[Prolog] Ich bin und werde niemals sein

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    Hallo du, der das hier liest. Ich freue mich darüber, dass du hier gelandet bist aber bevor hier was passiert, muss ich etwas loswerden.
    Diese Geschichte hier soll eine Art Fundament für meinen Charakter und dessen Hintergrund bilden. Vielleicht werden hier vorwiegend Erlebnisse aus dem abendlichen Rollenspiel verewigt, vielleicht aber auch vermehrt nur die Gedanken meines Charakters. Vielleicht soll sie auch nur dein Interesse wecken und dir einen Anreiz bieten, mich einfach mal anzuspielen... In erster Linie soll sie aber meine Mitspieler unterhalten und dir die Chance bieten, auch etwas von den Momenten zu haben, an denen du nicht dabei sein konntest.

    Gerade aber weil du nicht dabei warst, möchte ich dich auch auf diesem Wege darum bitten, nichts von dem, was du hier lesen wirst, ins Gedächtnis deines Charakters zu übertragen oder mich ingame damit zu konfrontieren.

    Ich freue mich auf eine tolle Zeit! Lass gern Feedback da
    Luna

    PROLOG

    Vor etwa 15 Jahren. Ein heute längst abgebranntes Landhandelskontor. Irgendwo bei Calpheon kurz nach Mitternacht. Vorbeiziehende sahen Licht im Obergeschoss und hörten die Stimme eines aufgebrachten Mannes.
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    "Du bist nicht wie sie und wirst es auch niemals sein!"
    Seine Worte waren scharf. Wie ein Peitschenschlag trafen sie mir mitten ins Herz und hinterließen dort eine schwelende Wunde. Schlimmer jedoch war der Schmerz der Erkenntnis, dass er Recht hatte. Ich konnte ihr nicht das Wasser reichen und werde es niemals können. Egal, wie sehr ich mich bemühen würde.
    "Das hier ist verrückt. Du bist verrückt und deine ganze, verdammte Familie ebenfalls!"
    Wutentbrannt riss er sich das feine Hemd vom Leib, sodass die goldenen Manschettenknöpfe durch die Luft flogen und warf es mir vor die Füße. In seinem Blick lag rasende Wut. Rasende Wut und endlose Bitterkeit.
    "Ich sollte dich umbringen. Ich sollte euch alle einfach umbringen und das alles vergessen!"
    Er schenkte mir einen letzten, verachtungsvollen Blick. Dann warf er sich seinen Gehrock über und verließ mit einem Türknallen den Raum. Die sanfte Druckwelle der Tür ließ mich erstarren und meinen Atem stocken. Ich starrte in die Leere und versuchte zu begreifen, was gerade geschehen ist. Als mein Blick sich endlich von der Tür losreißen und in den Spiegel sehen konnte, zog sich mein Innerstes zusammen. Es fühlte sich an, als verknoteten sich meine Gedärme. Als würden sie sich um mein Herz wickeln und es abschnüren. Als würde etwas in mir reißen und zu bluten beginnen. Mit zitternder Hand strich ich mir über mein hüftlanges Haar. Meine eiskalten Finger fühlten den Stoff des edlen Kleids, in welchem mein Körper steckte.
    "So fremd..."
    Ich sah doch aus wie sie. Ich bewegte mich doch wie sie. Ich lebte wie sie und ich versuchte zu lieben wie sie... Aber ich war nicht sie und ich würde es auch niemals sein...

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