Artikel von „BorgGiXtah“ 29

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  • Zum Verständnis der kommenden Ereignisse, erfolgt eine Ansammlung von Gerüchten, welche um den Mai letzten Jahres begannen.


    Wo: Calpheon

    Was:
    Seit Tagen munkelt man in den Gassen und Straßen Calpheons:
    Bald, bald ist es wieder soweit. Dann steht sie wieder da, am Grab des ungeborenen Kindes. Still und leise wird sie sein, bis ein melodisch, leises Summen ihre Lippen verlassen wird. Selbst der grummelige Friedhofsgärtner war einst zu Tränen gerührt, als er an jenem Tag in der Nähe dieser Frau unbemerkt sein Werk verrichtete.


    Doch wer ist die Unbekannte? Niemand wagte es sich ihr je zu nähern. Sie gar in ihrem Tun zu unterbrechen.

    Die Alten flüstern sie sei einst die Frau eines wohlhabenden Kaufmannes gewesen. Im Bunde mit dem Teufel habe das Weib gesteckt. Mit ihm gebuhlt und herumgehurt. Als Zeugnis entstieg ihren Lenden ein totes Kind. Die Eliontreue Familie des Kaufmannes war darüber entsetzt. Doch ehe die Kirche über die Sünderin richten konnte, war das Weib vom Erdboden
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  • Erste Bilanz

    Calpheon zum Nachmittag

    Der Herbst hält Einzug in Calpheon.
    Wohin man inmitten der gewaltigen Hauptstadt nur blickt, man wird es sehen. Das bunte Blattwerk zahlreicher Bäume. Grün, rot, gelb und schließlich, wenn die Blätter ausgezerrt zu Boden fallen, braun.
    Das einst lebensreiche Geschmück der Bäume wird wie jedes Jahr tot und verrottend auf dem Pflaster der Straßen Calpheons liegen, bis der erste Schnee die Überreste verdecken wird oder die eine oder andere Magd vorher den Reisigbesen schwingt.


    Tiefe Krähenfüße zeichnen sich um die Augenwinkel der Buchführerin ab, als diese mit leicht verengten Augen am Fenster der Geschäftsräume der Calpheonischen Berbaugilde steht und mit verschränkten Armen hinab auf das Treiben der Stadt blickt.
    Die tiefstehende Nachmittagssonne blendet Rawhiti Musou, doch sie wendet sich nicht von dem störenden Licht ab.

    Die Hexe, Buchführerin, Bordellbesitzerin und Mitwirkerin der Schwarzen Zunft befindet sich gegenwärtig wieder in Calpheon
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  • Geschäft ist Geschäft

    In der Tanzenden Möwe zur Mittagsstund

    Es verging ein Jahr mit vielen Ereignissen, vielen Reisen und neuen Entscheidungen. Rawhiti Musou war ihrem Ziel nun ein Stück näher gekommen, vielleicht sogar noch näher als gedacht. Ihre neue finanzielle Einnahmequelle läuft hervorragend. Das Haus der Sinne"Zur Tanzenden Möwe", welches sie als Madame Musou leitet, spült der Hexe nun jeden Abend Silber in die Truhen.

    Der Weg dahin hat Zeit in Anspruch genommen, kostbare Zeit die sie vielmehr in ihre anderweitigen Bemühungen gesteckt hätte.

    Calpheon und die Schwarze Zunft waren ein Teil dieser Verzögerung.
    Wie gut es doch war, dass sich diese unglückliche Geschichte mit den Kopfgeldern, ausgestellt auf irgendwelche Bauernopfer, in wohlgefallen aufgelöst hat. Der Hintergrund der Kopfgelder und die einzelnen Verbindungen der Personen untereinander, sowie zum Hause Ceos erschienen ihr noch immer recht chaotisch.
    Doch sie mühte sich nicht damit ab Sinn und Zweck dieser
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  • FSK 16



    Ein Neubeginn
    Lenzmond 284
    Auf dem Balkon von Xellesa Ceos Räumlichkeiten im Anwesen der Familie Ceos in Calpheon

    Schwer hängen meine zerstörerischen Gedanken über meinem Kopf, wie eben jene düsteren Gewitterwolken welche zur nächtlichen Stund über das Land von Westen her aufziehen. Mein Blick von weit oben in jener schicksalsträchtigen Stadt, die schon oft über Freud und Leid entschied, ist quer über die Dächer Calpheons starr auf einen grell aufflackernden Lichtschein direkt am Demi gerichtet. Zügellose Flammen verrichten dort ihr Werk.
    Ich labe mich an jeder einzelnen hervorquellenden Feuersbrunst, welche aus dem Hause im Armenviertel schlägt und sich lechzend vor Hunger dem Himmel entgegen aufbäumt. Ein Anblick der mir tief im Inneren wahre Freude beschert. Denn was dort hilflos den Flammen zum Opfer fällt, ist nichts anderes als mein Labor.
    Ein Ort meiner erbarmungslosen, blutigen Forschung, den ich nach meiner Ankunft in Calpheon mein eigen nannte. Fernab
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  • Morastiger Tagebucheintrag

    Ihre rechte Hand gleitet über die verbliebenen, erdigen Rückstände, die sich in das Leder des Tagebuches in seiner Zeit im Morast festgesaugt haben. Ihr Blick mit den klaren, grauen Augen ist auf das Buch und sein noch stellenweise verborgenen Inhalt gerichtet. Das Buch welches sie seit dem Vorfall in Glisch bei sich trägt. Doch nun ist viel Zeit vergangen und da sie nach dem kürzlichen Ritual dieser eigenartigen Wüstenfrau Safiyea wieder im Vollbesitz ihrer einstigen Gedanken und Fähigkeiten ist... nun es gab da etwas in ihrer Zeit im Krieg dem sie nachgehen muss.
    Xellesa schlägt ihr Tagebuch auf und sucht zielstrebig nach einer Seite, die hoffentlich nicht der Zeit im Sumpf zum Opfer gefallen ist. Hier und da kann sie Wortfetzen aus ihren Tagen im Krieg erkennen, aber das ist jeweils nicht das Erwünschte. Plötzlich halten die filigranen Finger der Ärztin still. Ihre Augen entziffern das verschwommene, aber doch noch lesbare Datum. Der Text darunter… [Weiterlesen]
  • FSK16


    Ich
    Hornung 284,
    Feste Trina in der Nacht

    Was ist das? Dieser Geruch? Fremd, unangenehm, schäbig...
    Meine Augen blicken in undurchdringbare Finsternis und doch zeichnen sich quälend langsam fadenartige, spärliche Konturen ab. Ein Tisch...Schränke...Betten...wo bin ich?
    Ich spüre etwas Weiches unter mir, doch nur schwerlich kann ich meine Glieder fühlen, gar heben. Es fühlt sich befremdlich an. Als wäre ich da und doch sehr weit weg.
    Meine Aufmerksamkeit wird augenblicklich umgelenkt. Ich höre Geräusche. Ein Säuseln, wie das eines Blasebalgs, das Luft in sich saugt und nur wenig später kraftvoll auspustet. Jemand atmet. Ich richte meine Augen auf einen großen, unförmigen, dunklen Brocken. Vor mir liegt ein Körper, lebendig und warm. Meine Sinne sind gespannt wie die Sehne eines Bogens.
    Ein taubes Kribbeln weitab in den Spitzen meiner Finger deutet mir an, dass ich einen Körper habe. Verrenkt, wie es mir scheint, nachdem sich das Kribbeln nun auch fühlbar kriechend auf den
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  • Gedanken
    25. Eismond 284

    Ich lehne nachdenklich am hölzernen Fensterrahmen und blicke hinaus in die Morgendämmerung. Die Luft in meinem Schlafgemach hängt noch schwer im Raum. Zeuge der vielen vergangenen Stunden, besser gesagt Nächte. Es sind nun einige Tage seit meiner Ankunft im Hause Ceos vergangen. Und es ist viel passiert.

    Nun stehe ich hier, nach Monaten meines Verschwindens und versuche meine Gedanken zu sortieren. Meine Eindrücke und meine „neuen“ Erfahrungen zu ordnen. Der Druck durch die Last in meinem Kopf ist dem Zerbersten nahe. Ich sollte dies niederschreiben… nachher.

    Ich blicke zurück zu den zerwühlten Laken meines Bettes. Khaled ist vor wenigen Minuten aufgebrochen. Er sagte, er habe noch etwas Geschäftliches zu regeln.

    Khaled, mein geschiedener Ehemann, Vater meines Sohnes Erijon und meiner Tochter Leyla.
    Er war aufrichtig zu mir. Sagte mir die ungeschönte Wahrheit über seine, aber auch über meine Sünden. Meine Gedanken kreisen immer noch um seine Worte.

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