Stahl und Charme 4

Ein paar kleine Geschichten von einer blutigen Leihklinge.

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  • Zwei lange Tage schwieg der Junge mich an. So lange wie es dauerte, bis wir den nächsten Fluss erreicht hatten und ich endlich das Blut aus meinen Haaren waschen konnte. Bei dieser Kälte war dieses Unterfangen alles andere als angenehm, aber es ist nun mal nötig gewesen. Mit dem vorigen Bild, welches ich gab, würde ich wohl kaum die Hauptstadt von Calpheon betreten können. Mit angespannten Körper saß ich also in dem seichten Fluss, höher gelegen in den Bergen von Calpheon...und wurde mit meinen Gedanken allein gelassen. Tatsächlich wagte ich sogar einen Blick nach unten. Was ich sah überraschte mich nicht, war schließlich mein Körper: Unzählige Narben, frischere Wunden, blaulilane Flecken und Muskeln. Doch falsche Bescheidenheit was den allgemeinen Rahmen betraf hatte ich nicht: In enger Kleidung, die all die Makel verhüllt, könnte ich vermutlich den einen oder anderen erröten lassen.
    Glücklicherweise fiel für diesen kurzen Moment kein Schnee, und so fror ich mich wenigstens nicht… [Weiterlesen]
  • Was mich dazu bewegte, diesen Auftrag anzunehmen, wusste ich nicht mehr. Diese verfluchte Kälte in Calpheon war einfach unerträglich, aber das machte diesem Jungen nichts aus.
    Das ist bestimmt die Geheimfähigkeit aller Boten: Wetterunabhängig.
    Selbst Schnee fiel mittlerweile, glücklicherweise aber nicht allzuviel. Genug aber um den Pfad vor uns matschig zu gestalten. Um uns herum befanden sich sonst nur Hügel, irgendwelche Bauernhöfe, Banditen oder meine Lieblingssichtung: Ein Tier mit vier Beinen was ich essen kann.
    „Bist du schon wieder in Gedanken versunken?! Du sollst mich doch beschützen! So kannst du das wohl kaum!“, tadelte der Junge vor mir mich.
    Eine kleine Gestalt in einem dicken Pelz, auf dem Kopf wilde, braune Haare passend zu den gleichfarbigen Augen. Immer, wenn er sich aufregte, blähten sich seine Backen auf, und selbst ich fand das süß.
    „Arino, ich habe doch gesagt: Ich überprüfe nur die Gegend.“, erwiderte ich abwinkend.

    Und suche nach Essen. (Sie haben gelitten.)
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  • Wenn ich doch nur...diesen verfluchten...Fisch...endlich fange!
    Meine Gedanken, so wie auch der Rest meines Körpers, befanden sich in Rage als ich diesem lächerlich fetten Fisch mit meinem Schwert hinterherstach. Doch aus mir unbekannten Gründen war dieses Ding schneller als gedacht.
    Mit steigender Wut aber wurde ich schneller und bald schon war dieses Fettvieh aufgespießt und ich musste es nur noch hinausziehen, worauf ich den Kopf meines Gegners nochmal auf den Stein knallte. Jetzt war dieser Fettfisch wirklich tot.
    "Sieh doch nur, Raye, all die Farben dieses Landes!", schwärmte der junge Händler, wessen Name Harlin lautete.
    "Du könntest auch mal etwas Nützliches tun.", erwiderte ich noch etwas gereizt dieses Fettfisches wegen.
    Seit einer Woche reisten wir zusammen, und eigentlich hätten wir längst in Calpheon-Stadt oder sonstwo, wo auch immer er hin wollte, sein können. Leider haben wir uns...verirrt.
    Verirrt oder er reist absichtlich länger mit mir weil er immer noch glaubt, ich[Weiterlesen]
  • Mein rechter Fuß fand nach unendlichen Tagen auf einem Schiff endlich wieder festen Halt auf dem Dock dieses kleinen Dorfes. Velia nannte der Händler, der mit mir gereist es, dieses ruhige Fleckchen. Der linke Fuß folgte schnell und beinahe schon musste ich grinsen.
    Es gab immerhin nichts Gefährlicheres als die unbändige See und ihre Launen.
    Zufrieden streckte ich meine Arme in die Höhe und legte darauf die Hände auf meinen Kopf, auf dem die ungewaschenen, blonden Haare thronten. Wie immer in einem wilden Dutt, aus dem die Haare euphorisch versuchten, zu fliehen.
    Zu meinem Unglück gab es noch etwas anderes euphorisches, welches aus mir unbekannten Gründen glaubte, wir sind Freunde. Und dieses etwas fiel in Gestalt eines langen, jungen Mannes aus, welcher es nicht mal schaffte einen Bart wachsen zu lassen. Seine haselnussfarbenen Haare, welche mittlerweile so lang sein mussten wie meine eigenen, ließ er stets offen und pflegte sie bis in die Spitzen. Das rundete das Aussehen des
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