Artikel von „Sarithas“ 13

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  • Kapitel 4:
    Von Hüten und Rhutum und Frauen


    Die Sonne gab ihr bestes, meinem Gefährten den Tag zu vermiesen indem sie ihn mit tödlich heißen Hitzewellen röstete. Zumal er sich noch immer weigerte einen Hut zu tragen um nicht geblendet zu werden. Immer wieder schnaufte er gereizt und hielt die Hand über die Augen um etwas sehen zu können. Immer wenn er das tat, drehte ich meinen Hut mit der breiten Krempe und grinste schadenfroh. Das verschlechterte seine Laune nur weiter, doch amüsierte es mich umso mehr.

    "Du brauchst einen Hut, mein blasser Elf.", wiederholte ich mich erneut nur um ihn ein wenig zu necken.
    "Ich brauche überhaupt nichts.", zischte er zurück. Selbstverständlich entlockte mir dies ein schwaches Kichern.
    Auf dem Weg nach Calpheon war es relativ ruhig bisher. Stur folgten wir dem Pfad direkt neben dem hier noch sehr flachen Demifluss und somit einen Weg, den viele Händler auch nahmen. Ein paar Händlern sind wir schon begegnet, aber die meisten haben es so eilig, dass
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  • Kapitel 3:
    Warnung




    Regentropfen plätscherten mit all der Gewalt, die sie aufbringen konnten, gegen die Scheibe. Langsam öffnete ich meine müden Augen und gewöhnte sie erst an das düstere Tageslicht von heute. Zuerst erhob ich meinen Oberkörper und inspizierte meine Umgebung: Ein großer, quadratischer Raum im blauen Ton. Eingerichtet wie das klassische Gasthauszimmer: Ein Nachttisch, ein großes Bett, eine Kommode und ein kleiner, runder Tisch mit zwei Stühlen. Mein Gefährte saß auf einem dieser Stühle und starrte aus dem vom Regen verzerrten Fenster hinaus auf die Straßen der Burgstadt. Gemütlich rieb ich mir durch die Augen und schob meine weinroten Haare aus dem Gesicht, dann gähnte ich und streckte mich.
    "Du warst aber nicht die ganze Nacht wach, oder?", fragte ich während ich die Decke beiseite schob um mich aus dem Bett zu quälen.
    "Nein, selbstverständlich nicht. Ohne Schlaf sinkt die Konzentration, und Konzentration ist was ich jetzt brauche."
    "So selbstverständlich ist das… [Weiterlesen]

  • Kapitel 2:
    Wein und Schokolade





    Mit der Karawane kamen wir endlich an den Toren der Burgstadt Heidel an. Ich gab dem guten Karawanier, der uns mitgenommen hat, ein paar Münzen und hüpfte von dem Wagen. Mein Gefährte tat mir gleich und folgte mir hinein in die Stadt. Freundlicherweise nickte einer der Wachmänner uns sogar zu, weshalb ich ihm ein höfliches Lächeln schenkte. Mein Gefährte tat das Gegenteil: Er warf einen bedrohlichen Blick auf die Wache.
    „Wie unnütz. Begegne den anderen mit Höflichkeit und Freundlichkeit und vielleicht wird dir das irgendwann zurückgezahlt.", flüsterte ich tadelnd.
    „Oder du wirst bestraft."
    „Verwechsle Freundlichkeit nicht mit Naivität, mein Lieber."
    Wir verließen den rau gepflasterten Weg und betraten direkt den runden wie vollen Marktplatz mit der großen Statue in der Mitte. Wie auf der großen Marktstraße der Stadt fand man auch hier alles: Ein paar Darsteller, die der hart arbeitenden Bevölkerung die Münze aus der Tasche ziehen wollen, ein
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  • Kapitel 1:
    Mord


    Vorsichtig richtete ich meinen Hut mit der breiten Krempe zurecht und inspizierte den Toten vor mir ein erneutes Mal. Ein junger Kerl, nicht der schönste aber auch nicht der hässlichste, trug die robuste Kleidung eines Karawaniers und sah dementsprechend kräftig aus. Für mich sah es nach Tod durch Raubüberfall aus, denn fehlte jegliches Hab und Gut, sogar seine Schuhe wurden gestohlen. Drei tiefe Schnitte liefen über seine Brust und es sah aus wie das Werk der Klaue einer dieser Mähnen. Allerdings hätten die nie Interesse an den Schuhen des Kerls. Doch das könnte auf vorbeiziehende Reisende zurückzuführen sein.
    „Was sagst du?", fragte mein Gefährte während er sich die Umgebung anschaute.
    Wir befanden uns nahe Tarif. Genauer zwischen Tarif und Heidel in diesem unfreundlich hügeligen Land voller gefährlicher Gestalten und schwüler Hitze.
    „Ich sage, der junge Mann ist tot.", erwiderte ich ernst.
    Mein Gefährte seufzte und drehte den Kopf zu mir. Er war meiner Meinung
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  • Fest war ich der Meinung, dass das Leben stets geschützt und bewahrt werden sollte. Immerhin ist ein jedes Leben einzigartig und unersetzbar.



    Mit leichtem Schritt kam ich auf den dicken Ast des großen Baumes auf und ließ meinen Blick durch die Baumkronen nebenan streifen. Der Winter ist beinahe komplett gewichen und das Grüne kehrt zurück in die Natur. Ein Vorteil, den ich mir zu Nutzen machte während ich mich durch die gefährlicheren Ebenen Calpheons wagte. Wieder einmal schickte der Panther mich nach draußen, raus aus der Stadt, hinein in die Freiheit der ungezügelten Wildnis.
    Doch eilte ich nicht durch die dichteren Wälder des Fürstentums um mir die Beine zu vertreten, sondern hatte ich nach langer Zeit wieder ein Ziel. Aber sollte dies nicht ein gewöhnliches Mordopfer werden, sondern eine echte Herausforderung, denn bevor ich mir den Kopf des eigentlich Zieles hole, soll ich Angst und Schrecken säen.
    "He Igwe, du glaubst doch nicht wirklich, dass das 'ne einzelne Person sein… [Weiterlesen]

  • Lebst du zu lange in einer Welt der Unbeständigkeit, verlierst du dich schnell in der Zeit.



    Die Zeit des Krieges um Macht, Serendia gegen Calpheon, eine Zeit voller Leid und Opfer auf beiden Seiten.
    „Also gut Männer, die Hälfte des Weges zurück nach Heidel haben wir geschafft. Die Vorräte müssen spätestens morgen Mittag ankommen!", brüllt der Anführer des Karawanentrupps zu seinen Soldaten.
    Der Abend bricht an und die Sonne wirft ihren orangenen Schein auf das hügelige Land zwischen Olvia und Heidel. Eine Karawane bestehend aus drei großen Karren, geladen mit Weizen und Fleisch, muss zur Burgstadt gebracht werden, zwanzig Soldaten wurden mit der Eskorte beauftragt.
    Der Anführer ein noch junger Offizier namens Kedrigg.
    „He, hast mal von diesem berühmten Schwertmeister gehört? Anscheinend schickt der seine zwei Töchter auch in den Krieg. Sollen nicht schlecht aussehen. Wünschte, die wären hier."
    „Du sollst nicht reden, du sollst die Zelte aufbauen du Narr!", hetzt der junge… [Weiterlesen]
  • Auf der staubigen, vollen rotbraunen Straße Altinova's war es geschäftig wie eh und je. Trotz der immer schlechter werdenden Stimmung und schwindenden Reichtums der Stadt verirrten sich unzählige Reisende und Händler hier her. Immer wieder wurde mir zugewunken oder zugenickt während ich diese verflucht schwere Kiste durch die Stadt hinüber zum Hafen transportiere. Wie üblich schickte mich der zwergische Schmied, den kaum einer wirklich leiden konnte, dort hinunter um die bestellten Waren da abzuliefern.
    "He Line, sag'm Zwerg doch ma', dass er sene Lief'rung selbst trag'n soll.", rief ein Wachmann, Krus, als ich an ihm vorbeimusste.
    Der Wachmann kam so langsam in die Jahre, was seine ausgeprägten Krähenfüße und weißen Ansätze im Bart und Haar deutlich klar machten. Er arbeitete immer am gleichen Platz schon seit ich vor vielen Jahren nach Altinova kam. Ein eigentlich freundlicher Mann, wenn er nicht gesoffen hat. Dann wurde er hitzköpfig und unter anderem auch sehr lebhaft was
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  • Hoffnung schöpfte ich immer wieder aus erreichbaren Quellen, so sollte sie mir Stärke verleihen.
    Stärke, den richtigen Weg zu finden und bis zum Ende durchzustehen.

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    Der Winter spielte sein übliches, übles Spiel als ich gerade erst Heidel erreichte. Meine Reise hatte sehr viel länger gedauert als vermutet, da ich aufgrund unzähliger Gefahren immer wieder vom Weg abgekommen bin. Meist sollte mir das Glück noch hold sein und mich fand ein Abenteurer, Wanderer, Forscher oder fliegender Händler bevor es üblere Gestalten taten. Es fühlte sich an, als stelle mir jemand eine schreckliche Ausdauerprobe. Eine Prüfung für Geist, Seele und letztendlich auch Körper. Der Körper eines Kindes, welcher mittlerweile abgemagert und knochig litt. Jeder meiner Knochen schmerzte mit jedem weiteren Schritt und eigentlich wollte ich nur noch heulen, mich zusammenrollen und den Winter mich holen lassen. Aber ich durfte nicht aufgeben. Urwa wollte, dass ich lebe und das
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  • Familien betrachtete ich immer mit unendlichem Neid.
    Immer wieder spielte die Frage "Was wäre, wenn ich eine Familie hätte?" eine große Rolle in meinem Leben.
    Meine Familie hatte mir diese Erfahrung nicht gegeben.

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    Meine kurzen Beine trugen mich mit hoher Geschwindigkeit durch die geschäftigen Straßen von Altinova, der rauen, sandfarbenen Stadt die durch den Handel gewisser Steine florierte.
    Das machte die Stadt leider nicht schöner, lediglich voller und reicher. Die Häuser wurden unsortiert, fast willkürlich, auf freiem Grund gebaut, Händler aller Art machten sich mit ihren billigen Ständen auf der Straße, die nur aus rotem Sand bestand, breit. Dazu rundete der Geruch das Ganze ab: Es roch immer nach dem Feuer eines Schmelzofens.
    Ich wollte raus aus der Stadt, und bald hatte ich auch genug Münzen zusammen, um bis nach Calpheon zu reisen.
    Schnell und flink navigierte ich meinen kindlichen Rahmen also durch die Reisenden, Händler,
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  • Damals rannte ich oft vor Angst davon und habe gedacht, sie macht mich schwach und zögerlich. Ich wollte keine Angst mehr fühlen und versuchte, mich gegen dieses Gefühl zu wehren.

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    Der Panther an meiner Seite legte die Hände auf die flache Mauer der Grenze des Kapellenviertels. Die Sonne schien ihre letzten Strahlen in einem goldorangenen Taint über die rote, hässlich reizende Stadt Calpheon. Ihr Blick war klar auf die Wachgruppen fixiert, die seit dem letzten Mord deutlich aufmerksamer durch die Stadt patrouilleren. Schon seit dem ersten Toten gab es mehr Wachgänge, doch das jetzige Aufgebot stellte ein wirkliches Problem dar.
    „Sieh sie dir an, Nachtgänger, sie glauben, sie sind die Katzen und du die Maus.“, verspottete der Panther die drei Männer in der schweren Rüstung, die sich weit unter uns befanden.
    „Solange sie derartig alarmiert sind, werde ich kaum weiter agieren können, ohne dabei mindestens gesehen zu werden.“, erwiderte ich leise.
    Da lachte
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