeweide und mein Herz beginnt zu rasen. Mir wird schlecht und ich beuge mich über das nahstehende Wasserfass doch als ich mit den Händen einen Schwall Wasser aufnehmen will, bemerke ich die Reflexion im Wasser und starre Fassungslos in ein Gesicht, welches nicht mein eigenes ist.
    "Du hast mich vermisst, oder? Sag mir, dass du mich vermisst hast!"
    Meine Hand hebt sich unwillkürlich an und tastet zitternd nach meinem Gesicht, als die andere Stimme wieder ertönt.
    "Tut mir leid. Du hast derart unruhig geschlafen, dass sie dir abgefallen ist. Ich habe sie eingesteckt, damit die Ratten sie nicht klauen... Aber hey, du solltest sie öfter weglassen. Siehst gut aus!"
    Mit einem Zwinkern wirft er mir meine Augenklappe zu. Reflexartig fange ich sie auf und starre ihn fassungslos an. Meine Hände ballen sich zu Fäusten und ich schaue zurück zu meinem Spiegelbild
    "Er ist niedlich, er ist groß und mmmmhhh! Er riecht so gut! Wusstest du, dass er dich jede nacht beobachtet?"
    "Du lässt ihn in Ruhe!"
    Meine geballte Faust fährt herab und saust in das Gesicht im Wasserfass
    "Heyhey, was ist denn los?"
    Er springt auf, schließt seine Arme um mich und drückt mich mit Leichtigkeit an die feuchte Schiffswand. Er blickt zu mir herab während er mich eng an sich drückt. Ich blicke zu ihm auf, während ich gleichsam versuche, mich aus seiner Umarmung zu winden aber als sein Blick den meinen auffängt, wird mir schwindelig...

    Ich habe ihn noch nie mit beiden Augen gesehen. War er immer so... so? Ich will etwas sagen. Meine Lippen öffnen sich aber die andere Stimme erklingt wieder. Dieses mal ist ihr Tonfall triumphierend.
    "Ab hier übernehme ich. Ruh dich brav aus!"

    ...und um mich herum wird alles schwarz.

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