Artikel 133

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    Zwei lange Tage schwieg der Junge mich an. So lange wie es dauerte, bis wir den nächsten Fluss erreicht hatten und ich endlich das Blut aus meinen Haaren waschen konnte. Bei dieser Kälte war dieses Unterfangen alles andere als angenehm, aber es ist nun mal nötig gewesen. Mit dem vorigen Bild, welches ich gab, würde ich wohl kaum die Hauptstadt von Calpheon betreten können. Mit angespannten Körper saß ich also in dem seichten Fluss, höher gelegen in den Bergen von Calpheon...und wurde mit meinen Gedanken allein gelassen. Tatsächlich wagte ich sogar einen Blick nach unten. Was ich sah überraschte mich nicht, war schließlich mein Körper: Unzählige Narben, frischere Wunden, blaulilane Flecken und Muskeln. Doch falsche Bescheidenheit was den allgemeinen Rahmen betraf hatte ich nicht: In enger Kleidung, die all die Makel verhüllt, könnte ich vermutlich den einen oder anderen erröten lassen.
    Glücklicherweise fiel für diesen kurzen Moment kein Schnee, und so fror ich mich wenigstens nicht… [Weiterlesen]
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    Was mich dazu bewegte, diesen Auftrag anzunehmen, wusste ich nicht mehr. Diese verfluchte Kälte in Calpheon war einfach unerträglich, aber das machte diesem Jungen nichts aus.
    Das ist bestimmt die Geheimfähigkeit aller Boten: Wetterunabhängig.
    Selbst Schnee fiel mittlerweile, glücklicherweise aber nicht allzuviel. Genug aber um den Pfad vor uns matschig zu gestalten. Um uns herum befanden sich sonst nur Hügel, irgendwelche Bauernhöfe, Banditen oder meine Lieblingssichtung: Ein Tier mit vier Beinen was ich essen kann.
    „Bist du schon wieder in Gedanken versunken?! Du sollst mich doch beschützen! So kannst du das wohl kaum!“, tadelte der Junge vor mir mich.
    Eine kleine Gestalt in einem dicken Pelz, auf dem Kopf wilde, braune Haare passend zu den gleichfarbigen Augen. Immer, wenn er sich aufregte, blähten sich seine Backen auf, und selbst ich fand das süß.
    „Arino, ich habe doch gesagt: Ich überprüfe nur die Gegend.“, erwiderte ich abwinkend.

    Und suche nach Essen. (Sie haben gelitten.)
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  • Elion, ich habe viel zu lange nicht geschrieben, und es ist viel zu viel passiert.
    Als erstes das Duell gegen Cortez, ich habe gesiegt, aber es war knapp, viel hätte nicht gefehlt und dieser Schleimbolzne hätte mich mit einem fiesen Trick besiegt, ich muss wirklich mehr aufpassen. Aber meine Gedanken gingen an jenem Tag auf Wanderschaft, vor allem als ich bemerkte das auch Lavellan Carvain dort war.
    Dann... Aulana, sie ist jetzt mein Mündel.. und hat sich Hals über Kopf in einen Admiral verliebt. Wenn es nach den beiden gingen würden sie sofort heiraten, aber ich habe klargemacht das sie eine angemessene Werbungs- und Verlobungszeit einhalten müssen. Ich habe Aulana eine Leibwache zugewiesen, das dumme Mädchen hat sich trotzdem heimlich davon geschlichen, ich habe erfahren das sie mit dem Admiral fort war. Dummerweise muss ich nun die Wache wegen ihr degradieren und Aulana ins Gewissen reden, wenn das nicht hilft... werde ich wohl doch mehr Vormund als Freundin werden müssen.
    Und… [Weiterlesen]
  • Wenn ich doch nur...diesen verfluchten...Fisch...endlich fange!
    Meine Gedanken, so wie auch der Rest meines Körpers, befanden sich in Rage als ich diesem lächerlich fetten Fisch mit meinem Schwert hinterherstach. Doch aus mir unbekannten Gründen war dieses Ding schneller als gedacht.
    Mit steigender Wut aber wurde ich schneller und bald schon war dieses Fettvieh aufgespießt und ich musste es nur noch hinausziehen, worauf ich den Kopf meines Gegners nochmal auf den Stein knallte. Jetzt war dieser Fettfisch wirklich tot.
    "Sieh doch nur, Raye, all die Farben dieses Landes!", schwärmte der junge Händler, wessen Name Harlin lautete.
    "Du könntest auch mal etwas Nützliches tun.", erwiderte ich noch etwas gereizt dieses Fettfisches wegen.
    Seit einer Woche reisten wir zusammen, und eigentlich hätten wir längst in Calpheon-Stadt oder sonstwo, wo auch immer er hin wollte, sein können. Leider haben wir uns...verirrt.
    Verirrt oder er reist absichtlich länger mit mir weil er immer noch glaubt, ich[Weiterlesen]
  • Mein rechter Fuß fand nach unendlichen Tagen auf einem Schiff endlich wieder festen Halt auf dem Dock dieses kleinen Dorfes. Velia nannte der Händler, der mit mir gereist es, dieses ruhige Fleckchen. Der linke Fuß folgte schnell und beinahe schon musste ich grinsen.
    Es gab immerhin nichts Gefährlicheres als die unbändige See und ihre Launen.
    Zufrieden streckte ich meine Arme in die Höhe und legte darauf die Hände auf meinen Kopf, auf dem die ungewaschenen, blonden Haare thronten. Wie immer in einem wilden Dutt, aus dem die Haare euphorisch versuchten, zu fliehen.
    Zu meinem Unglück gab es noch etwas anderes euphorisches, welches aus mir unbekannten Gründen glaubte, wir sind Freunde. Und dieses etwas fiel in Gestalt eines langen, jungen Mannes aus, welcher es nicht mal schaffte einen Bart wachsen zu lassen. Seine haselnussfarbenen Haare, welche mittlerweile so lang sein mussten wie meine eigenen, ließ er stets offen und pflegte sie bis in die Spitzen. Das rundete das Aussehen des
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  • Manchmal frage ich mich wer dazu neigt mein Leben so kompliziert zu machen, vor allem immer gerade dann wenn ich denke es beruhigt sich gerade wieder. Gestern Abend hab ich unerwarteten aber erfreulichen Besuch bekommen, ich bin selbst erstaunt wie sehr es mich gefreut hat. Natürlich kamen auch noch schlechte Nachrichten Cortez, einer der adligen die der Meinung sind um meine Hand anzuhalten, hat mitbekommen das meine Wache in den nächsten Tage nicht da ist. Und nun drängt er auf eine Entscheidung von mir, ich traue dem Kerl nicht über den Weg, wenn er sich auf das Duell einläßt dann bestimmt nur weil er was hinterhältiges plant.
    Zu meinem Glück konnte ich meinen Besuch überzeugen als meine Wache einzuspringen, Cortez wird sich wundern.
    Was mich angeht, so habe ich seit gestern Abend aber ein größeres Problem, inzwischen gehen mir zwei Männer nicht aus dem Kopf, und bei beiden kann es falls ich mich darauf einlassen würde nur kompliziert werden.... das macht alles nicht wirklich… [Weiterlesen]
  • Es ist schon einige Zeit her das ich etwas geschrieben habe, viel zu lange. Aber es ist so viel geschehen und ich habe kaum einmal Zeit gehabt über alles nachzudenken, geschweige es zu Papier zu bringen. Womit fange ich nur an?

    Nun vielleicht damit das ich eine Einladung von Lavellan Carvain erhielt, sie und ihre Cousine Damaris Riviera in ihrem gemeinsamen Büro zu besuchen, nur zu gern kam ich dieser Aufforderung nach und suchte wie ich hoffe für beide passende Gastgeschenke aus. Der Abend war wirklich angenehm und ich hoffe ihn wiederholen zu können.Ich für meinen Teil habe mich gut unterhalten, und ich hoffe den beiden ging es ebenso.

    Dann noch Aulana, ihr Leben ist im Moment die reinste Berg und Talfahrt, aber ich hoffe so langsam beruhigt sich bei ihr alles wieder, Sie hat immer wieder wirklich aufregende Ideen, und ich hoffe für sie das sie nichts von ihrem Elan verliert wenn sie älter wird und länger in Calpheon ist.
    Über Aulana lerne ich jedoch auch immer wieder neue… [Weiterlesen]
  • Zum Verständnis der kommenden Ereignisse, erfolgt eine Ansammlung von Gerüchten, welche um den Mai letzten Jahres begannen.


    Wo: Calpheon

    Was:
    Seit Tagen munkelt man in den Gassen und Straßen Calpheons:
    Bald, bald ist es wieder soweit. Dann steht sie wieder da, am Grab des ungeborenen Kindes. Still und leise wird sie sein, bis ein melodisch, leises Summen ihre Lippen verlassen wird. Selbst der grummelige Friedhofsgärtner war einst zu Tränen gerührt, als er an jenem Tag in der Nähe dieser Frau unbemerkt sein Werk verrichtete.


    Doch wer ist die Unbekannte? Niemand wagte es sich ihr je zu nähern. Sie gar in ihrem Tun zu unterbrechen.

    Die Alten flüstern sie sei einst die Frau eines wohlhabenden Kaufmannes gewesen. Im Bunde mit dem Teufel habe das Weib gesteckt. Mit ihm gebuhlt und herumgehurt. Als Zeugnis entstieg ihren Lenden ein totes Kind. Die Eliontreue Familie des Kaufmannes war darüber entsetzt. Doch ehe die Kirche über die Sünderin richten konnte, war das Weib vom Erdboden
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  • Erste Bilanz

    Calpheon zum Nachmittag

    Der Herbst hält Einzug in Calpheon.
    Wohin man inmitten der gewaltigen Hauptstadt nur blickt, man wird es sehen. Das bunte Blattwerk zahlreicher Bäume. Grün, rot, gelb und schließlich, wenn die Blätter ausgezerrt zu Boden fallen, braun.
    Das einst lebensreiche Geschmück der Bäume wird wie jedes Jahr tot und verrottend auf dem Pflaster der Straßen Calpheons liegen, bis der erste Schnee die Überreste verdecken wird oder die eine oder andere Magd vorher den Reisigbesen schwingt.


    Tiefe Krähenfüße zeichnen sich um die Augenwinkel der Buchführerin ab, als diese mit leicht verengten Augen am Fenster der Geschäftsräume der Calpheonischen Berbaugilde steht und mit verschränkten Armen hinab auf das Treiben der Stadt blickt.
    Die tiefstehende Nachmittagssonne blendet Rawhiti Musou, doch sie wendet sich nicht von dem störenden Licht ab.

    Die Hexe, Buchführerin, Bordellbesitzerin und Mitwirkerin der Schwarzen Zunft befindet sich gegenwärtig wieder in Calpheon
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