Artikel 173

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Neu


    Kapitel 4:
    Von Hüten und Rhutum und Frauen


    Die Sonne gab ihr bestes, meinem Gefährten den Tag zu vermiesen indem sie ihn mit tödlich heißen Hitzewellen röstete. Zumal er sich noch immer weigerte einen Hut zu tragen um nicht geblendet zu werden. Immer wieder schnaufte er gereizt und hielt die Hand über die Augen um etwas sehen zu können. Immer wenn er das tat, drehte ich meinen Hut mit der breiten Krempe und grinste schadenfroh. Das verschlechterte seine Laune nur weiter, doch amüsierte es mich umso mehr.

    "Du brauchst einen Hut, mein blasser Elf.", wiederholte ich mich erneut nur um ihn ein wenig zu necken.
    "Ich brauche überhaupt nichts.", zischte er zurück. Selbstverständlich entlockte mir dies ein schwaches Kichern.
    Auf dem Weg nach Calpheon war es relativ ruhig bisher. Stur folgten wir dem Pfad direkt neben dem hier noch sehr flachen Demifluss und somit einen Weg, den viele Händler auch nahmen. Ein paar Händlern sind wir schon begegnet, aber die meisten haben es so eilig, dass
    [Weiterlesen]
  • Die Bürste strich in sanften Zügen durch das dunkle Haar, immer ein sorgsam geführter nach dem anderen. Einer dieser friedlichen Augenblicke,
    dieser Momente in denen sie glaubte noch irgendeinen Funken der Schwester aus jungen Jahren zu sehen und zu spüren.
    Vergangen war die dunkle Schminke um die Augen, der immer ein wenig zynische Blick aus diesen gewichen und das leicht spöttische Lächeln
    um den mit Metall geschmückten Mund verschwunden. Chloe fragte sich, wann Rileah beschlossen hatte die Welt und alles was zu dieser gehörte
    zu hassen oder lächerlich zu machen. Früher war sie doch anders gewesen; sanftmütiger, wissbegierig und lustig, bei Gott sie war so witzig
    gewesen und hatte sie immer zum Lachen gebracht.

    Aber Jahr um Jahr vergingen und je länger sie im Erwachsensein verweilten um so mehr verlor sich ihre Schwester in anderen Wesenszügen. Chloe
    erinnerte sich noch an bittere Tränen nachdem der erste Kunde das Bett mit Rileah geteilt hatte und an die Abscheu im Blick während
    [Weiterlesen]
  • (Kleine Lesewarnung: vulgäre Sprache, sexuelle Andeutung)


    Die Tür fiel polternd in die Angel, gehetzten Schrittes und fluchend, peinlich berührt und in Scham versinkend.

    Eben noch lag er da, liebkoste sie, sprach von seiner Liebe und der Sehnsucht, welche ihn Tag um Tag umtrieb und die nun ihre
    Erfüllung gefunden hatte. Endlich! Nach so langer Zeit in der er sie nur ansehen durfte, ihren Duft im Vorbeigehen roch, mit ihr
    sprach, lachte und der Wege ging. Sie, die er so sehr liebte, nun küsste und berührte.

    Doch jetzt in seiner Flucht wurden die Bilder belegt von einem dunklen, gehässigen Lachen, einem Schatten, den nichts
    wegwischen konnte und der vermochte, dass er ihr nie wieder in die prägnanten Augen sehen könnte. So schnell fiel man vom
    Himmel in die dunkelsten Qualen.

    Wie sie gelacht hatte und ihn ansah während sie ihn fragte: "Hast du es dir so vorgestellt? Also meine -Schwester- zu vögeln?"

    Ein Gähnen folgte: "Ein Glück, dass ich es ihr erspart habe, ich wäre bald
    [Weiterlesen]
  • Kapitel 3:
    Warnung




    Regentropfen plätscherten mit all der Gewalt, die sie aufbringen konnten, gegen die Scheibe. Langsam öffnete ich meine müden Augen und gewöhnte sie erst an das düstere Tageslicht von heute. Zuerst erhob ich meinen Oberkörper und inspizierte meine Umgebung: Ein großer, quadratischer Raum im blauen Ton. Eingerichtet wie das klassische Gasthauszimmer: Ein Nachttisch, ein großes Bett, eine Kommode und ein kleiner, runder Tisch mit zwei Stühlen. Mein Gefährte saß auf einem dieser Stühle und starrte aus dem vom Regen verzerrten Fenster hinaus auf die Straßen der Burgstadt. Gemütlich rieb ich mir durch die Augen und schob meine weinroten Haare aus dem Gesicht, dann gähnte ich und streckte mich.
    "Du warst aber nicht die ganze Nacht wach, oder?", fragte ich während ich die Decke beiseite schob um mich aus dem Bett zu quälen.
    "Nein, selbstverständlich nicht. Ohne Schlaf sinkt die Konzentration, und Konzentration ist was ich jetzt brauche."
    "So selbstverständlich ist das… [Weiterlesen]

  • Kapitel 2:
    Wein und Schokolade





    Mit der Karawane kamen wir endlich an den Toren der Burgstadt Heidel an. Ich gab dem guten Karawanier, der uns mitgenommen hat, ein paar Münzen und hüpfte von dem Wagen. Mein Gefährte tat mir gleich und folgte mir hinein in die Stadt. Freundlicherweise nickte einer der Wachmänner uns sogar zu, weshalb ich ihm ein höfliches Lächeln schenkte. Mein Gefährte tat das Gegenteil: Er warf einen bedrohlichen Blick auf die Wache.
    „Wie unnütz. Begegne den anderen mit Höflichkeit und Freundlichkeit und vielleicht wird dir das irgendwann zurückgezahlt.", flüsterte ich tadelnd.
    „Oder du wirst bestraft."
    „Verwechsle Freundlichkeit nicht mit Naivität, mein Lieber."
    Wir verließen den rau gepflasterten Weg und betraten direkt den runden wie vollen Marktplatz mit der großen Statue in der Mitte. Wie auf der großen Marktstraße der Stadt fand man auch hier alles: Ein paar Darsteller, die der hart arbeitenden Bevölkerung die Münze aus der Tasche ziehen wollen, ein
    [Weiterlesen]

  • Kapitel 1:
    Mord


    Vorsichtig richtete ich meinen Hut mit der breiten Krempe zurecht und inspizierte den Toten vor mir ein erneutes Mal. Ein junger Kerl, nicht der schönste aber auch nicht der hässlichste, trug die robuste Kleidung eines Karawaniers und sah dementsprechend kräftig aus. Für mich sah es nach Tod durch Raubüberfall aus, denn fehlte jegliches Hab und Gut, sogar seine Schuhe wurden gestohlen. Drei tiefe Schnitte liefen über seine Brust und es sah aus wie das Werk der Klaue einer dieser Mähnen. Allerdings hätten die nie Interesse an den Schuhen des Kerls. Doch das könnte auf vorbeiziehende Reisende zurückzuführen sein.
    „Was sagst du?", fragte mein Gefährte während er sich die Umgebung anschaute.
    Wir befanden uns nahe Tarif. Genauer zwischen Tarif und Heidel in diesem unfreundlich hügeligen Land voller gefährlicher Gestalten und schwüler Hitze.
    „Ich sage, der junge Mann ist tot.", erwiderte ich ernst.
    Mein Gefährte seufzte und drehte den Kopf zu mir. Er war meiner Meinung
    [Weiterlesen]
  • Nie zweifle ich daran, dass es in jedem Menschen Gutes gibt. An Abenden wie diesen wurde dieser Glaube auf die Probe gestellt. Sinnlose Gewalt herrschte in einer Taverne Calpheons irgendwo unter der Brücke direkt vor dem Demi. Jeder schlug auf jeden mit einer Wut, die so nicht genutzt werden sollte. Ich navigierte mich durch die wütenden Schläger mit gezielten, tänzerischen Schritten. Mal musste ich fliegenden Flaschen ausweichen, mal gerade verprügelten Taumlern und mal aggressiven Schlägern, die nur noch blind um sich schlugen. Doch das war ein Spiel, welches ich kannte zu spielen. In vielen Schlägen sah ich die Frust der Menschen, das Leid, und manchmal vielleicht unverhohlene Wut, die eigentlich nicht dem Ziel der Faust galten. Immer wieder tat mir jeder der Beteiligten Leid. Mein Aufpasser hingegen empfand in dem Moment kein solches Mitgefühl. Wenn er die Faust schwang, dann gezielt und effizient brutal. Wenn er traf, gab es mindestens einen gebrochenen Knochen, meistens[Weiterlesen]
  • Mein Gesang hallte durch den gefüllten Raum der Taverne voller angetrunken Arbeitern. Der Schankraum war ein einzelner, quadratischer Raum voller kleiner Tische und die dazugehörigen Stühle. Beinahe jeder Platz wurde von einem der Arbeiter einfacher Klasse besetzt. Es gab Schmiede, Schreiner, Wachmänner außer Dienst, Händler verschiedener Arten und noch etliche andere Professionen. Ein paar hörten mir lächelnd zu, oder musterten meinen tanzenden Körper. Ich bewegte mich mit gezielten Schritten zwischen den Tischen umher und baute hier und da Körperkontakt auf nur um mich sofort wieder zu lösen. Doch langsam verstummte die Welt und mein eigener Gesang. Ich spürte, wie ich meinen Mund weiter bewegte, wie die Worte meine Lippen verließen, aber ich hörte nichts mehr. Dunkelheit machte sich breit und statt in der Taverne stand ich in einem schwarzen Nebel.
    „Wieso hast du uns das angetan?! Wie soll ich nur meine Kinder ernähren?!", schrie eine wütende, weibliche Stimme von nirgendwo und
    [Weiterlesen]
  • Irgendwie meint das Schicksal es wohl gut mit uns, ohne große Zwischenfälle legten wir die Strecke von Florin nach Olvia zurück. Das aufziehende Gewitter kurz hinter den „Tor von Florin“ würde ich jetzt nicht als sehr großen Zwischenfall bezeichnen. Wir haben zwar ein kleine Husche von Regen abbekommen, aber ich will mich darüber nicht beschweren...es ist NUR Wasser.
    Olvia kannte oder kenne ich nur von weiten oder eben von alten Karten, die ich mal günstig erworben habe um sie zu studieren und mir entsprechendes Wissen an zu eignen.
    Der Ort mit seinen umliegenden Gehöften und Feldern, hat etwas beruhigendes.





    Hier kann man mal durchatmen und ich freue mich schon etwas, dass das Gefühl des Beobachtens immer weniger wird, je mehr ich mich von Calpheon fort bewege.



    Wie in jeder Ortschaft gibt es auch hier ein Gasthaus,die Unterkunft einfach,aber sauber. Selbst der Wein der hier ausgeschenkt wird, macht Lust nach mehr. Ich glaub ich werde mir eine oder zwei
    [Weiterlesen]
  • „Komtess...“, spricht er mich zum wiederholten Male falsch an und ich fragte mich, ob es eine Prüfung meines Rückgrats ist,
    oder einfach Dummheit im Mantel eigener nach außen getragener Bildung.

    „Gräfin...“, mein leiser Einwurf.

    „Bitte?“, hakt er nach und schüttelt sacht den Schopf: „Wie dem auch sei, Komtess...“

    Ich gebe auf.

    „... es ist nicht so schwer sich alle Namen der ansässigen Familien zu merken und wenn ihr erst in Calpheon seid, müsst ihr sie
    wissen. Also...“, ein tiefes Seufzen und Schmatzen als trüge er die Last der Welt auf den Schultern: „... den Kalis-Rat haben
    wir ja nun. Sehen wir, ob ihr in den letzten Tagen zwischen den Unterrichten gelernt habt.“

    Wir saßen unter einem der weitläufigen Bäume des Anwesens und Annaphen, die Glückliche, lag auf dem Rücken im Gras und
    ließ sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Meine Gedanken schweiften ab, während er von Häusern wie di Falco oder Ceos
    sprach. Die Namen aus seinem Mund kamen und gingen, verfingen sich weniger
    [Weiterlesen]