Artikel von „Sarithas“ 10

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    Hoffnung schöpfte ich immer wieder aus erreichbaren Quellen, so sollte sie mir Stärke verleihen.
    Stärke, den richtigen Weg zu finden und bis zum Ende durchzustehen.

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    Der Winter spielte sein übliches, übles Spiel als ich gerade erst Heidel erreichte. Meine Reise hatte sehr viel länger gedauert als vermutet, da ich aufgrund unzähliger Gefahren immer wieder vom Weg abgekommen bin. Meist sollte mir das Glück noch hold sein und mich fand ein Abenteurer, Wanderer, Forscher oder fliegender Händler bevor es üblere Gestalten taten. Es fühlte sich an, als stelle mir jemand eine schreckliche Ausdauerprobe. Eine Prüfung für Geist, Seele und letztendlich auch Körper. Der Körper eines Kindes, welcher mittlerweile abgemagert und knochig litt. Jeder meiner Knochen schmerzte mit jedem weiteren Schritt und eigentlich wollte ich nur noch heulen, mich zusammenrollen und den Winter mich holen lassen. Aber ich durfte nicht aufgeben. Urwa wollte, dass ich lebe und das
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  • Familien betrachtete ich immer mit unendlichem Neid.
    Immer wieder spielte die Frage "Was wäre, wenn ich eine Familie hätte?" eine große Rolle in meinem Leben.
    Meine Familie hatte mir diese Erfahrung nicht gegeben.

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    Meine kurzen Beine trugen mich mit hoher Geschwindigkeit durch die geschäftigen Straßen von Altinova, der rauen, sandfarbenen Stadt die durch den Handel gewisser Steine florierte.
    Das machte die Stadt leider nicht schöner, lediglich voller und reicher. Die Häuser wurden unsortiert, fast willkürlich, auf freiem Grund gebaut, Händler aller Art machten sich mit ihren billigen Ständen auf der Straße, die nur aus rotem Sand bestand, breit. Dazu rundete der Geruch das Ganze ab: Es roch immer nach dem Feuer eines Schmelzofens.
    Ich wollte raus aus der Stadt, und bald hatte ich auch genug Münzen zusammen, um bis nach Calpheon zu reisen.
    Schnell und flink navigierte ich meinen kindlichen Rahmen also durch die Reisenden, Händler,
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  • Damals rannte ich oft vor Angst davon und habe gedacht, sie macht mich schwach und zögerlich. Ich wollte keine Angst mehr fühlen und versuchte, mich gegen dieses Gefühl zu wehren.

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    Der Panther an meiner Seite legte die Hände auf die flache Mauer der Grenze des Kapellenviertels. Die Sonne schien ihre letzten Strahlen in einem goldorangenen Taint über die rote, hässlich reizende Stadt Calpheon. Ihr Blick war klar auf die Wachgruppen fixiert, die seit dem letzten Mord deutlich aufmerksamer durch die Stadt patrouilleren. Schon seit dem ersten Toten gab es mehr Wachgänge, doch das jetzige Aufgebot stellte ein wirkliches Problem dar.
    „Sieh sie dir an, Nachtgänger, sie glauben, sie sind die Katzen und du die Maus.“, verspottete der Panther die drei Männer in der schweren Rüstung, die sich weit unter uns befanden.
    „Solange sie derartig alarmiert sind, werde ich kaum weiter agieren können, ohne dabei mindestens gesehen zu werden.“, erwiderte ich leise.
    Da lachte
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  • Als meine damalige, beste Freundin, Ariliah, brutal umgebracht wurde, hatte ich mir gewünscht, ich könnte sie zurückholen. Zurück in das Leben, was wir führten, dem endgültigen und gnadenlosen Tod entgegen.

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    Der Friedhof von Calpheon war nachtsüber kein Ort, an dem sich Naivlinge aufhalten sollten. Hier trafen sich immer wieder vermeindlich gefährliche Menschen um diese schwachsinnigen Intrigen zu schmieden, die sie für schlau hielten. Oder es trafen sich die Menschen, die nur als Botenüberbringer, Laufburschen für die wirklich gefährlichen Menschen dienten. Heute Abend sollte einer dieser Handlanger mein Ziel sein.
    Noch leicht berauscht von der goldbraunen Flüssigkeit, die in der Lunge brannte, als ich sie in mich hineingekippt hatte, versteckte ich mich an einem offensichtlichen doch unsichtbaren Ort: In der dunkelsten Ecke des Friedhofes, halb in den Boden gegraben. Meine hellen Haare verdeckt durch eine tief ins Gesicht gezogene, schwarze Kapuze.
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  • Damals sah ich Menschen mit Masken und habe mich gefragt: "Warum wollen sie jemand anderes sein?"
    Wer sich hinter einer Maske versteckt, der muss sich doch für sich selbst schämen, dachte ich. Ich empfand Mitleid.

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    Tagsüber war Calpheon eine hässliche und doch zugleich merkwürdig reizende Stadt. Auf der einen Seite bestand jedes Bauwerk lediglich aus hässlichen, gestapelten Blöcken aus rotbraunem Gestein, doch auf der anderen Seite bemühten die Erbauer sich, seltsame Formationen zu bauen, die dem Auge schmeicheln sollen. Aber das war es nicht, was der Stadt ihren Reiz gab. Die Bewohner und Reisenden, die diese Stadt erfüllen, sie allein gaben ihr eine unwiderstehliche Aura. Immer wieder erfreute ich mich an den vermeindlich heimlichen Intrigen, die ein närrischer Bettler schmied um das Gefühl der Macht zu besitzen. Der Adel, welcher hinter Schloss und Riegel über 'verbotene' Dinge philosophiert oder plant, in dem Glauben, damit festigen sie
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  • Immer hatte ich davon geträumt, ein Held zu werden. Die klassische Art von Held. Die Art von Held, über die gelesen wird, über die es nichts Schlechtes zu erzählen gibt. Kinder sollten auf mich zeigen und sagen: “Sieh, so wie diese Frau will ich auch werden!“.

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    Der Mond gab wie immer sein bestes, die Nacht hell wirken zu lassen. Die Wolken erkannten diese Mühen an und zogen sich vorerst zurück. Eine klare, helle und kalte Nacht. Mein Blick fiel hinab vom Himmel auf die Stadt vor mir: Calpheon. Eine Stadt unerreichter Größe, unglaublicher Vielseitigkeit, beachtlichen Bauwerken und starkem Glauben. Auf einem der Kirchturme kniend konnte ich alles sehen, das Viertel der Armen, stehts dreckig, verwüstet und verrucht. Die Handelsstraße, noch immer voll belaufen aufgrund der vielen Tavernen, die Reisende aller Art anziehen. Der Werkstattsbezirk, der dunkel und ruhig um die Uhrzeit anmutete. Die Akademie der Walküren, welche stolz ihre Pracht präsentierte.
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  • Zwei lange Tage schwieg der Junge mich an. So lange wie es dauerte, bis wir den nächsten Fluss erreicht hatten und ich endlich das Blut aus meinen Haaren waschen konnte. Bei dieser Kälte war dieses Unterfangen alles andere als angenehm, aber es ist nun mal nötig gewesen. Mit dem vorigen Bild, welches ich gab, würde ich wohl kaum die Hauptstadt von Calpheon betreten können. Mit angespannten Körper saß ich also in dem seichten Fluss, höher gelegen in den Bergen von Calpheon...und wurde mit meinen Gedanken allein gelassen. Tatsächlich wagte ich sogar einen Blick nach unten. Was ich sah überraschte mich nicht, war schließlich mein Körper: Unzählige Narben, frischere Wunden, blaulilane Flecken und Muskeln. Doch falsche Bescheidenheit was den allgemeinen Rahmen betraf hatte ich nicht: In enger Kleidung, die all die Makel verhüllt, könnte ich vermutlich den einen oder anderen erröten lassen.
    Glücklicherweise fiel für diesen kurzen Moment kein Schnee, und so fror ich mich wenigstens nicht… [Weiterlesen]
  • Was mich dazu bewegte, diesen Auftrag anzunehmen, wusste ich nicht mehr. Diese verfluchte Kälte in Calpheon war einfach unerträglich, aber das machte diesem Jungen nichts aus.
    Das ist bestimmt die Geheimfähigkeit aller Boten: Wetterunabhängig.
    Selbst Schnee fiel mittlerweile, glücklicherweise aber nicht allzuviel. Genug aber um den Pfad vor uns matschig zu gestalten. Um uns herum befanden sich sonst nur Hügel, irgendwelche Bauernhöfe, Banditen oder meine Lieblingssichtung: Ein Tier mit vier Beinen was ich essen kann.
    „Bist du schon wieder in Gedanken versunken?! Du sollst mich doch beschützen! So kannst du das wohl kaum!“, tadelte der Junge vor mir mich.
    Eine kleine Gestalt in einem dicken Pelz, auf dem Kopf wilde, braune Haare passend zu den gleichfarbigen Augen. Immer, wenn er sich aufregte, blähten sich seine Backen auf, und selbst ich fand das süß.
    „Arino, ich habe doch gesagt: Ich überprüfe nur die Gegend.“, erwiderte ich abwinkend.

    Und suche nach Essen. (Sie haben gelitten.)
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  • Wenn ich doch nur...diesen verfluchten...Fisch...endlich fange!
    Meine Gedanken, so wie auch der Rest meines Körpers, befanden sich in Rage als ich diesem lächerlich fetten Fisch mit meinem Schwert hinterherstach. Doch aus mir unbekannten Gründen war dieses Ding schneller als gedacht.
    Mit steigender Wut aber wurde ich schneller und bald schon war dieses Fettvieh aufgespießt und ich musste es nur noch hinausziehen, worauf ich den Kopf meines Gegners nochmal auf den Stein knallte. Jetzt war dieser Fettfisch wirklich tot.
    "Sieh doch nur, Raye, all die Farben dieses Landes!", schwärmte der junge Händler, wessen Name Harlin lautete.
    "Du könntest auch mal etwas Nützliches tun.", erwiderte ich noch etwas gereizt dieses Fettfisches wegen.
    Seit einer Woche reisten wir zusammen, und eigentlich hätten wir längst in Calpheon-Stadt oder sonstwo, wo auch immer er hin wollte, sein können. Leider haben wir uns...verirrt.
    Verirrt oder er reist absichtlich länger mit mir weil er immer noch glaubt, ich[Weiterlesen]
  • Mein rechter Fuß fand nach unendlichen Tagen auf einem Schiff endlich wieder festen Halt auf dem Dock dieses kleinen Dorfes. Velia nannte der Händler, der mit mir gereist es, dieses ruhige Fleckchen. Der linke Fuß folgte schnell und beinahe schon musste ich grinsen.
    Es gab immerhin nichts Gefährlicheres als die unbändige See und ihre Launen.
    Zufrieden streckte ich meine Arme in die Höhe und legte darauf die Hände auf meinen Kopf, auf dem die ungewaschenen, blonden Haare thronten. Wie immer in einem wilden Dutt, aus dem die Haare euphorisch versuchten, zu fliehen.
    Zu meinem Unglück gab es noch etwas anderes euphorisches, welches aus mir unbekannten Gründen glaubte, wir sind Freunde. Und dieses etwas fiel in Gestalt eines langen, jungen Mannes aus, welcher es nicht mal schaffte einen Bart wachsen zu lassen. Seine haselnussfarbenen Haare, welche mittlerweile so lang sein mussten wie meine eigenen, ließ er stets offen und pflegte sie bis in die Spitzen. Das rundete das Aussehen des
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