Artikel von „Alexis“ 3

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  • Brennender Schmerz forcierte eine unfreiwillige Grimasse. Alexis fühlte die stumpfen Klingen, welche im Drill einer Ameisenmiliz über ihre aufgerissene Haut marschierten. Absurderweise, vermochte die Schwarzhexe jener Wahrnehmung etwas Positives abzugewinnen. Diese Pein war real und Alexis erlebte sie als willkommene Variation zu den expressiven Turbulenzen, unter deren Würgegriff sie jüngst zu ersticken drohte. In stummer Lakonie, verfolgte das kalte Eis der Augenlichter, wie austretendes Karmesin die azurnen Fluten des malerischen Weihers in dunkles Rot sprenkelte.


    Er hatte sie verlassen. Nun, keineswegs freiwillig, soviel wusste der Rotschopf immerhin. Und wie fiel Alexis Reaktion aus? Sie zog unter wehenden Fahnen ins Gefecht. Dogmatisch lehnte sich die Hexe gegen das vermeintliche Übel auf. Ihr Körper mutierte zum abstrusen Schlachtfeld. Eine unwirtliche Kraterlandschaft verunstaltete den gebräunten Teint. Krallenspuren speisten die Weide ihres Rückens, bedeckten partielle[Weiterlesen]
  • Frostiges, azurnes Augenlicht, verfolgte stoisch die malerischen Schnörkel des blutenden Mahlstroms, eingefangen im fragilen Behältnis, sanft geschwungenen Glases. Sie trank zu viel Wein. Natürlich. Und doch, gemessen an den ausufernden Eskapaden vergangener Tage, Monate oder gar Jahre, entsprachen ihre Verhaltensweisen mehr oder minder der üblichen Norm. Der lebhafte Sturm zog träge weiter und fing das im Aschenbecher verendende, kokelnde Kraut ein. Auch jenem Laster, frönte der wankelmütige Rotschopf indessen, deutlich weniger exzessiv. Der Wandel, warf seinen massiven Schatten, nahezu über jede Marotte ihres bisherigen Seins. Omnipräsenter Zorn, unstillbare Gier nach arkanen Relikten oder die verzweifelte Odyssee, das schäumende Raubtier ihres Hexenblutes mit ausreichend Magie zu speisen, ehe Alexis gänzlich den Verstand einbüßte.


    Einiges hatte sich verschoben. Nicht nur ihre gängigen Attitüden, auch das Umfeld der Hexe, ihre Sicht auf die Hürden des Lebens, vor allem aber,… [Weiterlesen]
  • Im Verstreichen der letzten Tage, durchlief die hagere Hexe einen bemerkenswert schnellen Genesungsprozess. Wohlmöglich war dies der widerwärtigen Medizin Gaestecs geschuldet oder Raphaels Fürsorge, vielleicht aber auch ihrem gänzlich eigenen, seltsamen körperlichen Konstrukt. Vermutlich jedoch, handelte es sich dabei um eine Folge all dieser Faktoren. Als der Präzeptor, wie jüngst üblich, die Tür des Hexenrefugiums entriegelte um nach der exzentrischen Spinne im Netz zu sehen, stieß ihm nicht die obligatorische Dunstwolke entgegen. Natürlich schwängerte der Tabakduft weiterhin im unsichtbaren Schleier die Decke, allerdings merklich weniger penetrant. Auch das Mobiliar erschien in seiner Natur immer noch chaotisch, mutete jedoch eine Nuance geordneter an. Ein Kessel kokelte am Herd und verströmte das Aroma von Minzblättern die zum Tee reiften.

    Der obere Stock hielt auch Veränderungen parat. Kein Kleidungsstück säumte die recht sauberen Bodendielen. Die Aschenbecher waren geleert… [Weiterlesen]