Eintrag 1: Nie geglaubte Worte

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  • "Achte auf den Himmel, mein Sohn. Sobald du auch nur mehrere Krähen siehst, welche dir ungewöhnlich erscheinen, gehe ins Haus und schließe ab." Dies waren Vaters Worte damals. Nie konnte ich wirklich glauben und verstehen, was Augustus damit meinen würde. Nie wollte ich verstehen, dass es sowas gibt. Ich meine...Krähen, welche offenbar unter einem Zauber stehen und von dunkler Magie geleitet werden. Von Hexen, welche isoliert leben. Ob allein oder in einem Zirkel.
    Ich hielt sowas immer für Geschwätz, um mich und meine Schwester davon abzuhalten, uns zu weit vom Familienanwesen zu entfernen...bis heute zumindest, als ich auf einem Patrouillenritt war.
    Wie jede paar Tage ging es auch heute zum Hof Moretti, um nach dem Rechten zu sehen und mich mit einem der Erntehelfer zu unterhalten. Marius heißt er. Ein tapferer Mann, aber auch tollpatschig.
    Er erzählte mir von einem zerlumpten, traumatisierten Burschen, der vor zwei Tagen hier zum Abend hin ankam, der angeblich stotternd was von Hexen und Versuchen sprach, bevor er zusammenbrach.
    Viel mehr interessierte mich, wie der Junge die Linien der Rebellen passieren konnte. Es ging daher für mich weiter nach Süd-Osten in den Wald. Östlich der Stellungen dieser Rebellen. Um den Bolzen zu entgehen, ritt ich einen Umweg.
    Ich hielt schließlich an und lauschte den pfeifenden Winden, was nicht lange anhielt. Mein Ross machte schließlich Anstalten, um nicht weiter in den Wald zu schreiten und so ging es für mich zu Fuß weiter.
    Ich fand einen ungepflegten Friedhof vor, wo Knochen auf dem Pfad kein Einzelfall sei und der Geruch nach verwesten Leichen mich an die Grenze der Beherrschung brachte. Ich entschied mich aber, weiter zu gehen und Ausschau zu halten.
    Ich dachte mir, dass hier irgendwo der Grund für das Verhalten des Burschen gewesen sein könnte. Schließlich hielt ich an einer alten Eiche, wo vier Krähen saßen. Als sie anfingen, mich anzustarren, starrte ich zurück.
    Aber je länger ich sie betrachtete und mich unbeabsichtigt nicht auf das neben mir achtete, sah ich, dass etwas nicht stimmte. Sie waren wie ich still und starrten mich an. Auch der dunkle Nebel um jede Krähe herum war komisch.
    Es erinnerte mich an die warnenden Worte und mir wurde klar, dass sie war sind. Jedenfalls wurde das Pfeifen des Windes lauter und es wurde immer merkwürdiger, je länger ich da stand. Auch, wenn ich keine Hexe sah...ich musste weg.
    Ein taktisch, wohl klügerer Rückzug kam für mich mehr infrage als weiter die Krähen anzustarren und meine Verteidigung zu vernachlässigen. So machte ich Kehrt und eilte so schnell es nur möglich war zu meinem Ross, auf welchem ich mich zurück nach Heidel machte. Dort angekommen, durchsuchte ich meine paar Truhen nach Büchern, die ich von daheim mit hatte. Von allen Büchern fand ich nur ein Buch mit Aufzeichnungen meines Vaters, welches für mich nützlich erschien.
    Ich verstehe noch immer nicht, warum ich den Erzählungen keinen Glauben geschenkt hatte. Nie dachte ich daran, an meiner Meinung bezüglich der Magie und den Möglichkeiten zu zweifeln.
    Es wird länger brauchen, bis ich alles verstehe.

    143 mal gelesen

Kommentare 3

  • Sappho -

    Hat sich angenehm gelesen, gerne mehr

  • Attorius Verus -

    Mein erster überhaupt geschriebene Eintrag bezüglich der Geschichte meines Hauptcharakters. Falls euch Mängel auffallen, so listet diese unter "Kommentare" auf. Danke fürs reinschauen.

    • Maevan -

      Sehr gut geschrieben! Glaubwürdig, vor allem :)