Artikel von „Sarithas“ 9

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  • Fest war ich der Meinung, dass das Leben stets geschützt und bewahrt werden sollte. Immerhin ist ein jedes Leben einzigartig und unersetzbar.



    Mit leichtem Schritt kam ich auf den dicken Ast des großen Baumes auf und ließ meinen Blick durch die Baumkronen nebenan streifen. Der Winter ist beinahe komplett gewichen und das Grüne kehrt zurück in die Natur. Ein Vorteil, den ich mir zu Nutzen machte während ich mich durch die gefährlicheren Ebenen Calpheons wagte. Wieder einmal schickte der Panther mich nach draußen, raus aus der Stadt, hinein in die Freiheit der ungezügelten Wildnis.
    Doch eilte ich nicht durch die dichteren Wälder des Fürstentums um mir die Beine zu vertreten, sondern hatte ich nach langer Zeit wieder ein Ziel. Aber sollte dies nicht ein gewöhnliches Mordopfer werden, sondern eine echte Herausforderung, denn bevor ich mir den Kopf des eigentlich Zieles hole, soll ich Angst und Schrecken säen.
    "He Igwe, du glaubst doch nicht wirklich, dass das 'ne einzelne Person sein… [Weiterlesen]

  • Lebst du zu lange in einer Welt der Unbeständigkeit, verlierst du dich schnell in der Zeit.



    Die Zeit des Krieges um Macht, Serendia gegen Calpheon, eine Zeit voller Leid und Opfer auf beiden Seiten.
    „Also gut Männer, die Hälfte des Weges zurück nach Heidel haben wir geschafft. Die Vorräte müssen spätestens morgen Mittag ankommen!", brüllt der Anführer des Karawanentrupps zu seinen Soldaten.
    Der Abend bricht an und die Sonne wirft ihren orangenen Schein auf das hügelige Land zwischen Olvia und Heidel. Eine Karawane bestehend aus drei großen Karren, geladen mit Weizen und Fleisch, muss zur Burgstadt gebracht werden, zwanzig Soldaten wurden mit der Eskorte beauftragt.
    Der Anführer ein noch junger Offizier namens Kedrigg.
    „He, hast mal von diesem berühmten Schwertmeister gehört? Anscheinend schickt der seine zwei Töchter auch in den Krieg. Sollen nicht schlecht aussehen. Wünschte, die wären hier."
    „Du sollst nicht reden, du sollst die Zelte aufbauen du Narr!", hetzt der junge… [Weiterlesen]
  • Auf der staubigen, vollen rotbraunen Straße Altinova's war es geschäftig wie eh und je. Trotz der immer schlechter werdenden Stimmung und schwindenden Reichtums der Stadt verirrten sich unzählige Reisende und Händler hier her. Immer wieder wurde mir zugewunken oder zugenickt während ich diese verflucht schwere Kiste durch die Stadt hinüber zum Hafen transportiere. Wie üblich schickte mich der zwergische Schmied, den kaum einer wirklich leiden konnte, dort hinunter um die bestellten Waren da abzuliefern.
    "He Line, sag'm Zwerg doch ma', dass er sene Lief'rung selbst trag'n soll.", rief ein Wachmann, Krus, als ich an ihm vorbeimusste.
    Der Wachmann kam so langsam in die Jahre, was seine ausgeprägten Krähenfüße und weißen Ansätze im Bart und Haar deutlich klar machten. Er arbeitete immer am gleichen Platz schon seit ich vor vielen Jahren nach Altinova kam. Ein eigentlich freundlicher Mann, wenn er nicht gesoffen hat. Dann wurde er hitzköpfig und unter anderem auch sehr lebhaft was
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  • Hoffnung schöpfte ich immer wieder aus erreichbaren Quellen, so sollte sie mir Stärke verleihen.
    Stärke, den richtigen Weg zu finden und bis zum Ende durchzustehen.

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    Der Winter spielte sein übliches, übles Spiel als ich gerade erst Heidel erreichte. Meine Reise hatte sehr viel länger gedauert als vermutet, da ich aufgrund unzähliger Gefahren immer wieder vom Weg abgekommen bin. Meist sollte mir das Glück noch hold sein und mich fand ein Abenteurer, Wanderer, Forscher oder fliegender Händler bevor es üblere Gestalten taten. Es fühlte sich an, als stelle mir jemand eine schreckliche Ausdauerprobe. Eine Prüfung für Geist, Seele und letztendlich auch Körper. Der Körper eines Kindes, welcher mittlerweile abgemagert und knochig litt. Jeder meiner Knochen schmerzte mit jedem weiteren Schritt und eigentlich wollte ich nur noch heulen, mich zusammenrollen und den Winter mich holen lassen. Aber ich durfte nicht aufgeben. Urwa wollte, dass ich lebe und das
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  • Familien betrachtete ich immer mit unendlichem Neid.
    Immer wieder spielte die Frage "Was wäre, wenn ich eine Familie hätte?" eine große Rolle in meinem Leben.
    Meine Familie hatte mir diese Erfahrung nicht gegeben.

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    Meine kurzen Beine trugen mich mit hoher Geschwindigkeit durch die geschäftigen Straßen von Altinova, der rauen, sandfarbenen Stadt die durch den Handel gewisser Steine florierte.
    Das machte die Stadt leider nicht schöner, lediglich voller und reicher. Die Häuser wurden unsortiert, fast willkürlich, auf freiem Grund gebaut, Händler aller Art machten sich mit ihren billigen Ständen auf der Straße, die nur aus rotem Sand bestand, breit. Dazu rundete der Geruch das Ganze ab: Es roch immer nach dem Feuer eines Schmelzofens.
    Ich wollte raus aus der Stadt, und bald hatte ich auch genug Münzen zusammen, um bis nach Calpheon zu reisen.
    Schnell und flink navigierte ich meinen kindlichen Rahmen also durch die Reisenden, Händler,
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  • Damals rannte ich oft vor Angst davon und habe gedacht, sie macht mich schwach und zögerlich. Ich wollte keine Angst mehr fühlen und versuchte, mich gegen dieses Gefühl zu wehren.

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    Der Panther an meiner Seite legte die Hände auf die flache Mauer der Grenze des Kapellenviertels. Die Sonne schien ihre letzten Strahlen in einem goldorangenen Taint über die rote, hässlich reizende Stadt Calpheon. Ihr Blick war klar auf die Wachgruppen fixiert, die seit dem letzten Mord deutlich aufmerksamer durch die Stadt patrouilleren. Schon seit dem ersten Toten gab es mehr Wachgänge, doch das jetzige Aufgebot stellte ein wirkliches Problem dar.
    „Sieh sie dir an, Nachtgänger, sie glauben, sie sind die Katzen und du die Maus.“, verspottete der Panther die drei Männer in der schweren Rüstung, die sich weit unter uns befanden.
    „Solange sie derartig alarmiert sind, werde ich kaum weiter agieren können, ohne dabei mindestens gesehen zu werden.“, erwiderte ich leise.
    Da lachte
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  • Als meine damalige, beste Freundin, Ariliah, brutal umgebracht wurde, hatte ich mir gewünscht, ich könnte sie zurückholen. Zurück in das Leben, was wir führten, dem endgültigen und gnadenlosen Tod entgegen.

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    Der Friedhof von Calpheon war nachtsüber kein Ort, an dem sich Naivlinge aufhalten sollten. Hier trafen sich immer wieder vermeindlich gefährliche Menschen um diese schwachsinnigen Intrigen zu schmieden, die sie für schlau hielten. Oder es trafen sich die Menschen, die nur als Botenüberbringer, Laufburschen für die wirklich gefährlichen Menschen dienten. Heute Abend sollte einer dieser Handlanger mein Ziel sein.
    Noch leicht berauscht von der goldbraunen Flüssigkeit, die in der Lunge brannte, als ich sie in mich hineingekippt hatte, versteckte ich mich an einem offensichtlichen doch unsichtbaren Ort: In der dunkelsten Ecke des Friedhofes, halb in den Boden gegraben. Meine hellen Haare verdeckt durch eine tief ins Gesicht gezogene, schwarze Kapuze.
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  • Damals sah ich Menschen mit Masken und habe mich gefragt: "Warum wollen sie jemand anderes sein?"
    Wer sich hinter einer Maske versteckt, der muss sich doch für sich selbst schämen, dachte ich. Ich empfand Mitleid.

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    Tagsüber war Calpheon eine hässliche und doch zugleich merkwürdig reizende Stadt. Auf der einen Seite bestand jedes Bauwerk lediglich aus hässlichen, gestapelten Blöcken aus rotbraunem Gestein, doch auf der anderen Seite bemühten die Erbauer sich, seltsame Formationen zu bauen, die dem Auge schmeicheln sollen. Aber das war es nicht, was der Stadt ihren Reiz gab. Die Bewohner und Reisenden, die diese Stadt erfüllen, sie allein gaben ihr eine unwiderstehliche Aura. Immer wieder erfreute ich mich an den vermeindlich heimlichen Intrigen, die ein närrischer Bettler schmied um das Gefühl der Macht zu besitzen. Der Adel, welcher hinter Schloss und Riegel über 'verbotene' Dinge philosophiert oder plant, in dem Glauben, damit festigen sie
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  • Immer hatte ich davon geträumt, ein Held zu werden. Die klassische Art von Held. Die Art von Held, über die gelesen wird, über die es nichts Schlechtes zu erzählen gibt. Kinder sollten auf mich zeigen und sagen: “Sieh, so wie diese Frau will ich auch werden!“.

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    Der Mond gab wie immer sein bestes, die Nacht hell wirken zu lassen. Die Wolken erkannten diese Mühen an und zogen sich vorerst zurück. Eine klare, helle und kalte Nacht. Mein Blick fiel hinab vom Himmel auf die Stadt vor mir: Calpheon. Eine Stadt unerreichter Größe, unglaublicher Vielseitigkeit, beachtlichen Bauwerken und starkem Glauben. Auf einem der Kirchturme kniend konnte ich alles sehen, das Viertel der Armen, stehts dreckig, verwüstet und verrucht. Die Handelsstraße, noch immer voll belaufen aufgrund der vielen Tavernen, die Reisende aller Art anziehen. Der Werkstattsbezirk, der dunkel und ruhig um die Uhrzeit anmutete. Die Akademie der Walküren, welche stolz ihre Pracht präsentierte.
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