Artikel von „Sarithas“ 11

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  • Nie zweifle ich daran, dass es in jedem Menschen Gutes gibt. An Abenden wie diesen wurde dieser Glaube auf die Probe gestellt. Sinnlose Gewalt herrschte in einer Taverne Calpheons irgendwo unter der Brücke direkt vor dem Demi. Jeder schlug auf jeden mit einer Wut, die so nicht genutzt werden sollte. Ich navigierte mich durch die wütenden Schläger mit gezielten, tänzerischen Schritten. Mal musste ich fliegenden Flaschen ausweichen, mal gerade verprügelten Taumlern und mal aggressiven Schlägern, die nur noch blind um sich schlugen. Doch das war ein Spiel, welches ich kannte zu spielen. In vielen Schlägen sah ich die Frust der Menschen, das Leid, und manchmal vielleicht unverhohlene Wut, die eigentlich nicht dem Ziel der Faust galten. Immer wieder tat mir jeder der Beteiligten Leid. Mein Aufpasser hingegen empfand in dem Moment kein solches Mitgefühl. Wenn er die Faust schwang, dann gezielt und effizient brutal. Wenn er traf, gab es mindestens einen gebrochenen Knochen, meistens[Weiterlesen]
  • Mein Gesang hallte durch den gefüllten Raum der Taverne voller angetrunken Arbeitern. Der Schankraum war ein einzelner, quadratischer Raum voller kleiner Tische und die dazugehörigen Stühle. Beinahe jeder Platz wurde von einem der Arbeiter einfacher Klasse besetzt. Es gab Schmiede, Schreiner, Wachmänner außer Dienst, Händler verschiedener Arten und noch etliche andere Professionen. Ein paar hörten mir lächelnd zu, oder musterten meinen tanzenden Körper. Ich bewegte mich mit gezielten Schritten zwischen den Tischen umher und baute hier und da Körperkontakt auf nur um mich sofort wieder zu lösen. Doch langsam verstummte die Welt und mein eigener Gesang. Ich spürte, wie ich meinen Mund weiter bewegte, wie die Worte meine Lippen verließen, aber ich hörte nichts mehr. Dunkelheit machte sich breit und statt in der Taverne stand ich in einem schwarzen Nebel.
    „Wieso hast du uns das angetan?! Wie soll ich nur meine Kinder ernähren?!", schrie eine wütende, weibliche Stimme von nirgendwo und
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  • Fest war ich der Meinung, dass das Leben stets geschützt und bewahrt werden sollte. Immerhin ist ein jedes Leben einzigartig und unersetzbar.



    Mit leichtem Schritt kam ich auf den dicken Ast des großen Baumes auf und ließ meinen Blick durch die Baumkronen nebenan streifen. Der Winter ist beinahe komplett gewichen und das Grüne kehrt zurück in die Natur. Ein Vorteil, den ich mir zu Nutzen machte während ich mich durch die gefährlicheren Ebenen Calpheons wagte. Wieder einmal schickte der Panther mich nach draußen, raus aus der Stadt, hinein in die Freiheit der ungezügelten Wildnis.
    Doch eilte ich nicht durch die dichteren Wälder des Fürstentums um mir die Beine zu vertreten, sondern hatte ich nach langer Zeit wieder ein Ziel. Aber sollte dies nicht ein gewöhnliches Mordopfer werden, sondern eine echte Herausforderung, denn bevor ich mir den Kopf des eigentlich Zieles hole, soll ich Angst und Schrecken säen.
    "He Igwe, du glaubst doch nicht wirklich, dass das 'ne einzelne Person sein… [Weiterlesen]

  • Lebst du zu lange in einer Welt der Unbeständigkeit, verlierst du dich schnell in der Zeit.



    Die Zeit des Krieges um Macht, Serendia gegen Calpheon, eine Zeit voller Leid und Opfer auf beiden Seiten.
    „Also gut Männer, die Hälfte des Weges zurück nach Heidel haben wir geschafft. Die Vorräte müssen spätestens morgen Mittag ankommen!", brüllt der Anführer des Karawanentrupps zu seinen Soldaten.
    Der Abend bricht an und die Sonne wirft ihren orangenen Schein auf das hügelige Land zwischen Olvia und Heidel. Eine Karawane bestehend aus drei großen Karren, geladen mit Weizen und Fleisch, muss zur Burgstadt gebracht werden, zwanzig Soldaten wurden mit der Eskorte beauftragt.
    Der Anführer ein noch junger Offizier namens Kedrigg.
    „He, hast mal von diesem berühmten Schwertmeister gehört? Anscheinend schickt der seine zwei Töchter auch in den Krieg. Sollen nicht schlecht aussehen. Wünschte, die wären hier."
    „Du sollst nicht reden, du sollst die Zelte aufbauen du Narr!", hetzt der junge… [Weiterlesen]
  • Auf der staubigen, vollen rotbraunen Straße Altinova's war es geschäftig wie eh und je. Trotz der immer schlechter werdenden Stimmung und schwindenden Reichtums der Stadt verirrten sich unzählige Reisende und Händler hier her. Immer wieder wurde mir zugewunken oder zugenickt während ich diese verflucht schwere Kiste durch die Stadt hinüber zum Hafen transportiere. Wie üblich schickte mich der zwergische Schmied, den kaum einer wirklich leiden konnte, dort hinunter um die bestellten Waren da abzuliefern.
    "He Line, sag'm Zwerg doch ma', dass er sene Lief'rung selbst trag'n soll.", rief ein Wachmann, Krus, als ich an ihm vorbeimusste.
    Der Wachmann kam so langsam in die Jahre, was seine ausgeprägten Krähenfüße und weißen Ansätze im Bart und Haar deutlich klar machten. Er arbeitete immer am gleichen Platz schon seit ich vor vielen Jahren nach Altinova kam. Ein eigentlich freundlicher Mann, wenn er nicht gesoffen hat. Dann wurde er hitzköpfig und unter anderem auch sehr lebhaft was
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  • Hoffnung schöpfte ich immer wieder aus erreichbaren Quellen, so sollte sie mir Stärke verleihen.
    Stärke, den richtigen Weg zu finden und bis zum Ende durchzustehen.

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    Der Winter spielte sein übliches, übles Spiel als ich gerade erst Heidel erreichte. Meine Reise hatte sehr viel länger gedauert als vermutet, da ich aufgrund unzähliger Gefahren immer wieder vom Weg abgekommen bin. Meist sollte mir das Glück noch hold sein und mich fand ein Abenteurer, Wanderer, Forscher oder fliegender Händler bevor es üblere Gestalten taten. Es fühlte sich an, als stelle mir jemand eine schreckliche Ausdauerprobe. Eine Prüfung für Geist, Seele und letztendlich auch Körper. Der Körper eines Kindes, welcher mittlerweile abgemagert und knochig litt. Jeder meiner Knochen schmerzte mit jedem weiteren Schritt und eigentlich wollte ich nur noch heulen, mich zusammenrollen und den Winter mich holen lassen. Aber ich durfte nicht aufgeben. Urwa wollte, dass ich lebe und das
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  • Familien betrachtete ich immer mit unendlichem Neid.
    Immer wieder spielte die Frage "Was wäre, wenn ich eine Familie hätte?" eine große Rolle in meinem Leben.
    Meine Familie hatte mir diese Erfahrung nicht gegeben.

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    Meine kurzen Beine trugen mich mit hoher Geschwindigkeit durch die geschäftigen Straßen von Altinova, der rauen, sandfarbenen Stadt die durch den Handel gewisser Steine florierte.
    Das machte die Stadt leider nicht schöner, lediglich voller und reicher. Die Häuser wurden unsortiert, fast willkürlich, auf freiem Grund gebaut, Händler aller Art machten sich mit ihren billigen Ständen auf der Straße, die nur aus rotem Sand bestand, breit. Dazu rundete der Geruch das Ganze ab: Es roch immer nach dem Feuer eines Schmelzofens.
    Ich wollte raus aus der Stadt, und bald hatte ich auch genug Münzen zusammen, um bis nach Calpheon zu reisen.
    Schnell und flink navigierte ich meinen kindlichen Rahmen also durch die Reisenden, Händler,
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  • Damals rannte ich oft vor Angst davon und habe gedacht, sie macht mich schwach und zögerlich. Ich wollte keine Angst mehr fühlen und versuchte, mich gegen dieses Gefühl zu wehren.

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    Der Panther an meiner Seite legte die Hände auf die flache Mauer der Grenze des Kapellenviertels. Die Sonne schien ihre letzten Strahlen in einem goldorangenen Taint über die rote, hässlich reizende Stadt Calpheon. Ihr Blick war klar auf die Wachgruppen fixiert, die seit dem letzten Mord deutlich aufmerksamer durch die Stadt patrouilleren. Schon seit dem ersten Toten gab es mehr Wachgänge, doch das jetzige Aufgebot stellte ein wirkliches Problem dar.
    „Sieh sie dir an, Nachtgänger, sie glauben, sie sind die Katzen und du die Maus.“, verspottete der Panther die drei Männer in der schweren Rüstung, die sich weit unter uns befanden.
    „Solange sie derartig alarmiert sind, werde ich kaum weiter agieren können, ohne dabei mindestens gesehen zu werden.“, erwiderte ich leise.
    Da lachte
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  • Als meine damalige, beste Freundin, Ariliah, brutal umgebracht wurde, hatte ich mir gewünscht, ich könnte sie zurückholen. Zurück in das Leben, was wir führten, dem endgültigen und gnadenlosen Tod entgegen.

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    Der Friedhof von Calpheon war nachtsüber kein Ort, an dem sich Naivlinge aufhalten sollten. Hier trafen sich immer wieder vermeindlich gefährliche Menschen um diese schwachsinnigen Intrigen zu schmieden, die sie für schlau hielten. Oder es trafen sich die Menschen, die nur als Botenüberbringer, Laufburschen für die wirklich gefährlichen Menschen dienten. Heute Abend sollte einer dieser Handlanger mein Ziel sein.
    Noch leicht berauscht von der goldbraunen Flüssigkeit, die in der Lunge brannte, als ich sie in mich hineingekippt hatte, versteckte ich mich an einem offensichtlichen doch unsichtbaren Ort: In der dunkelsten Ecke des Friedhofes, halb in den Boden gegraben. Meine hellen Haare verdeckt durch eine tief ins Gesicht gezogene, schwarze Kapuze.
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  • Damals sah ich Menschen mit Masken und habe mich gefragt: "Warum wollen sie jemand anderes sein?"
    Wer sich hinter einer Maske versteckt, der muss sich doch für sich selbst schämen, dachte ich. Ich empfand Mitleid.

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    Tagsüber war Calpheon eine hässliche und doch zugleich merkwürdig reizende Stadt. Auf der einen Seite bestand jedes Bauwerk lediglich aus hässlichen, gestapelten Blöcken aus rotbraunem Gestein, doch auf der anderen Seite bemühten die Erbauer sich, seltsame Formationen zu bauen, die dem Auge schmeicheln sollen. Aber das war es nicht, was der Stadt ihren Reiz gab. Die Bewohner und Reisenden, die diese Stadt erfüllen, sie allein gaben ihr eine unwiderstehliche Aura. Immer wieder erfreute ich mich an den vermeindlich heimlichen Intrigen, die ein närrischer Bettler schmied um das Gefühl der Macht zu besitzen. Der Adel, welcher hinter Schloss und Riegel über 'verbotene' Dinge philosophiert oder plant, in dem Glauben, damit festigen sie
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