Artikel 143

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    Hoffnung schöpfte ich immer wieder aus erreichbaren Quellen, so sollte sie mir Stärke verleihen.
    Stärke, den richtigen Weg zu finden und bis zum Ende durchzustehen.

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    Der Winter spielte sein übliches, übles Spiel als ich gerade erst Heidel erreichte. Meine Reise hatte sehr viel länger gedauert als vermutet, da ich aufgrund unzähliger Gefahren immer wieder vom Weg abgekommen bin. Meist sollte mir das Glück noch hold sein und mich fand ein Abenteurer, Wanderer, Forscher oder fliegender Händler bevor es üblere Gestalten taten. Es fühlte sich an, als stelle mir jemand eine schreckliche Ausdauerprobe. Eine Prüfung für Geist, Seele und letztendlich auch Körper. Der Körper eines Kindes, welcher mittlerweile abgemagert und knochig litt. Jeder meiner Knochen schmerzte mit jedem weiteren Schritt und eigentlich wollte ich nur noch heulen, mich zusammenrollen und den Winter mich holen lassen. Aber ich durfte nicht aufgeben. Urwa wollte, dass ich lebe und das
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  • Familien betrachtete ich immer mit unendlichem Neid.
    Immer wieder spielte die Frage "Was wäre, wenn ich eine Familie hätte?" eine große Rolle in meinem Leben.
    Meine Familie hatte mir diese Erfahrung nicht gegeben.

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    Meine kurzen Beine trugen mich mit hoher Geschwindigkeit durch die geschäftigen Straßen von Altinova, der rauen, sandfarbenen Stadt die durch den Handel gewisser Steine florierte.
    Das machte die Stadt leider nicht schöner, lediglich voller und reicher. Die Häuser wurden unsortiert, fast willkürlich, auf freiem Grund gebaut, Händler aller Art machten sich mit ihren billigen Ständen auf der Straße, die nur aus rotem Sand bestand, breit. Dazu rundete der Geruch das Ganze ab: Es roch immer nach dem Feuer eines Schmelzofens.
    Ich wollte raus aus der Stadt, und bald hatte ich auch genug Münzen zusammen, um bis nach Calpheon zu reisen.
    Schnell und flink navigierte ich meinen kindlichen Rahmen also durch die Reisenden, Händler,
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  • Damals rannte ich oft vor Angst davon und habe gedacht, sie macht mich schwach und zögerlich. Ich wollte keine Angst mehr fühlen und versuchte, mich gegen dieses Gefühl zu wehren.

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    Der Panther an meiner Seite legte die Hände auf die flache Mauer der Grenze des Kapellenviertels. Die Sonne schien ihre letzten Strahlen in einem goldorangenen Taint über die rote, hässlich reizende Stadt Calpheon. Ihr Blick war klar auf die Wachgruppen fixiert, die seit dem letzten Mord deutlich aufmerksamer durch die Stadt patrouilleren. Schon seit dem ersten Toten gab es mehr Wachgänge, doch das jetzige Aufgebot stellte ein wirkliches Problem dar.
    „Sieh sie dir an, Nachtgänger, sie glauben, sie sind die Katzen und du die Maus.“, verspottete der Panther die drei Männer in der schweren Rüstung, die sich weit unter uns befanden.
    „Solange sie derartig alarmiert sind, werde ich kaum weiter agieren können, ohne dabei mindestens gesehen zu werden.“, erwiderte ich leise.
    Da lachte
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  • Als meine damalige, beste Freundin, Ariliah, brutal umgebracht wurde, hatte ich mir gewünscht, ich könnte sie zurückholen. Zurück in das Leben, was wir führten, dem endgültigen und gnadenlosen Tod entgegen.

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    Der Friedhof von Calpheon war nachtsüber kein Ort, an dem sich Naivlinge aufhalten sollten. Hier trafen sich immer wieder vermeindlich gefährliche Menschen um diese schwachsinnigen Intrigen zu schmieden, die sie für schlau hielten. Oder es trafen sich die Menschen, die nur als Botenüberbringer, Laufburschen für die wirklich gefährlichen Menschen dienten. Heute Abend sollte einer dieser Handlanger mein Ziel sein.
    Noch leicht berauscht von der goldbraunen Flüssigkeit, die in der Lunge brannte, als ich sie in mich hineingekippt hatte, versteckte ich mich an einem offensichtlichen doch unsichtbaren Ort: In der dunkelsten Ecke des Friedhofes, halb in den Boden gegraben. Meine hellen Haare verdeckt durch eine tief ins Gesicht gezogene, schwarze Kapuze.
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  • Damals sah ich Menschen mit Masken und habe mich gefragt: "Warum wollen sie jemand anderes sein?"
    Wer sich hinter einer Maske versteckt, der muss sich doch für sich selbst schämen, dachte ich. Ich empfand Mitleid.

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    Tagsüber war Calpheon eine hässliche und doch zugleich merkwürdig reizende Stadt. Auf der einen Seite bestand jedes Bauwerk lediglich aus hässlichen, gestapelten Blöcken aus rotbraunem Gestein, doch auf der anderen Seite bemühten die Erbauer sich, seltsame Formationen zu bauen, die dem Auge schmeicheln sollen. Aber das war es nicht, was der Stadt ihren Reiz gab. Die Bewohner und Reisenden, die diese Stadt erfüllen, sie allein gaben ihr eine unwiderstehliche Aura. Immer wieder erfreute ich mich an den vermeindlich heimlichen Intrigen, die ein närrischer Bettler schmied um das Gefühl der Macht zu besitzen. Der Adel, welcher hinter Schloss und Riegel über 'verbotene' Dinge philosophiert oder plant, in dem Glauben, damit festigen sie
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  • Wie lange war es eigentlich her das er zuletzt in dieser abscheulichen Stadt gewesen war? Er konnte sich nicht mehr genau daran erinnern, doch es kam ihm wie eine schiere Ewigkeit vor, als er zum letzten Mal diese kargen, aufeinander gehäuften grauen Steine zu Gesicht bekommen hatte. Altinova in war so vielen Dingen anders. Ob nun besser oder schlechter, lag wohl im Auge des jeweiligen Betrachters. Ryuokas Heimat war keines davon und doch fühlte er sich zu diesen Plätzen der Welt am meisten hingezogen. Es waren die verschiedenen Gesichter, die Ereignisse die ihn mehr als einmal in die Knie gezwungen hatten, ehe er sich mit einer weiteren Narbe und ein wenig mehr Dreck an der Kleidung wieder aufgerichtet hatte. Auch der Grund für sein Hiersein war einer Situation aus der Vergangenheit zu verschulden. Sein Gedächtnis hatte ihm etwas in Erinnerung gerufen. Ein 'Versprechen' das er vor einer Ewigkeit zwar gegeben, jedoch nicht eingehalten hatte. Und jetzt, nachdem er endlich die lang
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  • Immer hatte ich davon geträumt, ein Held zu werden. Die klassische Art von Held. Die Art von Held, über die gelesen wird, über die es nichts Schlechtes zu erzählen gibt. Kinder sollten auf mich zeigen und sagen: “Sieh, so wie diese Frau will ich auch werden!“.

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    Der Mond gab wie immer sein bestes, die Nacht hell wirken zu lassen. Die Wolken erkannten diese Mühen an und zogen sich vorerst zurück. Eine klare, helle und kalte Nacht. Mein Blick fiel hinab vom Himmel auf die Stadt vor mir: Calpheon. Eine Stadt unerreichter Größe, unglaublicher Vielseitigkeit, beachtlichen Bauwerken und starkem Glauben. Auf einem der Kirchturme kniend konnte ich alles sehen, das Viertel der Armen, stehts dreckig, verwüstet und verrucht. Die Handelsstraße, noch immer voll belaufen aufgrund der vielen Tavernen, die Reisende aller Art anziehen. Der Werkstattsbezirk, der dunkel und ruhig um die Uhrzeit anmutete. Die Akademie der Walküren, welche stolz ihre Pracht präsentierte.
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  • "Achte auf den Himmel, mein Sohn. Sobald du auch nur mehrere Krähen siehst, welche dir ungewöhnlich erscheinen, gehe ins Haus und schließe ab." Dies waren Vaters Worte damals. Nie konnte ich wirklich glauben und verstehen, was Augustus damit meinen würde. Nie wollte ich verstehen, dass es sowas gibt. Ich meine...Krähen, welche offenbar unter einem Zauber stehen und von dunkler Magie geleitet werden. Von Hexen, welche isoliert leben. Ob allein oder in einem Zirkel.
    Ich hielt sowas immer für Geschwätz, um mich und meine Schwester davon abzuhalten, uns zu weit vom Familienanwesen zu entfernen...bis heute zumindest, als ich auf einem Patrouillenritt war.
    Wie jede paar Tage ging es auch heute zum Hof Moretti, um nach dem Rechten zu sehen und mich mit einem der Erntehelfer zu unterhalten. Marius heißt er. Ein tapferer Mann, aber auch tollpatschig.
    Er erzählte mir von einem zerlumpten, traumatisierten Burschen, der vor zwei Tagen hier zum Abend hin ankam, der angeblich stotternd was von… [Weiterlesen]