Artikel von „BorgGiXtah“ 24

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  • Geschäft ist Geschäft

    In der Tanzenden Möwe zur Mittagsstund

    Es verging ein Jahr mit vielen Ereignissen, vielen Reisen und neuen Entscheidungen. Rawhiti Musou war ihrem Ziel nun ein Stück näher gekommen, vielleicht sogar noch näher als gedacht. Ihre neue finanzielle Einnahmequelle läuft hervorragend. Das Haus der Sinne"Zur Tanzenden Möwe", welches sie als Madame Musou leitet, spült der Hexe nun jeden Abend Silber in die Truhen.

    Der Weg dahin hat Zeit in Anspruch genommen, kostbare Zeit die sie vielmehr in ihre anderweitigen Bemühungen gesteckt hätte.

    Calpheon und die Schwarze Zunft waren ein Teil dieser Verzögerung.
    Wie gut es doch war, dass sich diese unglückliche Geschichte mit den Kopfgeldern, ausgestellt auf irgendwelche Bauernopfer, in wohlgefallen aufgelöst hat. Der Hintergrund der Kopfgelder und die einzelnen Verbindungen der Personen untereinander, sowie zum Hause Ceos erschienen ihr noch immer recht chaotisch.
    Doch sie mühte sich nicht damit ab Sinn und Zweck dieser
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  • FSK 16



    Ein Neubeginn
    Lenzmond 284
    Auf dem Balkon von Xellesa Ceos Räumlichkeiten im Anwesen der Familie Ceos in Calpheon

    Schwer hängen meine zerstörerischen Gedanken über meinem Kopf, wie eben jene düsteren Gewitterwolken welche zur nächtlichen Stund über das Land von Westen her aufziehen. Mein Blick von weit oben in jener schicksalsträchtigen Stadt, die schon oft über Freud und Leid entschied, ist quer über die Dächer Calpheons starr auf einen grell aufflackernden Lichtschein direkt am Demi gerichtet. Zügellose Flammen verrichten dort ihr Werk.
    Ich labe mich an jeder einzelnen hervorquellenden Feuersbrunst, welche aus dem Hause im Armenviertel schlägt und sich lechzend vor Hunger dem Himmel entgegen aufbäumt. Ein Anblick der mir tief im Inneren wahre Freude beschert. Denn was dort hilflos den Flammen zum Opfer fällt, ist nichts anderes als mein Labor.
    Ein Ort meiner erbarmungslosen, blutigen Forschung, den ich nach meiner Ankunft in Calpheon mein eigen nannte. Fernab
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  • Morastiger Tagebucheintrag

    Ihre rechte Hand gleitet über die verbliebenen, erdigen Rückstände, die sich in das Leder des Tagebuches in seiner Zeit im Morast festgesaugt haben. Ihr Blick mit den klaren, grauen Augen ist auf das Buch und sein noch stellenweise verborgenen Inhalt gerichtet. Das Buch welches sie seit dem Vorfall in Glisch bei sich trägt. Doch nun ist viel Zeit vergangen und da sie nach dem kürzlichen Ritual dieser eigenartigen Wüstenfrau Safiyea wieder im Vollbesitz ihrer einstigen Gedanken und Fähigkeiten ist... nun es gab da etwas in ihrer Zeit im Krieg dem sie nachgehen muss.
    Xellesa schlägt ihr Tagebuch auf und sucht zielstrebig nach einer Seite, die hoffentlich nicht der Zeit im Sumpf zum Opfer gefallen ist. Hier und da kann sie Wortfetzen aus ihren Tagen im Krieg erkennen, aber das ist jeweils nicht das Erwünschte. Plötzlich halten die filigranen Finger der Ärztin still. Ihre Augen entziffern das verschwommene, aber doch noch lesbare Datum. Der Text darunter… [Weiterlesen]
  • FSK16


    Ich
    Hornung 284,
    Feste Trina in der Nacht

    Was ist das? Dieser Geruch? Fremd, unangenehm, schäbig...
    Meine Augen blicken in undurchdringbare Finsternis und doch zeichnen sich quälend langsam fadenartige, spärliche Konturen ab. Ein Tisch...Schränke...Betten...wo bin ich?
    Ich spüre etwas Weiches unter mir, doch nur schwerlich kann ich meine Glieder fühlen, gar heben. Es fühlt sich befremdlich an. Als wäre ich da und doch sehr weit weg.
    Meine Aufmerksamkeit wird augenblicklich umgelenkt. Ich höre Geräusche. Ein Säuseln, wie das eines Blasebalgs, das Luft in sich saugt und nur wenig später kraftvoll auspustet. Jemand atmet. Ich richte meine Augen auf einen großen, unförmigen, dunklen Brocken. Vor mir liegt ein Körper, lebendig und warm. Meine Sinne sind gespannt wie die Sehne eines Bogens.
    Ein taubes Kribbeln weitab in den Spitzen meiner Finger deutet mir an, dass ich einen Körper habe. Verrenkt, wie es mir scheint, nachdem sich das Kribbeln nun auch fühlbar kriechend auf den
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  • Gedanken
    25. Eismond 284

    Ich lehne nachdenklich am hölzernen Fensterrahmen und blicke hinaus in die Morgendämmerung. Die Luft in meinem Schlafgemach hängt noch schwer im Raum. Zeuge der vielen vergangenen Stunden, besser gesagt Nächte. Es sind nun einige Tage seit meiner Ankunft im Hause Ceos vergangen. Und es ist viel passiert.

    Nun stehe ich hier, nach Monaten meines Verschwindens und versuche meine Gedanken zu sortieren. Meine Eindrücke und meine „neuen“ Erfahrungen zu ordnen. Der Druck durch die Last in meinem Kopf ist dem Zerbersten nahe. Ich sollte dies niederschreiben… nachher.

    Ich blicke zurück zu den zerwühlten Laken meines Bettes. Khaled ist vor wenigen Minuten aufgebrochen. Er sagte, er habe noch etwas Geschäftliches zu regeln.

    Khaled, mein geschiedener Ehemann, Vater meines Sohnes Erijon und meiner Tochter Leyla.
    Er war aufrichtig zu mir. Sagte mir die ungeschönte Wahrheit über seine, aber auch über meine Sünden. Meine Gedanken kreisen immer noch um seine Worte.

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  • Zurück


    Valencia am Nachmittag,
    Haus Nr. 78, oberhalb des Wassergartens

    Mein Kopf liegt ruhend nach hinten geneigt und ich beobachte die langsam zur Decke aufsteigenden Hitzeschwaden des dampfenden Badewassers.
    Nun bin ich wieder hier. Hauptstadt des Ostens. Feste der Wüste. Oase der Durstigen. Valencia.
    Ich habe die einst so verfluchte Stadt nicht mehr gesehen, seit ich damals mit dem Schiff Richtung Westen aufbrach. Doch dieser Ort hat sich in all der Zeit verändert. Zum Guten oder zum Schlechten? Davon konnte ich mir noch keinen Eindruck verschaffen.
    Ob es noch die alte Lehmhütte von damals gibt?

    Als ich mit der Kutsche der Bergbaugilde hierher kam, mietete ich mir direkt Räumlichkeiten in Valencia an. Weitab der Hauptstraßen, im verzweigten Wirrwarr der Gassen des „Scharlatanviertels“. Wahrsager nennen sie sich...pah, die meisten von ihnen sind Betrüger und die wenigen, die jene Kunst verstehen, meiden mich, als könnten sie hinter diese fleischliche Hülle sehen.

    Ich schließe
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  • Ankunft im Hause Ceos

    Die Kerzen brannten in Xellesas Räumlichkeiten noch bis spät in die Nachtstunden hinein. Konnte man doch annehmen, dass sich die Frau ausgiebig ihre Räume ansah, nachdem sie seit über ein halbes Jahr im Dunklen gelegen haben und sich der Mantel der Zeit in Form des Staubes auf alles niederlegte.

    Der Morgen ist angebrochen und allmählich dringen die Sonnenstrahlen durch die Ritzen des Holzes der verschlossenen Fensterläden. Xellesa liegt schlafend vornüber gebeugt auf ihrem Schreibtisch. Unter ihrer Wange liegt ein beschriebenes Blatt Papier. Sie musste ihre Sinneseindrücke und Erfahrungen niederschreiben. Sich sortieren, Erkenntnisse herausfiltern.

    Langsam erwacht die Frau aus ihrem tiefen Schlaf. Sie fasst sich stöhnend an den Kopf. Die Schlafhaltung sorgte bei ihr über Nacht für unangenehme Kopfschmerzen. Xellesa schaut auf das Papier hinab und streicht für einen Moment über ihre eigenen niedergeschriebenen Worte.



    22. Eismond 284

    Es fühlt sich so
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  • Glisch am nächsten Morgen

    Xellesa Ceos erwacht ruckartig aus ihrem Schlaf. Ihr Herz schlägt stark pochend unter der nackten Brust, welche wie auch ihr gesamter Körper von einem dünnen Schweißfilm benetzt ist. Sie setzt sich auf, orientierend. Die dünne Decke schmiegt sich dabei klebend um ihre Haut. Fahl scheint die Sonne durch die dünnen Nebelschwaden um Glisch herum in das Zimmer und erhellt lediglich die Bereiche um die Fenster, während der Rest des Raumes stellenweise im Schatten liegt.
    Ein ziehender Schmerz lenkt ihre Aufmerksamkeit auf ihren linken Unterarm, welcher mit sauberen Leinen verbunden ist… Nhouria. Sie ist wieder zurück, bei Bewusstsein. Schlafend. Xellesa wird nachher nach ihr sehen.
    Langsam fährt sie sich durch die roten, mittellangen Haare und sucht mit ihren grauen Augen den nebeligen Horizont hinter den Fenstern ab. Aus dem Fenster blickend verweilt sie einen Moment, ehe sie sich aufrichtet und die Decke um ihren nackten Körper schlägt.
    Der Körper der nicht
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  • Glisch, in den frühen Abendstunden

    Xellesa Ceos' Stirn liegt seit geraumer Zeit in Falten. Nachdenklich blicken die grauen, ermatteten Augen der Frau auf die regungslose Nhouria hinab, welche vor ihr auf einem massiven Eschenholztisch in einem mit Kaminfeuer erhellten Raum liegt. Die Verletzung auf Nhourias mit ewiger Tinte verzierten Arm ist nicht bedrohlich, jedoch bereitet ihr diese im Zusammenhang mit der Bewusstlosigkeit und den erschreckend weggedrehten Augen große Sorge. Ihr Körper und Herz scheinen für das Empfinden der Medizinerin noch im rechten Takt zu schlagen. Doch ihre Seele wirkt weit, weit weg. Verloren in irgendwelchen finsteren Tiefen, aus denen sich Xellesa seit wenigen Tagen selbst hervorkämpft. Stetig im Kampf zwischen ihrer beider Leben.

    Als Zedith und als Xellesa Ceos.

    Mit einer gewissen inneren Unruhe verschließt die Frau ihre Augen und atmet schwer aus. Krampfhaft hält sie sich an dem Tisch fest, sodass die Knöchel ihrer Hand weiß unter der Haut
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  • Kontakte

    Zu später Stunde auf einer Straße im Adelsviertel

    Die Buchführerin der calpheonischen Bergbaugilde verließ den Winterball noch vor der großen Preisverleihung. Der Abend hatte letztendlich doch etwas Nutzbares mit sich gebracht. Doch sind ihr nach gewisser Zeit die anwesenden Gäste zu anstrengend geworden und nachdem sich vermehrt Mitglieder der Stadtwache sehen ließen, zog sie es vor sich zurück zu ziehen. Es war ein Wunder, dass dieses Mädchen mit den unterschiedlichen Augenfarben, welches ihr vor mehreren Tagen einst auf der großen Brücke über dem Demi begegnete, keine Notiz von ihr nahm. Oder wurde die Hexe bewusst von diesem jungen Ding ignoriert?
    Jedenfalls gehört sie zum Haus Ceos. Zu der Gräfin. Die Gräfin, die bald Mendred heiraten wird. Welch seltsame Fügung des Schicksals.

    Rawhiti Musou lässt den Blick zum Halbmond wandern, als sie einsam durch die spärlich beleuchteten Gassen des Adelsviertels spaziert. Es war eine kalte Nacht und sie zieht das Fell ihres
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