Artikel 167

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Nie zweifle ich daran, dass es in jedem Menschen Gutes gibt. An Abenden wie diesen wurde dieser Glaube auf die Probe gestellt. Sinnlose Gewalt herrschte in einer Taverne Calpheons irgendwo unter der Brücke direkt vor dem Demi. Jeder schlug auf jeden mit einer Wut, die so nicht genutzt werden sollte. Ich navigierte mich durch die wütenden Schläger mit gezielten, tänzerischen Schritten. Mal musste ich fliegenden Flaschen ausweichen, mal gerade verprügelten Taumlern und mal aggressiven Schlägern, die nur noch blind um sich schlugen. Doch das war ein Spiel, welches ich kannte zu spielen. In vielen Schlägen sah ich die Frust der Menschen, das Leid, und manchmal vielleicht unverhohlene Wut, die eigentlich nicht dem Ziel der Faust galten. Immer wieder tat mir jeder der Beteiligten Leid. Mein Aufpasser hingegen empfand in dem Moment kein solches Mitgefühl. Wenn er die Faust schwang, dann gezielt und effizient brutal. Wenn er traf, gab es mindestens einen gebrochenen Knochen, meistens[Weiterlesen]
  • Mein Gesang hallte durch den gefüllten Raum der Taverne voller angetrunken Arbeitern. Der Schankraum war ein einzelner, quadratischer Raum voller kleiner Tische und die dazugehörigen Stühle. Beinahe jeder Platz wurde von einem der Arbeiter einfacher Klasse besetzt. Es gab Schmiede, Schreiner, Wachmänner außer Dienst, Händler verschiedener Arten und noch etliche andere Professionen. Ein paar hörten mir lächelnd zu, oder musterten meinen tanzenden Körper. Ich bewegte mich mit gezielten Schritten zwischen den Tischen umher und baute hier und da Körperkontakt auf nur um mich sofort wieder zu lösen. Doch langsam verstummte die Welt und mein eigener Gesang. Ich spürte, wie ich meinen Mund weiter bewegte, wie die Worte meine Lippen verließen, aber ich hörte nichts mehr. Dunkelheit machte sich breit und statt in der Taverne stand ich in einem schwarzen Nebel.
    „Wieso hast du uns das angetan?! Wie soll ich nur meine Kinder ernähren?!", schrie eine wütende, weibliche Stimme von nirgendwo und
    [Weiterlesen]
  • Irgendwie meint das Schicksal es wohl gut mit uns, ohne große Zwischenfälle legten wir die Strecke von Florin nach Olvia zurück. Das aufziehende Gewitter kurz hinter den „Tor von Florin“ würde ich jetzt nicht als sehr großen Zwischenfall bezeichnen. Wir haben zwar ein kleine Husche von Regen abbekommen, aber ich will mich darüber nicht beschweren...es ist NUR Wasser.
    Olvia kannte oder kenne ich nur von weiten oder eben von alten Karten, die ich mal günstig erworben habe um sie zu studieren und mir entsprechendes Wissen an zu eignen.
    Der Ort mit seinen umliegenden Gehöften und Feldern, hat etwas beruhigendes.





    Hier kann man mal durchatmen und ich freue mich schon etwas, dass das Gefühl des Beobachtens immer weniger wird, je mehr ich mich von Calpheon fort bewege.



    Wie in jeder Ortschaft gibt es auch hier ein Gasthaus,die Unterkunft einfach,aber sauber. Selbst der Wein der hier ausgeschenkt wird, macht Lust nach mehr. Ich glaub ich werde mir eine oder zwei
    [Weiterlesen]
  • „Komtess...“, spricht er mich zum wiederholten Male falsch an und ich fragte mich, ob es eine Prüfung meines Rückgrats ist,
    oder einfach Dummheit im Mantel eigener nach außen getragener Bildung.

    „Gräfin...“, mein leiser Einwurf.

    „Bitte?“, hakt er nach und schüttelt sacht den Schopf: „Wie dem auch sei, Komtess...“

    Ich gebe auf.

    „... es ist nicht so schwer sich alle Namen der ansässigen Familien zu merken und wenn ihr erst in Calpheon seid, müsst ihr sie
    wissen. Also...“, ein tiefes Seufzen und Schmatzen als trüge er die Last der Welt auf den Schultern: „... den Kalis-Rat haben
    wir ja nun. Sehen wir, ob ihr in den letzten Tagen zwischen den Unterrichten gelernt habt.“

    Wir saßen unter einem der weitläufigen Bäume des Anwesens und Annaphen, die Glückliche, lag auf dem Rücken im Gras und
    ließ sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Meine Gedanken schweiften ab, während er von Häusern wie di Falco oder Ceos
    sprach. Die Namen aus seinem Mund kamen und gingen, verfingen sich weniger
    [Weiterlesen]
  • „Wir können nicht den Kopf nun in den Sand stecken und uns dem Schmerz ergeben. Du weißt was Vater gesagt hat,
    wir können nicht alle machen lassen was sie wollen.“

    Ich sah ihr zu, wie sie im Raum auf und ab ging und ich lauschte den vielen Worten, die einem Wasserfall gleich
    auf mich einprasselten.

    „Du weißt, ich kann es nicht tun. Ich habe einen anderen Weg gewählt, es war Alessios Weg Graf zu werden und
    meiner Walküre. Elion zu dienen ist alles was ich will und wofür ich lebe und arbeite.“

    Sie konnte es nicht tun, aber wer dann? Kurz senkte ich den Blick auf meine Hände, sie zitterten und taten
    dies bereits seit der Ankunft meiner Schwester und der schlechten Nachricht, die sie nach Olvia brachte.

    „Wir brauchen also eine Lösung und ich bin auch nicht bereit das Haus in Leitung an unsere Basen und Vettern
    zu geben. Sie haben die Weinberge, sollen sie diese behalten und verwalten, aber den Grafentitel halten wir.“

    Wir? Wie sollte das gehen? Wir könnten überhaupt
    [Weiterlesen]
  • Ich erinnere den Tag, die Stunde, die Minuten als die schreckliche Nachricht überbracht worden ist. Gleichwohl höre ich auch noch die hastigen
    Schritte durch den Flur des Anwesens in Richtung meiner persönlichen Gemächer.
    Ungewohnt barsch wurde die Tür aufgerissen, knallte mit der Kante gegen die rückwärtige Wand und schlug hinter Annaphen wieder ins Schloss.
    „Das war unnötig“, korrigierte ich ihr Verhalten mit gehobenem Blick um dann das erste ungute Gefühl im Magen zu bekommen. Meine Schwester
    war bleich wie das Salz aus unseren Mienen. Sonst immer das pure Leben mit ihrem Elion geschenkten roten Haar, der gesunden Hautfarbe und
    den strahlend blauen Augen, ließ mich das Bleiche und die zitternden Finger unvermittelt aufstehen und zu ihr eilen. „Du siehst aus als wäre ein
    Geist persönlich hinter dir her. Was ist geschehen?“, meine Finger umfassten die ihren, ich sah ihr in die Augen und hörte dann: „Sie sind tot,
    Anastasia.“, ein Beben einem Schluchzen gleich hob ihr die Brust:
    [Weiterlesen]
  • Malerisch wirkt es wie dieser kleine Ort an den Ausläufern des Balenosgebirges liegt. Richtig idyllisch will ich meinen, wenn man davon absieht, dass praktisch, auf der anderen Straßenseite ein gutes Stück den Wald rein die Breebaumruinen sind.
    Sie bereiten mir ein Gefühl des Unwohlseins und doch will ich auch sie bei Gelegenheit besuchen.
    Aber ich schweife ab, zurück zu den kleinen Florin, mit seinen Kräuterkundigen und Gärtnern. Dafür das dieser Ort so klein ist, herrscht hier genauso reges Treiben wie in Calpheon.






    Am frühen Abend traf ich zwei meiner Weggefährten in den kleinen Gasthof von Florin. Der stumme zurückhaltende Herr, hat sich als Yuusako vorgestellt und scheint auch viel in der Weltgeschichte herum zu reisen. Er gehört zu den wenigen, die ich kenne, die mein Heimatland persönlich gesehen haben.
    Zwischen Yuusako, Herr Attoriuss und meine Wenigkeit ist ein sehr interessantes Gespräch zustande gekommen. Wäre Sajidah dabei gewesen, sie hätte gewiss auch ihren Senf
    [Weiterlesen]
  • Was für ein Beginn dieser Reise, dachte ich, ich würde allein reisen, sind wir nun zu viert unterwegs. Eine recht seltsame Gruppe möchte ich meinen. Angefangen bei Sajidah, die ihre Ohren und Augen überall hat, was sie auch zu gibt. Leider wird sie nur ein Stück mit uns kommen, aber das ist in Ordnung, hat sie ja mit ihren Schiffen viel um die Ohren.
    Ich frage mich, wann sie den nächsten Versuch startet, mich auf ihr schwankendes Brechmittel zu holen, was sie Schiff nennt. Wie auch immer, so ist auch Sajidah eine Freundin für mich geworden, wie der alte Grummelkopf Ric. Das die beiden sich nicht riechen können stört mich nicht, schaffen sie es ja wunderbar sich aus den Weg zu gehen.
    Lange Sätze, kurzer Sinn... ich bin froh, dass sie dabei ist.





    Der zweite im Bunde ist der Herr Attoriuss, welcher zu einen meiner ersten Kunden gehörte, die bei mir eine Karte in Auftrag gegeben haben und die ihn wohl gute Dienste leistet, da er sie ja mit sich schleppt. Er wird mich bis nach Velia
    [Weiterlesen]
  • Diese große Stadt macht mich in letzter Zeit mehr und mehr verrückt. Ich fange an Dinge zu sehen wo nichts ist und das Gefühl, dass Augen auf mich gerichtet sind, macht die ganze Sache auch nicht besser, im Gegenteil es wird schlimmer. So schlimm, dass ich schon einen Kurier eine Ohrfeige gegeben habe,vor lauter Schreckhaftigkeit.
    Kurz ich muss hier raus, was anderes sehen, als Mauern, Häuser und den stinkenden Fluss, welcher die Stadt teilt. Streckenweise symbolisiert er sogar die Kluft zwischen arm und reich.
    So trifft es sich ja gut, dass ich nach Velia reise, gut möglich,das dadurch der ganze Spuck vorbei ist,wenn ich wieder zurück bin.
    Eben an dieser besagten fließenden, stinkenden Grenze traf ich einen, mir doch sehr lieb gewonnenen Bekannten. Bekannter ist untertrieben, der „Grummelkopf“ von einen Stadtjungen, kann man schon als Freund bezeichnen.
    Keine Ahnung wie er es macht, aber er ist immer da wenn ich einen Freund brauche, mit den man mehr oder weniger reden kann.
    [Weiterlesen]
  • Die Gerüche von Fäulnis, Fäkalien und Verrottetem mischten sich mit der Feuchtigkeit in der Luft zu einer bestialische Masse, die sich wie Schleim über die Haut legte und jegliches Frische zu ersticken wusste. Ein tiefer Dunst legte sich über den feuchten, matschigen Boden. Das Bildnis eines Hexenkessel wurde in der Nähe von Glisch geboren. Eines miefigen Kessel.
    Es war ein Ding der Unmöglichkeit sich über die schlammige Erde zu bewegen ohne dabei von unten bis oben mit dem geruchsintensiven Boden beschmutzt zu werden. Demnach waren die Hosen und ledernen Mäntel der Männer von Sprinkler verziert und durch die Erde dunkelbraun verfärbt. Von den Stiefel wagte man gar nicht zu sprechen, schmatzen sie ein jedes Mal, wenn auch nur die kleinste Bewegung erdacht wurde. Sein Übriges tat der dabei vorherrschende Sumpf, aus dem Dämpfe Aufstiegen, die so erschreckend rochen, dass ein Feuer sie wohl entzündet hätte. An einem Baum, indes, blickten kaltherzige und ausdruckslose Augen in
    [Weiterlesen]