Artikel 119

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  • Sommer

    Wu wurde geweckt als der Karren mit ihr darauf das Ziel erreicht hatte.
    Olvia entpuppte sich als kleine Siedlung, idyllisch in den Hügeln gelegen, hinter denen in der Ferne eine scharfe Kette aus versuchte, sich bis zum Himmel empor zu recken. Die Steinhäuser, mit nur leicht ansteigenden Dächern gekrönt, lagen zwischen Feldern und Obsthainen im Schatten vieler alter Bäume. Wu nahm ihre Sachen vom Karren, bedankte sich für die Mitreisemöglichkeit und begann durch die kleinen Gassen zwischen den Gebäuden zu wandern. Hier schien viel verschiedenes Volk zu leben und seinem Tagwerk nachzugehen.
    Wu wurde schnell als Reisende und Fremde wahrgenommen und man verwies sie an den Dorfvorsteher am Versammlungsplatz, der am Hang eines Hügels das kleine Dorf überragte. Für Wu war dieser Hinweis nichts Ungewöhnliches. In Haso suchte man bei der Ankunft in einer Siedlung zuerst die Seherin auf, die auch meist das Amt der Dorfvorsteherin innehatte. War sie es doch, die mit Hilfe ihres… [Weiterlesen]
  • Regrets.

    I woke up in a dark room, cold chill is running down my back as I am desperately trying to move but my body just seems to work against me. It feels like I am out of my body high above it, in some unknown world, in some unknown state, but still connected to it with some kind of invisible chain, the type of chain they wrap around your neck. Slowly I can feel the strength that grips around my neck, forcing me to breathe harder, like somebody, or something, is choking me. The last several minutes I was trying to move my body, nothing happened, but now that I am more or less aware of my 'surroundings' I can feel my disconnected body shaking. It's trembling as I am desperately trying to force it into my commanded movements. Something is changing - my eyelids open and I see something that, not in any imagination, can just be a wild dream gone bad.


    I was halfway looking down my body, which was leaking blood out of the wound in my chest, where the big kingsword had pierced my
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  • Sommer


    Wu erreichte das Festland an einem kleinen Anleger, dem Ziel der Fähre. Ein Fluss, den die Einheimischen Balenos nannten, mündete unweit des Anlegers ins Meer und nach einem kurzen Stein- und Sandstrand ging das Land in eine sanfte, grüne Hügelkette über. Die Seeluft vermischte sich mit dem Duft nach Blüten sowie von unzähligen Fischen, die zum Trocknen an langen Stangen am Strand aufgehängt waren. Neben dem Anleger gab es eine Werft für kleine und eine für mittlere Schiffe, einige Fischerhütten und am Fuß der Hügel ein Steingebäude mit einem Wehrturm. Wu erwartete Zollkontrollen und Passagierprüfungen, aber niemand kümmerte sich um sie und die anderen. Personen sowie Fracht wurde aus- und dann wieder eingeladen, die Fischer musterten alles mit mittelmäßiger Neugierde und nachdem die anderen Passagiere sich per Pferd, Wagen oder zu Fuß auf den Weg die Straße hinauf in die Hügel zu ihren Zielorten gemacht hatten, blieb von ihnen Wu faktisch alleine am Strand zurück.

    Ihre… [Weiterlesen]
  • Herbstgeschichten I

    Die Kinderschar am Hafen umringte die junge Haso und Wu kam endgültig mit ihrer Kiste nicht weiter. „Eine Geschichte, bitte – ja, eine schöne Geschichte – nein, eine gruselige Geschichte!“
    Wu blickte in die teils dreckigen, teil etwas saubereren erwartungsvollen Kindergesichter: sie hatte verloren, es blieb nur die vollständige Kapitulation.
    „Na schön, aber nur eine.“ Wu blickte sich noch kurz um und versicherte sich, dass die Vorarbeiterin des Hafens nicht in der Nähe war, dann stellte sie die Kiste ab und setzt sich darauf. Die Kinder bildeten sofort einen Zuhörerkreis um sie und Wu musste diesmal nur einmal kurz böse schauen, dann wurden auch sogleich die jüngsten und kleinsten brav in die vorderste Reihe gelassen. Wenn Wu eine Geschichte erzählte, dann mussten ihre Regeln eingehalten werden – das hatten die Straßenkinder schnell gelernt.
    Wu blickte einen Moment über den Hafen und den Fluss hinweg um ihre Gedanken zusammen. Die Blätter der Bäume waren dabei… [Weiterlesen]
  • Das Land am Ende von Wus Reise über den Ozean entpuppte sich als eine Insel mit dem Namen Lema. Wie der Rücken einer riesigen Meeresschildkröte erhob sich Lema aus dem Meer, ein schmaler Sandstrand im Westen ging steil in einem Berg über, der sich bis an den östlichen Rand der Insel zog. Wu wäre sicher nicht überrascht gewesen, wenn sich die Insel kurz vor ihrer Ankunft am nördlichen Ufer des Sandstrandes plötzlich ins Meer hinabgesenkt und in den Tiefen verschwunden wäre.
    Das Schiff machte an einem hölzerne Kai fest und Wu war froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Man erzählte ihr, dass am Südende ein weiterer Kai sei und von diesen eine Barke hinüber zum Festland segelte. Außer den beiden Anlegestellen gab es nur noch ein kleines Militärlager am Strand. Man sprach von einer Piratenplage, welche Handelsschiffe und Fischerboote zwischen den vielen Inseln und dem Festland heimsuchte.

    Die aussteigenden Passagiere wurden auch sehr genau gemustert, aber die junge Frau aus… [Weiterlesen]
  • Wus Welt bestand aus dem Schmerz und immer stärker werdenden Verzweiflung. Der schwere Stiefel nagelt ihre Finger weiterhin fest und der Schmerz explodiert als der Besitzer dann auch noch sadistisch den Absatz zu drehen begann. Schreie und Rufe waren von oben zu hören, Tische und Stühle zur Seite geschoben und einige ganz begeisterte versuchten gar einige der Bohlen abzuheben um ja nichts vom kommenden Schauspiel zu verpassen.

    Über alle Stimmen hinweg hörte man die wütende Stimme der Dame Wang, die befahl ihre Lieblinge zu holen und durch das Gitter nach unten zu lassen …. sofort!


    Wu kannte die beiden Vielfraße, sie hatten sie schon einmal gesehen als sie auf Befehl Wangs einer Magd, die Geld unterschlagen hatte, die Finger einer Hand abbissen.

    Der Schmerz und die Verzweiflung wurden von absoluter Panik verdrängt.


    Das Mädchen schrie und weinte, hämmerte gegen die Bohlen. Irgendwo rasselten Ketten und ein Gitter wurde quietschend nach oben gezogen. Ratten sausten an Wu vorbei… [Weiterlesen]
  • Bei jedem Tritt der schweren Stiefel, welche die Seeleute so bevorzugten, erzitterten die alten, brüchigen Holzbohlen und Staub rieselte in den dämmrigen Bodenraum darunter. Der Platz dort unter den Bohlen war eng, stank nach alten Bier und Schlimmeren und man konnte kaum die Hand vor Augen sehen; das Licht des Raumes darüber drang nur spärlich durch Ritzen und Löcher bis nach hier unten. Von den Leuten oben kümmerte sich kaum einer um das, was dort unten herumkroch. Oben spielte das Leben: Musik, Pfeifenrauch, Lachen und natürlich das Fluchen, wenn die Karten oder Ma-Jongg-Steine nicht für sondern gegen einen waren. Schnell wurden die Worte und Gemüter so hitzig wie der dampfende Tee auf den Tischen, dann hörte man Stühle umkippen und kurz danach kippte auch einer der Streitenden oft um. Wenn Klingen und andere Waffen im Spiel waren tropfte bald die dicke, rote Lebensflüssigkeit des Verlierers durch die Ritzen und Spalten in den Bodenbereich darunter.
    Die Musik stoppte vielleicht… [Weiterlesen]

  • Kausalität

    ~

    "Haltet Ihr das für eine gute Idee...?" Obgleich als Frage formuliert, schwang doch in den Worten des Arkanisten weder Wankelmut noch effektives Interesse über die Meinung seines Diskutanten mit. Er beleuchtete nur allzu nachdrücklich was er von diesem Entwurf einer Idee hielt, indem er die Missbilligung selbst, nahezu formvollendet Personifizierte. Der Arkanist war kaum ein paar Spannen bejahrter als er selbst und dennoch schickte er sich beharrlich an, ihn zu belehren. "Es gibt Menschen, die würden ein Vermögen zahlen, das hier zu sehen. Wieso nur...“ Beklagte sich der, ihm gegenüberstehende Mann „wieso kannst du nicht ein wenig wie die anderen Menschen sein? Sinding beschwert sich schließlich auch nicht." Lamentierte Raphael affektiert und gab zur Dramatik seines Befunds, einen weiteren tiefen Luftzug bei. Der Arkanist machte keine Anstalten, auf den zuvor getätigten Deut des Blonden einzugehen. Witzeleien gehörten nicht ins Repertoire des fortwährend
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  • Stille.

    Absolute Stille.

    Wochen waren vergangen seit dem Training im Hof der Burg. Sie kamen mir vor wie Jahre. Etwas platscht. Ein Topfen Flüssigkeit, der zu Boden fällt. Die Stille unterbricht. Und dann wieder.. die befreiende Stille. So wechselt es sich ab. Stille, Tropfen, Stille, Tropfen, Stille, Tropfen.
    Langsam hat sich eine Pfütze gebildet, denn das Platschen wird lauter. Wasser, das in eine größer werdende Pfütze tropft. Enervierend. Das Dach sollte repariert werden! Wofür haben wir so viele Bedienstete? Dann wieder.. Stille. Offenbar hat jemand den gedanklichen Ausruf gehört und das Loch in der Decke repariert. Seltsam.. es waren gar keine Hammerschläge zu hören. Und warum.. ist es so.. Warum starre ich die ganze Zeit die Wand an? Meine rechte Hand fühlt sich verkrampft an.

    "Danifae?" ..

    Jemand sagt meinen Namen. Ich kenne die Stimme. Sehr gut sogar.

    "Danifae?"

    Besorgnis schwingt in ihr mit. Und etwas wie befreiende Dankbarkeit.

    "Dani..? .. Alles in Ordnung? .. Bist… [Weiterlesen]
  • “Langsame Annäherungen”


    …….die Tage in Heidel ohne Zoe vergingen für Lucan wie im Flug. Zoe nach dem Vorfall mit der Bauernfamilie noch immer geschockt vom Treiben des Barons. Ja auch er weiß, dass er ein grausames Monster sei, aber wie sollte man den sonst mit solch Bauern Abschaum umgehen? “Nein”......da schüttelte er doch verdutzt den Kopf. Die Valencianer sind doch ein zu “warmherziges” Volk, sonst würden diese sich nicht in der Wüste verkriechen. Ein schmunzeln machte sich auf Lucans Lippen breit ehe ihm die überlegung kam das Zoe doch zu sanft für ihn wäre. Lucan auf der Suche nach einer starken Frau an seiner Seite hofft dennoch, dass Zoe ihm diese Stärke irgendwann zeigt die er doch so verzweifelt sucht. Diese Gedanken beschäftigten den Baron viele Tage doch jeden Tag sah die Magd des Hauses nach Lucan, ob er doch noch am Leben sei, da die Wunde die ihm zugefügt wurde nicht in seiner Aufmerksamkeit lag, wurde diese doch immer schlimmer und schlimmer. Nach[Weiterlesen]